Röthenbach: 60 Unternehmen suchen Nachwuchs

Größte Azubi-Messe im Nürnberger Land

Nach Schätzung der Kommune kommen zu der Veranstaltung rund 2200 Schüler.
Nach Schätzung der Kommune kommen zu der Veranstaltung rund 2200 Schüler. | Foto: Sichelstiel2017/10/ausbildungsplatzborse-roth-diehl-halle-ubers.jpg

RÖTHENBACH — Es ist die größte Messe ihrer Art im Nürnberger Land: 60 Arbeitgeber werben bei der 20. Ausbildungsplatzbörse in der Röthenbacher Karl-Diehl-Halle um Azubis. Nach dem Auftakt gestern ist heute noch einmal von 9 bis 14 Uhr geöffnet.

„Es gab Zeiten, in denen wir die Firmen bitten mussten, zu uns zu kommen“, erinnert sich der Röthenbacher Bürgermeister Klaus Hacker. Diese Zeiten sind vorbei: 60 Aussteller präsentieren sich bei der 20. Auflage der Ausbildungsplatzbörse. Mehr geht kaum noch, wie Bastian Streitberger, der Wirtschaftsförderer der Kommune, berichtet. In der Halle ist einfach nicht mehr Platz, auch zwei angebaute Zelte sind bereits gut gefüllt mit Messeständen.

Gute Aussichten für Schüler

Die Unternehmen – viele von ihnen Mittelständler aus dem Landkreis, aber auch ein paar Konzerne wie die Deutsche Post oder der Discounter Aldi – suchen inzwischen mit viel Aufwand nach Nachwuchs. Denn aktuell, rechnet Hacker vor, komme auf fast jeden Schulabgänger eine offene Stelle. Also eine ideale Situation für die Jugendlichen, die ihre Ausbildung im nächsten September beginnen wollen.

Doch so einfach ist die Rechnung nicht: Während insbesondere im Handwerk Stellen unbesetzt bleiben, so Sieglinde Mahnel, die Leiterin der Laufer Geschäftsstelle der Agentur für Arbeit, sind kaufmännische oder technische Berufe stark gefragt. Azubi-Mangel ist also ein branchenspezifisches Problem. Oft hat er mit schlechten Aufstiegschancen oder geringer Bezahlung zu tun – „das spielt auf jeden Fall eine Rolle“, so Mahnel. Friseure zum Beispiel hätten es deshalb schwer, Auszubildende zu finden.

Jürgen Zagel, Leiter der Ausbildung beim Laufer Keramik-Spezialisten Sembach, hat diese Sorgen nicht. Das Familienunternehmen bildet im Augenblick nur Indus­triemechaniker sowie Maschinen- und Anlagenführer aus. Weil Sembach nach Bedarf einstellt, haben Azubis gute Aussichten, übernommen zu werden. 19 Auszubildende gibt es im Betrieb aktuell, bei insgesamt etwa 230 Beschäftigten. „Bei uns werden viele Werkzeuge und Maschinen selbst gefertigt“, sagt Zagel, das mache die Arbeit abwechslungsreich.

Der Ausbildungsleiter kann die Röthenbacher Veranstaltung anderen Unternehmen nur weiterempfehlen: Wir fragen Bewerber, wie sie auf uns gekommen sind. Da kommt dann häufig die Rückmeldung: ‚Wir waren auf der Messe.‘“ Neben der Ausbildungsplatzbörse ist Sembach noch beim Laufer Ausbildungsforum vertreten.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel