Röthenbacher Baum war morsch

Fiel die Friedenslinde aus Altersschwäche?

Die Röthenbacher Feuerwehr benötigte fast vier Stunden, um die umgestürzte Friedenslinde zu entfernen, die auf zwei Autos und ein daneben liegendes Gebäude gefallen war. | Foto: Feuerwehr Röthenbach2018/08/Friedenslinde-Rothenbach-sturzt-auf-Autos-Foto-Feuerwehr.jpg

RÖTHENBACH — Ausgerechnet der 100. Einsatz der Röthenbacher Feuerwehr im Jahr 2018 war ein ganz besonderer: In der Schloßgasse war ein Baum umgestürzt, hieß es zunächst. Vor Ort stellten die Feuerwehrleute fest, dass es sich dabei um die Röthenbacher Friedenslinde handelte.

Am späten Dienstagnachmittag war der Baum auf zwei geparkte Autos, einen VW und einen Audi, und ein daneben liegendes Gebäude gefallen. Beide Fahrzeuge wurden laut Feuerwehr massiv beschädigt. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen der Laufer Polizei im hohen vierstelligen Bereich. Verletzt wurde niemand, da sich keine Personen in der Nähe befanden, als der Baum aus heiterem Himmel umkippte.

Linde war morsch

Vor Ort stellten die Feuerwehrleute fest, dass der Baum schwer geschädigt und morsch war und ohne Fremdeinwirkung oder Sturm umgefallen ist. Die Einsatzkräfte waren fast vier Stunden damit beschäftigt, die Linde zu entfernen. Auch Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker war vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Da stand sie noch: Die um 1900 gepflanzte Röthenbacher Friedenslinde wurde etwa 120 Jahre alt. | Foto: Zimmermann2018/08/Friedenslinde-Rothenbach.jpg

Die Friedenslinde war eine Institution in Röthenbach und stand länger, als jeder Röthenbacher auf der Welt ist, schreibt die Röthenbacher Feuerwehr auf ihrer Facebook-Seite. Den Baum soll Konrad Trunk gepflanzt haben, der laut dem Buch „Röthenbach an der Pegnitz. Stadt zwischen Pegnitztal und Moritzberg“ von Leonhard Herbst ein hoch engagierter Lehrer gewesen sein soll.

Im Buch finden sich zwar nur wenige Informationen über die Geschichte der Linde, dafür aber einiges über Trunk. Dieser gründete mehrere Vereine in Röthenbach, darunter das Volksbildungswerk. Älter als 1897 kann die Linde nicht sein, da Trunk erst in diesem Jahr nach Röthenbach kam. Den Baum soll er um 1900 zusammen mit seinen Schülern als Erinnerung an das Ende des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/1871 gepflanzt haben.

N-Land Anne Cichon
Anne Cichon