Rock am Rothenberg

Friedliches Festival auf der Wiese

Einfach gute Rockmusik war auch dieses Jahr wieder das Markenzeichen des Festivals um Enzenreuth: die Band Paramagnet, die als Ersatz einsprang, schnell aber zum einem Höhepunkt des Festivall wurde. | Foto: Schnellinger2017/07/Rock-am-Rothenberg-paranet-sch.jpg

SCHNAITTACH/ENZENREUTH ­— Seit einem viertel Jahrhundert rocken nun schon hochkarätige Bands bei Rock am Rothenberg die Gegend um den Enzenstein bei Enzenreuth. Ein Feuerwerk der Musik brannte auch in diesem Jahr wieder hoch über Schnaittachs Dächern. Die Musikinitiative Nürnberger Land tritt dabei als Veranstalter auf und etwa 700 Besucher folgten dem Ruf der ambitionierten Rockmusiker.

Bei Biergartenstimmung rockte am Nachmittag die Band des Veranstalters The Enzenstones die Wiese. Als das selbsternannte „Who-is-who“ der heimischen Rockmusikszene sorgten diese für ein erstes Warmup an diesem kühlen Sommernachmittag. Bekannte Songs luden zum Mitwippen ein.

Besten Alternative Rock brachten die Jungs von Tune Circus auf die Bühne, welche mit einigen Fans und Aufblasgitarren aus Ludwigsburg bei Stuttgart angereist sind. Bekannt unter anderem als Supportband von den Scorpions, Silbermond und vielen anderen berühmten Musikern. Ihre eindringliche aber dennoch eigenwillige Musik, von der sie merkbar überzeugt sind begeistert die Zuhörer.

Als Ersatz für eine leider ausgefallene Band aus Kiel fand Veranstaltungschef Sven Lederer kurzfristig „Paramagnet“ aus Löhnberg in Hessen. Als Punkrock mit Herz bezeichnen sie selbst ihre Musikrichtung. Auf der Enzenreuther Bühne ließen die soliden Punker dies auch spüren. Auch wenn die Hessen ein wenig die fränkische Feierlaune vermissten, spulten sie ihre Show gekonnt ab. Kernige Bassriffs und Gitarrensolis lassen das Herz eines jeden geneigten Musikfans begeisternd hüpfen. Weit mehr als eine Reserveband, hatten die Veranstalter hier verpflichten können. Coole hessische Jungs mit toller Musik!

Nach einer kurzen Umbauphase folgte das nächste Highlight dieses Frankenwoodstockfestivals. Rock mit weiblicher Powerstimme, kurz „April Art“. Mal funky, mal melodiös und im nächsten Moment wieder als Metal Band. Der Name ist sozusagen Programm. Lebendig und immer in Bewegung gibt es bei April Art nie eine vorhersehbare Szene. Die raue Stimme der Frontfrau sorgt für den perfekten Sound der Gießener Band, welche im letzten Jahr den Deutschen Rock und Pop Preis gewann.

Die Gruppe April Art aus Gießen mit ihrer Frontfrau. | Foto: Schnellinger2017/07/rock-am-rothenberg-april-schn.jpg

Bei inzwischen recht kühlen Außentemperaturen heizten die Hersbrucker Rocker von Powerlord gewaltig ein. Heiße Musik und eine feurige Bühnenshow sorgten dafür, dass sich die Biergartenstimmung der Besucher in Festivalbegeisterung gewandelt hat. Ebenfalls 25 Jahre steht diese Formation nun auf den Bühnen. Sehr reife Musik von Rockmonstern wie Rammstein und Deep Purple hat die Fans begeistert.

Die Power Lords aus Hersbruck heizten dem Publikum wie gewohnt gut ein. | Foto: Schnellinger2017/07/Rock-am-Rothenberg-power-lord-schn.jpg

Bei Vollmond von In Extremo waberte eine fast schon melancholische Stimmung über die Rockwiese, welche auch die Camper am Parkplatz neben dem Gelände erreichte. Ein rockiger Ohrenschmaus aus dem Nürnberger Land.

Als der Kunstnebel sich durch die Feuchtigkeit über die kleine Hochebene gelegt hat, traten die energiegeladenen südenglischen Ausnahmemusiker von Voodoo Vergas ins Bühnenlicht. Abwechslungsreiche Rocksongs und eine eingängige Bühnenshow spiegeln auch die Stimmung ihrer Heimat, Englands Südküste, wieder.

Ihr Tour Bus stoppte in Enzenreuth, obwohl sie auch schon 80  000 Besucher bei andern Festivals begeisterten. Eine Formation welche der Veranstaltung im Schnaittachtal durch ihren tollen sympathischen Auftritt den musikalischen Britischen Ritterschlag gab.

Ein friedliches Festival ging weit nach Mitternacht zu Ende. Love Peace und Rock´n´Roll auf der Enzenreuther Wiese – eine Schnaittacher Erfolgstory!

N-Land Gerd Schnellinger
Gerd Schnellinger