Jugendberufsagentur entsteht in Lauf

Gemeinsame Hilfe für den Berufsstart

Im Jobcenter in Lauf unterzeichneten Elsa Koller-Knedlik von der Agentur für Arbeit Nürnberg, Landrat Armin Kroder und Karin Graf vom Jobcenter Lauf (von links) die Kooperationsvereinbarung. | Foto: Cichon2017/08/Unterzeichnung-Kooperationsvereinbarung-Jugendberufsagentur-Nurnberger-Land-Kroder-Koller-Knedlik-Graf-ci.jpg

NÜRNBERGER LAND — „Keiner darf verloren gehen!“ Das ist das Motto der Jugendberufsagentur (JBA) Nürnberger Land. Unter diesem Titel arbeiten verschiedene Behörden zusammen, um Jugendliche bei ihrem Start ins Berufsleben zu unterstützen. Im Jobcenter in Lauf wurde eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben, die die Zusammenarbeit regelt.

Laura (Name geändert), 15 Jahre alt, hat schlechte Noten. Sie schafft ihren Schulabschluss nicht. Dann wird sie auch noch schwanger. Wer hilft Laura nun bei ihrem Start ins Berufsleben? Bisher haben sich gleichzeitig verschiedene Stellen um Laura gekümmert wie die Berufsberatung der Agentur für Arbeit oder das Jugendamt – oft ohne ihre Hilfe genau aufeinander abzustimmen. „So können Doppelstrukturen entstehen“, sagt Elsa Koller-Knedlik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nürnberg.

Mit der Jugendberufsagentur (JBA) geht es im Nürnberger Land jetzt auch anders. Die einzelnen Träger, das Jobcenter Lauf, die Agentur für Arbeit Nürnberg und der Landkreis Nürnberger Land, dem das Jugendamt untersteht, haben beschlossen, sich ab sofort untereinander besser austauschen. „Es geht darum, dass die Mitarbeiter aller Einrichtungen über ihren Tellerrand schauen“, so Koller-Knedlik. Die Angestellten sollen sich abstimmen, wer sich am besten mit der aktuellen Problematik auskennt, betont sie. Dann wird der Jugendliche direkt zu der betreffenden Stelle geschickt. „Man kann nicht von einem jungen Mensch verlangen, dass er selbst herausfinden muss, wer ihm am besten hilft“, ergänzt Koller-Knedlik.

Zusammenarbeit verbessern

Im Jobcenter Lauf unterzeichneten Karin Graf, stellvertretende Geschäftsführerin der Behörde, Elsa Koller-Knedlik, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nürnberg, und Landrat Armin Kroder deshalb eine Kooperationsvereinbarung. Diese soll die Zusammenarbeit der einzelnen Träger der JBA regeln. „Wir wollen die gemeinsame Vernetzung im Nürnberger Land vorantreiben. Die Zusammenarbeit lief bisher nicht schlecht, aber man kann sie immer noch verbessern“, so Kroder.

Dabei ist es ein wichtiges Ziel, allen jungen Menschen im Nürnberger Land eine Ausbildung zu ermöglichen, sagt Koller-Knedlik. Es soll bereits in den Schulen angesetzt werden, um die Jugendarbeitslosigkeit langfristig zu verringern. „Wir wollen keine Zeit verlieren“, ergänzt sie.

Wenn es nach der Agentur für Arbeit geht, soll es in Bayern flächendeckend Jugendberufsagenturen geben. Bisher gibt es neben Lauf bayernweit bereits 67 davon. Das entspricht einer Flächenabdeckung von 72 Prozent.

Laura hat inzwischen mithilfe der JBA ihren Abschluss nachgeholt und einen Job gefunden, so Koller-Knedlik. Bislang seien Fälle wie der von Laura noch eher selten, fügt sie hinzu. „Wir wollen solche Erfolgsgeschichten öfter erreichen“, sagt Kroder. „Dennoch müssen wir uns im Klaren sein, dass wir vielleicht nicht jedem helfen können.“

N-Land Anne Cichon
Anne Cichon