Landtagswahl 2018: Zahlen aus dem Landkreis

Grüne stark, SPD verliert dramatisch

Die Grafik zeigt, welche Partei gewonnen oder verloren hat.
Die Grafik zeigt, welche Partei gewonnen oder verloren hat. | Foto: PZ2018/10/Bildschirmfoto-2018-10-14-um-22.20.16.png

NÜRNBERGER LAND — Die CSU und ihr Kandidat Norbert Dünkel verlieren im Nürnberger Land bei den Erst- und bei den Zweitstimmen. Die SPD rutscht dramatisch ab, sie gibt ihren zweiten Platz an die Grünen ab. Aus dem Stand stark: die AfD.

Die Zahlen aus den einzelnen Gemeinden belegen es: Gegen den bayernweiten Trend kann sich keine Partei im Nürnberger Land stemmen. Bei den Zweitstimmen ist die CSU mit 41,9 Prozent zwar immer noch verhältnismäßig stark, aber trotzdem büßt sie rund vier Prozentpunkte gegenüber der letzten Landtagswahl ein. Ähnlich groß ist der Verlust für den Kandidaten Norbert Dünkel, der sein Ergebnis von 2013 (41,3 Prozent) nicht wiederholen konnte.

Das mit Abstand größte Minus fährt freilich – wie auf Bayernebene auch – die SPD ein. 22,9 Prozent der Zweitstimmen gab es für sie noch vor fünf Jahren, nun sind es gerade einmal 11,2 Prozent. Ein Verlust von über elf Prozentpunkten also. Andrea Lipka, die SPD-Kandidatin, holt 14,0 Prozent der Erststimmen, bleibt aber damit aber auch deutlich unter dem Resultat, das Ernst Bergmann 2013 schaffte (25,9 Prozent).

Grüne lösen die SPD ab

Die Grünen lösen die Genossen als zweitstärkste Kraft im Landkreis ab, sie schaffen sogar das Kunststück, ihr Zweitstimmenergebnis mehr als zu verdoppeln. Die Textilreinigungsunternehmerin Gabriele Drechsler freut sich über satte 16,0 Prozent der Wähler, die ihr erstes Kreuz vor ihrem Namen machten.

Sogar noch vor die Freien Wähler schiebt sich die AfD – zumindest bei den Erststimmen für ihren Kandidaten Ralph Müller, der vor Angelika Feisthammel (FW) landet. Und das, obwohl sich der Altdorfer im Wahlkampf rar gemacht hat: Bei einer Podiumsdiskussion in Röthenbach ließ er sich vertreten, Fragen der Heimatzeitungen zu seinen politischen Positionen beantwortete er nicht.

AfD in Ottensoos nur bei 5,6 Prozent

AfD-Hochburgen im Nürnberger Land sind Winkelhaid, Vorra und Hartenstein, aber auch Reichenschwand oder Pommelsbrunn. In Ottensoos kommen die Rechtspopulisten hingegen nur auf 5,6 Prozent der Zweitstimmen – ein deutlicher Ausreißer nach unten.

Eine echte Bank für die SPD bleibt das traditionell „rote“ Velden, hier votierten 21,4 Prozent für Andrea Lipka und immerhin noch 16,7 Prozent mit ihrer Zweitstimme für einen anderen Kandidaten der Partei. Überholt wird das Erststimmenergebnis nur noch in Lipkas Heimatgemeinde Simmelsdorf, wo sie auf 23,2 Prozent kommt. Norbert Dünkel (CSU) hingegen ist in seinem Heimatort Hersbruck (39,7 Prozent) schlechter unterwegs als unter anderem in Leinburg, Offenhausen und Kirchensittenbach.

Die Grünen erzielen ihre besten Resultate in Hersbruck, Lauf, Altdorf – also eher in den Städten als in den ländlichen Gemeinden. In Gabriele Drechslers Heimatort Schwarzenbruck schneiden sie ebenfalls gut ab.

Angelika Feisthammel (FW) bekam die meisten Erststimmen in Alfeld (20,3 Prozent), gefolgt von Hartenstein (19,2 Prozent).

Die Ergebnisse im Stimmkreis Nürnberg-Ost: Hier lag überall Markus Söder vorne.
Die Ergebnisse im Stimmkreis Nürnberg-Ost: Hier lag überall Markus Söder vorne. | Foto: Grafik: PZ2018/10/Bildschirmfoto-2018-10-14-um-22.20.36.png
N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel