Kirchweih Hüttenbach

Geheimnis ums Kirwala

Die Hüttenbacher wissen zu feiern. Fünf Tage dauert ihre Kirchweih mit umfangreichem Programm und Festzug. | Foto: Schuster2018/06/Kirchweih-Huttembach.jpg

HÜTTENBACH — Die Hüttenbacher Kirchweihfreunde konnten sich über guten Besuch freuen. Ihre Kirwa war ein voller Erfolg, auch weil durch den Verein alles bis ins Kleinste organisiert war und im Ort irgendwie jeder etwas mit der Kirwa zu tun hat.

Alljährlich am dritten Wochenende nach Pfingsten feiern die Hüttenbacher von Freitag bis Dienstag Kirchweih. Diese Tradition, mit wenigen Unterbrechungen, entstand als Abkömmling der Bühler Kirwa 1950. Höhen und Tiefen des Kirchweihfestes lagen seit dieser Zeit eng beieinander. Als konstante und fest etablierte Größe, mit Steigerungen sowohl in der Anzahl der Gäste als auch innerhalb des Programms und der Schaustellerbuden konnte man die Hüttenbächer Kirwa erst mit der Gründung des Vereins „Kirwafreunde Hüttenbach 1992 e.V.“ bezeichnen. Seither stellt der Simmelsdorfer Ortsteil im Vergleich zur Einwohnerzahl während der Kirwazeit ein Programm auf die Beine, das seinesgleichen sucht. Sogar Mittagstisch mit „Kniedla“ gibt es hier an den Kirchweihsonntagen. Nur eines ist fast unverändert geblieben – das Kirwala ausgraben.

Und mit dem Kirwala ausgraben, das Kirwapfarrer Gerhard Egloffstein seit nunmehr fast 30 Jahren begleitet, wurde auch heuer wieder unter den Augen der Dorfbewohner ein regelrechter Akt vollzogen. Dazu zogen die Kirwamadla und -boum vom Festzelt mit musikalischer Begleitung durch die Hüttenbacher Musikanten zum Ausgraben des geheimnisvollen Kirwalas durch den Ort.

Für die Hüttenbacher, ist diese Zeremonie fester Bestandteil der Kirchweih und wohl im weiten Umkreis in dieser Form nicht bekannt. Nachdem Kirwapfarrer Egloffstein in Gedichtform seinen Prolog vortrug und dabei auf die mittlerweile 69. Kirwa verwies, versuchte der „Klapperer“ (Julian Krause) mit dem Spaten in dem Kirwagrab das letztjährige Kirwala zu finden – und tatsächlich es war noch drin. Eine Plastikflasche, in der einige Schriftstücke die Geschichten um die Ereignisse des letzten Kirchweihfestes dokumentieren. Bernd Taufer hatte die Aufgabe, allerlei kurioses und lustiges sowie peinliche Ereignisse vorzutragen.

Gestärkt mit einem Stamperl Schnaps sangen die Akteure das Lied „s`Kirwerl is kumma, s´Kirwerl is dou“ und somit war die Kirchweih eröffnet. Das Halstuch umgebunden und den Hut aufgesetzt, damit vervollständigten die Kirwaboum diese kurzweilige Zeremonie und der freudige Rückzug zum Zelt begann.

Innerhalb kurzer Zeit füllte sich das Festzelt und die Gäste standen ordentlich gereiht in der Schlange zur Essensausgabe. Auch neben dem Zelt wurden im Verlauf des Abends noch Tische und Bänke gestellt. Manch einer mag die Stimmungsmusik halt doch etwas gedämpfter. Die Kinder nutzten Angebote der Schausteller mit Karussell und Schießbude. Auch die Schiffschaukel war bis zum Einbruch der Dunkelheit immer gut belegt.

Das alljährliche Megaereignis in Hüttenbach begleitete am Freitagabend die Band „Coconuts“. Gekommen waren auch etliche Kirwaburschen aus der Umgebung. Für den Samstagabend übernahm die Band „Ziach´O“ die musikalische Verantwortung. Ihr Repertoire reichte von Fränkisch bis zur Rockmusik. Zuvor stellten die Kirwaburschen den rund 26 Meter hohen Baum aus dem Gemeindewald in einem extra ausgehobenen Erdloch auf der Wiese nördlich des Festplatzes auf. Wegen eines Starkregens in der Mittagszeit mussten die Arbeiten im Wald für etwa eine Stunde unterbrochen werden.

Zum letzten Mal übernahm heuer Manfred Weimann das Kommando als Aufstellchef. 24 Kirwaburschen mit vier so genannten Schwalben bewältigten diese Aufgabe. Zwei Kränze in luftiger Höhe mit bunten Bändern zeugten vom Beginn der Kirwa.

Am Montag begann um 9 Uhr das Küchla einspielen mit Musik. Am Nachmittag gab es Kaffee und Kuchen, bevor die Band „Allrounds“ den Abend musikalisch gestaltete. Am Dienstag gegen 19 Uhr wurde das Kirwala wieder eingegraben. Nun ist Schluss. Bis zum nächsten Jahr.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster
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