BFV-Kreistag in Röthenbach bestätigt Führungsriege

Fußballkreis setzt auf Kontinuität

Der neu gewählte Kreisvorstand mit BFV-Präsident Rainer Koch (ganz rechts). Zu sehen sind (v. li.) Stefan Stadelmann, Alexander Männlein, Viktoria Rodrigues Pais, Tobias Körner, Max Habermann und Manfred Weiher.2018/02/Net-BFV-Kreistag-Rothenbach-Vorstand-240218139.jpg

ERLANGEN/PEGNITZGRUND (pb) Ñ Der Fußballkreis Erlangen/Pegnitzgrund setzt personell auf Kontinuität. Die nahezu unverändert gebliebene Führungsriege um den Vorsitzenden Max Habermann ist beim Kreistag in der Röthenbacher Karl-Diehl-Halle fast einstimmig für vier Jahre wiedergewählt worden. Wo der Verband dagegen neue Wege beschreiten wird, erläuterte BFV-Präsident Rainer Koch, der für verstärkte Aktivitäten im Internet warb. Wichtige Themen waren auch die anstehende Beitragserhöhung sowie mögliche Regeländerungen.

Der Unterschied zum Kreistag vor vier Jahren hätte nicht größer sein können. Damals knirschte es gewaltig zwischen dem Kreis-Chef und der Verbandsführung aus München, so dass Max Habermann im Vorfeld seinen Rückzug angekündigt hatte. Erst nach einem klärenden Gespräch mit Verbands-Chef Rainer Koch hatte sich Habermann bereiterklärt, weiterzumachen Ð auch, weil sich kein anderer Bewerber für das Amt gefunden hatte.

Diesmal herrschte eitel Sonnenschein. Sowohl Habermann als auch Koch betonten mehrfach das gute Verhältnis zwischen dem Spielkreis und den Verbands-Oberen aus München. Die bewährte Führungsriege um Habermann hatte sich fast geschlossen zur Wiederwahl gestellt, es gab keine Gegenkandidaten Ð wenig überraschend also, das alle fast einstimmig in ihren Ämtern bestätigt wurden.

Der Kreis-Chef selbst erreichte bei den Vertretern der 122 anwesenden Vereine 100 Prozent Zustimmung. Mit je einer Gegenstimme gewählt wurden Kreisjugendleiter Tobias Körner und Viktoria Rodrigues Pais. Letztere hatte während der laufenden Amtsperiode die Aufgaben als Frauen- und Mädchenspielleiterin vom zurückgetretenen Gerhard Mehl übernommen.

Kreisschiedsrichterobmann Stefan Stadelmann musste von der Versammlung formell in seinem Amt bestätigt werden, dabei gab es zwei Enthaltungen. Weiter dabei ist auch Alexander Männlein als Kreis-Ehrenamtsbeauftragter. Ein neues Gesicht in der Führungsriege ist Manfred Weiher, der den langjährigen Vorsitzenden des Kreis-Sportgerichts, Kurt Leonhard Vogl, ablösen wird.

Deutlich andere Mehrheitsverhältnisse gab es bei den weiteren Themen, bei denen das Votum der Vereinsvertreter gefragt war. Beim Verbandstag des BFV Anfang Mai wird über mögliche Reformen im Spielbetrieb entschieden. Dazu wollte die Verbandsspitze die Meinung der Basis hören. Unter anderem ging es um die Frage, ob auf Kreisebene zukünftig fünf statt drei Auswechslungen möglich sein sollen; das bereits praktizierte Rückwechseln auf Kreisebene bliebe davon unberührt. Knapp 60 Prozent der Delegierten lehnten das ab.

Eindeutiger war das Ergebnis bei den beiden anderen Fragen. Rund 76 Prozent der Stimmberechtigten sprachen sich für ein Spielrecht von A-Junioren in Herrenmannschaften aus. So könnten auch Spieler des jüngeren Jahrgangs in Herren-Mannschaften kicken. Auf mit 74 Prozent deutliche Ablehnung stieß die Idee, den Spielrechts-Paragraphen zu ändern, der den Einsatz von Spielern in der unteren Mannschaft ihres Vereins regelt.

Denn nach dem Einsatz eines Spielers in der 1. Halbzeit bei der höheren Mannschaft darf dieser Akteur in der unteren Mannschaft erst eingesetzt werden, wenn er  zehn Tage oder zwei Meisterschaftsspiele der unteren Mannschaft ausgesetzt hat. Für Vereine, deren ×Erste“ höchstens Kreisliga spielt und deren 2. Mannschaft in einer der untersten beiden Ligen spielt, gilt aber eine Sonderregelung. Sie können ohne Sperrfrist bis zu drei Spieler der 1. Mannschaft einsetzen. Diese Sonderregelung steht nun zur Diskussion.

Mit diesen Themen werden sich auch die Delegierten beim mittelfränkischen Bezirkstag befassen, der am Samstag, 10. März, in Herzogenaurach stattfinden wird. Die 34 Bezirksdelegierten aus dem Spielkreis Erlangen/Pegnitzgrund wurden beim Kreistag entsprechend der von Max Habermann präsentierten Vorschlagsliste einstimmig gewählt. Lediglich bei der Wahl der 15 Ersatzleute gab es eine Gegenstimme zu registrieren.

Wie bei allen 22 Kreistagen in Bayern sprach auch in Röthenbach Rainer Koch, der nicht nur der Vorsitzender des Bayerischen Fußballverbandes BFV ist, sondern auch 1. Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes DFB, bei dem er für den Amateurfußball zuständig ist.

In seiner Rede legte Koch den Schwerpunkt auf die nötige Modernisierung und Digitalisierung des Amateurfußballs. ×Den Ball ins Netz“ heißt eine entsprechende Kampagne des Verbandes. Nur wenn sich die Fußballbasis hier entsprechend aufstelle, könne man in der Gesellschaft weiter am Ball bleiben.

Ein weiteres großes Thema waren die Finanzen, denn der Verband braucht mehr Geld. Eineinhalb Millionen Euro zusätzlich werden künftig jährlich benötigt. Weil der BFV hier die Basis mitnehmen will, hat die mehrheitlich mit Vereinsvertretern besetzte ×AG Finanzen“ ein entsprechendes Konzept entwickelt, wie die Lücke gestopft werden soll. In dieser Arbeitsgemeinschaft war der Fußballkreis Erlangen/Pegnitzgrund gleich mit mehreren Personen vertreten; darunter Inge Pirner vom TSV Röthenbach und Joachim Kokott (SG Siemens Erlangen).

Das Geld will der BFV verwenden, um Sanierungsmaßnahmen in der Sportschule Oberhaching, den Neubau einer BFV-Immobilie nach dem anstehenden Auszug des Volkstheaters in der Münchner Innenstadt sowie elementare Digitalisierungs-Projekte zu realisieren.

Nach der Empfehlung der ×AG Finanzen“ werden die Vereine wie beim Gesamthaushalt des BFV nun zu einem Drittel beteiligt. Für jeden Verein ist über die Erhöhung der IT-Gebühr ein Anteil von zehn Euro im Monat fällig. Ein weiteres Drittel wird über die Erhöhung der Gebühren für Trainerlizenzen finanziert. Dabei sollen die Kosten für die C-Lizenz gleich bleiben; der Erwerb der B-Lizenz aber deutlich teurer werden. Das verbleibende Drittel soll der BFV selbst erwirtschafte.

Eine angenehme Überraschung gab es für den Kreisvorsitzenden Max Habermann. Er bekam nach der Rede des BFV-Präsidenten die DFB-Ehrennadel verliehen. Zuvor hatte Habermann dem Jugendfußballer Lars Förster vom SK Lauf einen Scheck der BFV-Sozialstiftung über 5000 Euro überreicht. Nach einem Verkehrsunfall hatte dem Jugendlichen das linke Bein amputiert werden müssen. Um eine spezielle, sehr teure Sportprothese zu bekommen, sammeln zahlreiche Unterstützer und seine Familie Spenden (die PZ berichtete mehrfach).

Eine Talkrunde mit der heimischen Bundestagsabgeordneten Marlene Mortler, Landrat Armin Kroder und Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker zum gesellschaftlichen Stellenwert des Amateurfußballs rundete das Kreistags-Programm ab.

 

N-Land Patrick Baer
Patrick Baer