Sturmtief „Fabienne“

Feuerwehren im Dauereinsatz

In der Laufer Dachsbergstraße stürzte ein Baum auf mehrere Autos.
In der Laufer Dachsbergstraße stürzte ein Baum auf mehrere Autos. | Foto: Feuerwehr Lauf2018/09/DSC007873.jpg

NÜRNBERGER LAND — Auf Autos gestürzte Bäume und abgedeckte Dächer: Das Unwetter „Fabienne“ hat in der Nacht auf Montag im Nürnberger Land zum Teil große Schäden hinterlassen.

Insgesamt wurden die Feuerwehren nach Angaben des Landratsamts in Lauf zu 300 Einsätzen alarmiert. Einsatzschwerpunkte waren das Pegnitz- und das Sittenbachtal, das obere Schnaittachtal sowie die Gemeinden Happurg und Pommelsbrunn.

Alleine die Feuerwehren im Schnaittacher Gebiet mussten in der Nacht an die 40 Mal ausrücken, Lauf und seine Ortsteile meldeten 20 Einsätze. Röthenbach hingegen blieb von „Fabienne“ verschont. Im südlichen Landkreis verzeichneten die Feuerwehren in den Gemeinden Burgthann, Feucht, Altdorf und Schwarzenbruck 50 Alarmierungen.

„Wir haben viel Glück gehabt, dass niemandem etwas passiert ist“, sagt Kreisbrandrat Norbert Thiel – denn Verletzte gab es nach derzeitigem Wissenstand nicht.

Stromausfall in bis zu 40 Orten

Bei Güntersthal im Nürnberger Land sorgte ein Blitzeinschlag an einem Umspannwerk dafür, dass das das obere Pegnitztal bis zu zwei Stunden ohne Strom auskommen musste. Auch in Simmelsdorf, Osternohe und Hedersdorf kam es zu einem Stromausfall. Durch den Blitzeinschlag riss eine Hochspannungsleitung. Das verursachte einen Waldbrand auf etwa 1000 Quadratmetern Fläche.

Besonders arbeitsintensiv für die Feuerwehr war ein Einsatz in Neunhof; hier beschädigte der Sturm eine Photovoltaikanlage auf dem Dach einer Schreinerei. Zusammen mit dem Technischen Hilfswerk demontierten die Ehrenamtlichen die Anlage.

In der Laufer Dachsbergstraße stürzte der abgebrochene Ast eines Ahornbaums auf drei Autos. In der Eckertstraße brach ebenfalls ein großer Ast von einer Platane ab. Die Straße zwischen Schnaittach und Enzenreuth musste gesperrt werden, weil dort drei Bäume umgefallen waren. In Hedersdorf brach durch eine heftige Windböe die Koppe einer hohen Erle und fiel in die Schnaittach.

Zug stand auf der Strecke

Zu größeren Ausfällen kam es im Bahnverkehr; zwischen Neunkirchen am Sand und Simmelsdorf-Hüttenbach fielen noch am Montagmorgen ebenso Züge aus wie auf der Gräfenbergbahn. Die Bahnlinie zwischen Hohenstadt und Neuhaus war am Sonntagabend durch insgesamt 25 umgestürzte Bäume blockiert. Die Feuerwehren Neuhaus und Velden beseitigten die Bäume und kümmerten sich zusammen mit dem Arbeiter-Samariter-Bund um rund 150 Fahrgäste eines Pendolinos, die in Neuhaus festsaßen.

Kreisbrandrat Norbert Thiel schätzt, dass rund 1.200 Feuerwehrleute von 50 Feuerwehren im Einsatz waren.

N-Land Andreas Sichelstiel
Andreas Sichelstiel