Feuchter gewinnen 4:0 gegen Friesen

„Wir fühlen uns in der Jägerposition wohl“

Einer der schönsten Spielzüge der Partie: Über Stephan König kommt der Ball zu Sturmpartner Nico Wessner (Mitte), der dann überlegt am Torhüter vorbei einschiebt. | Foto: Kaufmann2018/10/scfeucht_svfriesen.jpg

FEUCHT – Frühschoppenspiele und der SC Feucht, langsam aber sicher scheint sich daraus eine echte Liebesbeziehung zu entwickeln. Auch in der dritten Sonntagmittag-Partie dieser Saison hat der Tabellendritte mit dem 4:0 (2:0) gegen den SV Friesen drei verdiente und darüber hinaus noch ganz wichtige Punkte eingefahren.

Die beste Nachricht des Wochenendes erreichte die Feuchter bereits am Samstagnachmittag. Die Konkurrenz um die beiden Aufstiegsplätze hatte nämlich nach einer gefühlten Ewigkeit endlich mal wieder gepatzt. Spitzenreiter FC Eintracht Bamberg hatte sich im Aufsteigerduell mit dem FC Coburg ein 2:2 erlaubt. Ein unerwartetes Remis, das die Bamberger – da Verfolger Neudrossenfeld zeitgleich gegen Memmelsdorf 3:1 gewann – die Tabellenführung kostete. Für Feucht bestand also die Aussicht, an diesem Spieltag zwei Punkte gutzumachen. Allerdings mussten sie dafür zuerst Friesen niederringen.

Lob für die Spielkultur

Dementsprechend motiviert und konzentriert gingen die Feuchter die Partie gegen den Club aus dem Mittelfeld der Landesliga Nord Ost an. Während zuletzt bei den Gastgebern häufig der Vorwärtsgang geklemmt hatte, spielten sie am Sonntag wie aus einem Guss in Richtung Friesener Tor.

Weniger über die Außen und vor allem nur ganz selten mit langen Bällen, sondern mit ganz wenigen Kontakten auf direkten Weg wurde die Kugel nach vorne in die gefährliche Zone befördert. Kein lästiges Gekreisel um den Straraum herum, sondern immer wieder scharfe Pässe in die Schnittstellen der Friesener Abwehr bestimmten in Durchgang eins das Bild des SC Feucht. Dafür gab‘s von den Rängen mehrmals reichlich Szenenapplaus und von Trainer Florian Schlicker hinterher sogar ein dickes Extra-Lob für die gezeigte Spielkultur. „Ich freue mich besonders, dass wir uns heute aus dem Spiel heraus so viele Torchancen erarbeitet haben“, so Schlicker.

Das erste Tor für den SC fiel dennoch nach einem Einwurf. In der 19. Minute kam der Ball auf Höhe der Strafraumgrenze nach einer Kopfballverlängerung zu Fabian Klose, der die Kugel dann aus 16 Metern mit Schmackes in die Maschen drosch – 1:0. Zuvor hatten es schon Felix Spielbühler und Nico Wessner aus deutlich besserer Positionen versucht, aber beide Male knapp daneben oder drüber gezielt.

Starke Abwehrleistung

Ein wahres fußballerisches Kunststück war dann das 2:0. In der 37. Minute kam der Ball über Wessner erneut zu Klose. Der für seine feine Ballbehandlung bekannte Mittelfeldspieler marschierte noch ein paar Meter und zimmerte die Kugel dann aus 20 Meter Torentfernung mit dem linken Fuß an den rechten Innenpfosten, von wo er Ball ins Netz sprang. Trotz der verdienten Führung der Hausherren gaben die Friesener jedoch nie auf und hatten kurz vor dem Seitenwechsel selbst noch zwei hochkarätige Möglichkeiten auf den Anschlusstreffer.

Dass den Gästen auch in Hälfte zwei kein Tor gelang, und die Partie damit nicht unnötig spannend wurde, war zum einen der starken Abwehrleistung der gesamten Mannschaft und ganz besonders Innenverteidiger Junior Mbetsi Mbetssi zu verdanken, zum anderen dem kuriosen 3:0 der Feuchter gleich nach der Halbzeit. Ein Freistoß für die Feuchter in der 50. Minute: Klose tritt an, zirkelt den Ball Richtung Sechzehner, die Kugel fliegt und fliegt und liegt dann plötzlich im Tor. Im Spielberichtsbogen wurde hinterher zwar Stephan König als Torschütze genannt, ob der SC-Stürmer den Ball wirklich noch mit dem Kopf berührt hat, ist jedoch ungewiss. Auf jeden Fall war es für die Feuchter der vorentscheidende Treffer. Denn mit diesem Tor hatten sie ihren Gästen endgültig den Zahn gezogen. Der SC konnte nun souverän in den Verwaltungsmodus umschalten, während sich Friesen immer mehr in sein Schicksal fügte.

Nur einmal noch bestand kurz Gefahr für die Feuchter Null, aber SC-Keeper Andreas Sponsel reagierte blitzschnell und entschärfte den Schuss aus kurzer Distanz von Marcel Lindner mit einer Glanzparade. Auf der Gegenseite hatte SV-Keeper Tobias Bauernschmidt wenig später nicht so viel Glück, als Nico Wessner in der 79. Minute den Ball an ihm vorbei zum finalen 4:0 ins Netz schob.

Nächsten Sonntag steht schon das nächste Frühschoppenspiel im Waldstadion an. Gegner ist dann Aufsteiger FC Vorwärts Röslau

Stimmen zum Spiel

Florian Schlicker, Trainer 1. SC Feucht: „Das war eine sehr gute Leistung von meiner Mannschaft. Es hat Spaß gemacht, den Jungs heute zuzuschauen. Nur an der Chancenverwertung müssen wir noch arbeiten. Aktuell fühlen wir uns wohl in der Jägerposition. Jetzt soll mal die Liga schauen, dass sie die beiden Mannschaften da oben stoppt.“

1. SC Feucht: Sponsel, Leikam (79. Uwadia), Ivic, Ahmed (60. Boynügrioglu), Klose, Eckert, Mbetssi, Spielbühler (69. Langhans), Oltean, Wessner, König

SV Friesen: Bauerschmidt, Münch, Sesselmann, Söllner (61. Tögel), Altwasser, Nützel (25. Firnschild), Brandt, Baier, Wiebach, Lindner, Schülein (46. Müller)

Schiedsrichter: Marcel Schiller (Cortendorf)

Zuschauer: 117

Tore: 1:0 Klose (19.), 2:0 Klose (37.), 3:0 König (50.), 4:0 Wessner (79.)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann