Marterer gewinnt Tennis-Turnier von Eckental

Fränkischer Tennis-Traum erfüllt

Strahlende Gesichter: Maximilian Marterer nach seinem historischen Titelgewinn im Eckentaler House of Sports vor fast 1000 Fans; rechts im Hintergrund Turnierdirektor Marcus Slany und Bürgermeisterin Ilse Dölle. Foto: B. Wagner2017/11/ATP-Finale-Marterer-Pokal-e1509911572562.jpg

ECKENTAL – Um 16.11 Uhr wurde Sonntag Nachmittag ein fränkischer Tennis-Traum im House of Sports in Eckental wahr: Lokalmatador Maximilian Marterer gewann die 21. Auflage des ATP-Challenger-Turniers nach drei spannungsgeladenen Sätzen gegen den Polen Jerzy Janowicz. Vor wiederum vollem Haus (fast durchgehend in der Turnierwoche, insgesamt 8000 Fans) gewann der 22-Jährige mit seinem dritten Challenger Triumph in diesem Jahr wertvolle 80 ATP-Punkte und den Siegerscheck über 6190 Euro.
Fünfter Auftritt, fünfter Sieg binnen sechs Tagen beim Bauer Watertechnology Cup – Maximilian Marterer wurde in Eckental frenetisch gefeiert. Der letzte deutsche Sieg datierte aus dem Jahr 2013 (Benjamin Becker). Für den Sieger bedeutet dies nun einen aktuellen ATP-Platz unter den Top 90 und er darf sich große Chancen für eien Platz im Hauptfeld der Australian Open ausrechnen.
Der Fakten-Check Marterer/Janowicz vor dem Endspiel: Nr. 2 gegen Nr. 7 des Turniers, Nr. 106 gegen Nr. 136, Lokalmatador gegen ehemaligen Wimbledon-Halbfinalisten, knapp 400000 Dollar Preisgeld gewonnen gegen fast 4000000 Dollar. Tennis-Herz, was willst du mehr?
„Ihr wart eine Wahnsinns-Unterstützung, besonders im dritten Satz, als ich zurücklag“, bedankte sich der Franke beim Publikum, das nach dem Breakverlust ahnte, dass dem „local hero“ das Wasser bis zum Halse steht. Und siehe da: Rebreak zum 1:1 und als „Krönung“ die 4:2-Führung, nachdem er die zweite von drei Breakchancen nutzte.
Das House of Sports glich einem Tollhaus: Dritter erfolgreicher Spielball zum 5:2 und dann Nerven bewahrt im neunten Spiel zum 6:3. Dabei hatte es im zweiten Durchgang gar nicht gut ausgesehen, Marterer wirkte zeitweise kraftlos und musste den Satzausgleich hinnehmen. Der „Satz des Turniers“ war zweifelsohne Durchgang 1: Spannender kann Tennis nicht sein als der 10:8-Tiebreak-Gewinn von Marterer.
Appetithappen Halbfinale
Zwei begeisternde Halbfinals waren der geeignete Appetithappen für den Finalsonntag. Fast vier Stunden netto Weltklasse-Tennis erlebten die fränkischen Tennisfans – mit den Siegern Maximilian Marter und Jerzy Janowicz, die sich beide mächtig strecken mussten und am Ende auch emotional stark ihrer Freude Ausdruck verliehen. Schwerstarbeit musste vor allem der Pole leisten, denn der ungesetzte Münchner Matthias Bachinger agierte mit ihm auf Augenhöhe. Allein die Spielzeit von 140 Minuten spricht Bände.
„Das war ein unglaublich gutes Match. Richtig hohes Niveau und aufregend. Matthias hat toll gespielt“, fasste der überglückliche Drei-Satz-Gewinner zusammen. Für den Verlierer war es der bislang beste Eckental-Auftritt: 2010 und 2014 Achtelfinale, heuer Halbfinale.
Der 22-jährige Maximilian Marterer ist seit 2012 ununterbrochen in Eckental dabei und hatte in diesem Jahr seinen mit Abstand besten Auftritt. Den letzten Schritt ins Finale machte er gegen Sebastian Ofner mit 6:4, 6:4; exakt in der Hälfte der Spielzeit des ersten Halbfinals.
Der erste Durchgang entwickelte sich trotz der Aufschlagstärke beider Halbfinalisten (Marterer 10 Asse, Ofner 9) zu einem Break-Festival Mitte des Satzes: Marterer-Break zum 3:2, Rebreak Ofner zum 4:4, Break Marterer zum 5:4, damit war der erste Satz quasi unter Dach und Fach.
So startete der nach den zwei Sätzen stürmisch gefeierte Lokalmatador auch in den zweiten Durchgang: Ein frühes Break ließ die Aktien steigen und Marter strich den Kursgewinn (6:4) verdientermaßen ein.
Halbfinal-Fazit: Es hatte nicht viel gefehlt, dass nach 2004 (Burgsmüller – Waske) wieder einmal ein deutsch-deutsches Endspiel stattgefunden hätte.
Bertram Wagner

Ergebnisse:
Einzel-Halbfinale: Marterer – Ofner (AUT) 6:4, 6:4; Janowicz (POL) – Bachinger 6:7(10), 6:4,6:3.
Finale: Marterer – Janowicz 7:6 (8), 3:6, 3:6.
Doppel-Halbfinale: K. Skupski (GBR) /N. Skupski (GBR) – Bury (BLR)/Siljestrom (SWE) 7:6 (10), 6:4; Arends (NED)/ Jebavy (CZE) – Bemelmans (BEL) /Molchanov (UKR) 7:5, 6:4.
Finale: Arends/Jebavy – K. Skupski/N.Skupski 6:2, 6:4.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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