Kurt-Adelmann-Medaille für Laufer SPD-Mann

Große Ehre für Siebel

Gottfried Siebel (vorne, 2. v.l) ist neuer Träger der Kurt-Adelmann-Medaille, der höchsten SPD-Auszeichnung im Landkreis. Mit ihm freuen sich seine Frau (links), SPD-Kreisvorsitzende Martina Baumann (vorne 2. v.r.), Bundestagskandidat Alexander Horlamus (rechts), Helmut Ritzer (hinten 2. v. r. ) und andere Träger der SPD-Medaille. | Foto: Schweikert2017/05/SPD-Kurt-Adelmann-Medaille-gottfried-siebel-barbara-siebel-martina-baumann-andrea-lipka-helmut-ritze-alexander-horlamus.jpg

LAUF — „Wer kann schon von sich behaupten, mit dem späteren Bundespräsidenten Johannes Rau über die Dörfer gezogen zu sein?“, fragt der Laufer SPD-Vorsitzende Alexander Horlamus und gibt gleich selbst die Antwort: Gottfried Siebel, SPD-Urgestein, Stadtrat und früherer Zweiter Bürgermeister in Lauf. Für dieses langjährige Engagement in der SPD wurde der 80-jährige Gottfried Siebel jetzt mit der Kurt-Adelmann-Medaille, der höchsten Auszeichnung der SPD im Kreis, geehrt.

Zur Feierstunde im „Hotel zur Post“ in Lauf konnte Unterbezirksvorsitzende Martina Baumann eine Vielzahl von Gästen begrüßen. Neben Helmut Ritzer, dem Ehrenvorsitzenden und früheren Landtagsvizepräsidenten, kamen Mitglieder der Fraktionen aus Kreis und Stadt, Ortsvereinsvorsitzende, zahlreiche Träger der Kurt-Adelmann-Medaille, Siebels Familie und eine große Zahl aus „seinem Gesprächskreis 60plus“ zur Verleihung. Martina Baumann hob die Bedeutung der Kurt-Adelmann-Medaille als Auszeichnung für besondere Verdienste heraus, um über das Normale hinaus aktive Genossen wie Gottfried Siebel besonders zu würdigen.

Erinnerung an Adelmann

Helmut Ritzer, der 1991 zusammen mit dem ehemaligen Kreisvorsitzenden Leo Notz diese Auszeichnung aus der Taufe hob, erläuterte das beispielhafte Wirken des Namensgebers, der als Stadtrat und Landtagsabgeordneter stets den engen Kontakt zur Bevölkerung suchte. In seinen Funktionen war er ein Brückenbauer zwischen Politik und Gesellschaft, so Ritzer.

In seiner Laudatio beleuchtete Alexander Horlamus, selbst Laufer Stadtrat und SPD-Bundestagskandidat, die Vielschichtigkeit des Engagements des Geehrten. Geboren im Siegerland und dort aufgewachsen, habe er sich schon früh politisch interessiert und auch eingebunden. In Gustav Heinemann fand er sein politisches Vorbild und unterstützte so den jungen Johannes Rau aus dem Umfeld Heinemanns bei seinem ersten Wahlkampf.

Lehrer an der Berufsschule

Siebel, ab 1963 an der Laufer Berufsschule tätig und seit 1969 SPD-Mitglied, „sei bis auf den heutigen Tag eine aktive Persönlichkeit, nicht nur innerhalb der Laufer Sozialdemokratie“. Neben der Kommunalpolitik habe er vor allem in der evangelischen Kirche und der Diakonie langjährige Verantwortung übernommen. Vor allem die Gründung des „Evangelischen Erwachsenenbildungswerkes in Lauf“ im Jahre 1979, zusammen mit dem damaligen Stadtpfarrer Ziegler, ist hier hervorzuheben.

Seinen Weitblick und sein Geschick bewies er 1989, als er sich nach der „Maueröffnung“ zusammen mit Leo Notz und Helmut Ritzer auf den Weg machte, die SPD in Zeulenroda wieder zu gründen. Auch die dortige Neugründung der Arbeiter-Wohlfahrt (AWO), des VdK und des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) sei sein Verdienst. Dass Siebel dann auch vier Jahre als 1. Vorsitzender dem dortigen ASB vorstand, beweist seine gelebte Verantwortung für die Menschen.

36 Jahre Laufer Stadtrat

Als Laufer SPD-Politiker ist Siebel seit den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts in seiner Laufer Heimat fest verwurzelt. Acht Jahre Ortsvereinsvorsitzender in den 70ern, 36 Jahre Mitglied des Laufer Stadtrates von 1972 bis 2008, Kreistagsmitglied und Zweiter Bürgermeister von 1984 bis 1990 seien nur einige seiner Stationen gewesen.

Fest verbunden mit seinem Namen ist der „Gesprächskreis 60plus“, den Siebel nach dem plötzlichen Tod von Werner Müller im Jahre 2001 spontan übernahm und seitdem ununterbrochen mit Leben erfüllt.

Mit interessanten und aktuellen Themen aus Politik und Gesellschaft findet er stets bei einer hohen Zahl an Teilnehmern Anklang. Themenauswahl und Vielfalt, gepaart mit dem Gespür für jeden Einzelnen und dessen Anliegen, zeichnen seine Arbeit aus und so ist es auch kein Wunder, wenn er regelmäßig interessierte und auch kritische Gäste begrüßen kann, die nicht der SPD angehören.

Dank an die Ehefrau

Horlamus hob Siebel als Beispiel gelebter Sozialdemokratie hervor, dessen jahrzehntelanger Einsatz für sozialdemokratische Ziele mit der Verleihung gewürdigt werde. Dies habe dabei eine besondere Bedeutung, da Siebel zusammen mit Kurt Adelmann selbst aktiv gemeinsam Politik in Lauf gestaltet hatte. Ein besonderer Dank ging dabei an Barbara Siebel, die ihn als Ehefrau immer unterstützte und ihm in allen Situationen den Rücken gestärkt habe.
Siebel bedankte sich für die Ehrung, die ihn selbst überrascht habe, und blickte in launigen Worten kurzweilig auf Erlebnisse aus seiner langen SPD-Zeit zurück. Sein Dank galt dabei vor allem jenen, die ihn über all die Jahre hinweg unterstützt hatten und ohne deren Unterstützung vieles nicht möglich gewesen wäre.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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