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Neues Schulschwimmbad

„Fürthermare“-Architekt plant in Röthenbach

Blick auf die Nordseite des geplanten Röthenbacher Schulschwimmbads, also jene Seite, die hin zu den Sportplätzen von Gymnasium und Mittelschule zeigt. Rechts lässt sich noch die bestehende Turnhalle erahnen, mit der das Gebäude über einen Gang verbunden werden soll. | Foto: Grafik: Eckert2018/07/hallenbad-schulschwimmbad-rothenbach.jpg

RÖTHENBACH — Das neue Röthenbacher Hallenbad wird vom Architekten entworfen, der auch das „Fürthermare“ geplant hat: Rainer Eckert aus Langenzenn. Die Gesamtkosten schätzt er derzeit grob auf 10,95 Millionen Euro. Das dürfte noch für Gesprächsbedarf sorgen.

Noch im November vergangenen Jahres hatte der Kreistag die Neun vor dem Komma zur politischen Zielvorgabe erklärt. Der Landkreis Nürnberger Land ist – als Sachaufwandsträger des Geschwister-Scholl-Gymnasiums – neben der Stadt und dem Schulverband der Röthenbacher Mittelschule einer der drei Beteiligten an dem Neubau. Allerdings hat Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker derzeit mindestens ein gutes Argument gegen den oft angestellten Vergleich mit dem 7,4 Millionen Euro teuren Altdorfer Hallenbad, das 2014 eröffnet wurde. Es ist nach wie vor wegen eines massiven Legionellenbefalls geschlossen. Auch wenn die Kosten für die Sanierung noch nicht feststehen: Billig dürfte sie nicht werden.

Um ein vergleichbares Fiasko zu vermeiden, haben sich die Röthenbacher erfahrene Ingenieurbüros ins Boot geholt. Keine Garantie, dass alles glattläuft, wohl aber „eine Grundvoraussetzung“ dafür, so Hacker. Architekt Rainer Eckert, von dem der jetzt dem Schulverband vorgestellte Entwurf für das neue Bad stammt, hat bereits das „Fürthermare“ entworfen und war für Teilbereiche des Designs der Meraner Therme verantwortlich. Um die Technik kümmert sich dasselbe Ingenieurbüro, das mit der Sanierung des Altdorfer Bads beauftragt ist.

Bad für die „Grundversorgung“

Anders als das „Fürthermare“, so Eckert, soll das Röthenbacher Bad nur ein „einfaches Schulschwimmbad“ sein, ein Bad für die „Grundversorgung“, das außerhalb der Unterrichtszeiten öffentlich zugänglich sein soll. Dazu passt die geplante Ausstattung: ein 25-Meter-Becken mit fünf Bahnen, jeweils zweieinhalb Meter breit, und ein Nichtschwimmerbecken, acht mal 12,5 Meter groß. Der Schulverband tendiert im Augenblick klar zu Edelstahlbecken – sie sind zwar in der Anschaffung teurer, dafür sind die Folgekosten geringer.

Die Becken sollen, anders als beim alten Schwimmbad, das im März 2015 wegen Einsturzgefahr geschlossen und seither nicht mehr in Betrieb genommen wurde, im nördlichen Teil des Gebäudes unterkommen. Der etwas kleinere Trakt mit den Umkleiden würde also hin zum Parkplatz entstehen. Ein schmaler Verbindungsgang soll das Bad mit der Turnhalle des Schulzentrums am Steinberg verbinden.

Auf eine geeignete Betriebsform haben sich Kommune, Schulverband und Landkreis bereits verständigt: Statt eines Zweckverbands wie in Altdorf soll ein sogenannter Regiebetrieb, also ein kommunales Unternehmen, gegründet werden. Das verspricht zumindest im ersten Jahr eine satte Umsatzssteuererstattung.

Die Planer haben nun die Aufgabe, Einsparmöglichkeiten zu finden, um die Summe von 10,95 Millionen Euro – in ihr ist der Abbruch des Altbaus enthalten – zu senken. Außerdem kommt noch der Freistaat ins Spiel: Er hat angekündigt, Schulschwimmbäder wieder stärker finanziell zu fördern. Was das konkret bedeutet, wird wohl erst im Herbst feststehen. Bis dahin wollen die Röthenbacher ihren Förderantrag fertig haben.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel