SC Feucht spielt 1:1 in Großbardorf

Wenn selbst ein Punkt beim Meisterfavoriten zu wenig ist

Jetzt ist beim SC Feucht Zusammenhalten angesagt. Denn für die wahrscheinliche Relegation muss die Truppe nochmal alle Kräfte mobilisieren. | Foto: dme2017/05/tsvgrossbardorfscfeucht1.jpg
Raiba Fallback

FEUCHT – Der 1. SC Feucht hat am Samstag im letzten Auswärtsspiel der Saison 2016/17 in der Bayernliga Nord beim Spitzenklub TSV Großbardorf ein 1:1 (1:0)-Unentschieden geholt. Trotz großer Personalprobleme der Gäste sahen die 280 Zuschauer einen starken Auftritt der Feuchter Mannschaft. Fatih Boynügrioglu traf zum 1:1-Endstand. In der Schlussminute hatte Michal Nowak die große Möglichkeit zum 2:1-Siegtreffer, doch der Ball sprang von der Unterkante der Latte deutlich ins Feld zurück. Damit droht der Mösle-Elf weiter die Abstiegs-Relegation. Am letzten Spieltag muss Feucht unter allen Umständen das Heimspiel gegen den ASV Neumarkt gewinnen, der aus dem Aufstiegsrennen am Samstag ausgeschieden ist.

Die Stimmung im Feuchter Lager war vor dem Anpfiff gedämpft. Denn als das Schiedsrichtergespann mit Weidener Autonummer vorfuhr, witterten die Mittelfranken Verschwörung. Zumindest hatte diese Einteilung, Roman Solter kommt aus dem nur elf Kilometer von Weiden entfernten Mantel-Weiherhammer und Weiden steckt bekanntlich auch noch im Kampf um den Klassenerhalt. Die Voraussetzungen vor diesem Spiel waren klar: Großbardorf musste unbedingt gewinnen, um im Rennen um Platz zwei zu bleiben, und Feucht brauchte auch einen Dreier, um die Relegation Richtung Landesliga zu vermeiden.

Feuchts Kapitän Matthias Heckenberger (rotes Trikot) hätte mit einem Freistoß am Ende fast noch für die Entscheidung gesorgt. | Foto: dme2017/05/tsvgrossbardorfscfeucht2.jpg

Die Anfangsphase konnte der SC eindeutig offen gestalten. Weil es doch um so viel ging, war die Zuschauerresonanz enttäuschend. Im Spiel der Grabfeld-Gallier war deutlich zu erkennen, dass die Heimelf mit dem Druck nicht fertig wurde. Es gab kaum Chancen und wenn mal ein Ball Richtung Feuchter Gehäuse kam, dann war der gewohnt sichere Rückhalt Andreas Sponsel zur Stelle. Eine sehr strittige Situation folgte in Minute 38. TSV-Kapitän Manuel Leicht flankte von rechts ins Zentrum. Der Ball fiel herunter und dabei auf den leicht abgewinkelte Unterarm von Felix Spielbühler. Der Schiedsrichter ließ weiterlaufen aber der um 20 Meter weiter entfernte Assistent an der Linie hob plötzlich die Fahne. Nun ertönte der Pfiff und die Geste Elfmeter und das zum Entsetzen der Feuchter Anhängerschar. Björn Schönwiesner ließ sich die Chance nicht entgehen, schoss von ihm aus rechts unten ein zum 1:0.

SC mit Verletzungspech

Wenig später musste Michael Eckert verletzt raus: „Es wäre wohl besser gewesen, wenn ich nicht gespielt hätte“, sagte Eckert, dem sein rechter Oberschenkel wieder Probleme bereitete (41.). Nico Wessner kam in die Partie, musste kurz vor dem Ende aber wieder runter, weil er noch nicht richtig fit ist. Zwischendurch musste auch schon Alexandros Nikopoulus an der Leiste behandelt werden, er blieb in der Kabine und kam zur zweiten Halbzeit nicht mehr zurück. Für ihn lief Christian Vitzethum auf, der eine guter Rückhalt in der Innenverteidigung war.

Alu rettet Großbardorf

Im zweiten Durchgang änderte sich wenig am Geschehen. Aufregung gab es, als wie bei der Elfmetersituation sich Maximilian Zang im eigenen Strafraum den Ball an die Hand schoss, doch da blieb die Pfeife des Unparteiischen stumm (55.). Großbardorf setzte in der Folge binnen kurzer Zeit den Ball zweimal ans Aluminium. Erst war es André Rieß, der von halbrechts den Querbalken traf (63.) und dann traf Shaban Rugovaj den rechten Pfosten (65.). Wäre da das 2:0 gefallen, es wäre für Feucht sicher schwer geworden.

Damit war es dann aber auch vorbei mit den Gastgebern. Feucht blieb im Spiel und als der TSV nach einem Standard nicht klären konnte kam Fatih Boynügrioglu heran, hämmerte den Ball aus 14 Metern über den Umweg Unterkante der Latte ins Netz zum verdienten 1:1-Ausgleich (68.). Feucht blieb gefährlich, von Großbardorf kam nichts mehr. In der Schlussminute dann noch einmal ein Freistoß, den Feuchts Kapitän Matthias Heckenberger ausführte. Der brachte die Kugel vor das Tor, wo Nowak dem Ball eine Richtungsänderung gab. Aber das Leder sprang an die Unterkante des Querbalkens und vor dort 40 Zentimeter vor der Linie auf den Boden. Tormann Marcel Wehr konnte nun klären und im selben Moment pfiff der Referee die Begegnung ab.

Feucht muss nun am letzten Spieltag auf Schützenhilfe hoffen. Die Heimpartie gegen den ASV Neumarkt muss gewonnen werden und gleichzeitig muss die SpVgg Ansbach daheim gegen den 1. FC Sand verlieren. Dann reicht es zu Platz 14, der am Saisonende den Klassenerhalt bedeutet.

Stimmen zum Spiel:

Klaus Mösle (Trainer 1. SC Feucht): „Meine Mannschaft hat hier einen ordentlichen Auftritt abgeliefert. Natürlich hatten wir personelle Probleme und mussten bis zur Halbzeit schon zweimal wegen Verletzungen wechseln. Wir sind nach dem fragwürdigen Elfmeter wieder zurückgekommen und hätten mit der allerletzten Aktion beinahe noch den Siegtreffer erzielt. Wir haben Großbardorf nicht ins Spiel kommen lassen und konnten sicher mit dem Druck gewinnen zu müssen besser als der Gegner umgehen.“

Dominik Schönhöfer (Trainer TSV Großbardorf): „Wir sind jetzt natürlich alle sehr enttäuscht, denn wir hatten ganz fest mit einem Sieg gegen Feucht gerechnet. Feucht hat ganz stark gespielt, war ein unangenehmer Gegner. Wir haben es zu Beginn der zweiten Halbzeit versäumt das 2:0 nachzulegen, zwei Chancen dazu waren da. Um heute gegen diesen Gegner zu gewinnen hätten wir eine sehr gute Leistung gebraucht, wir haben aber nur eine gute Leistung gebracht. Respekt dem Gegner. Wir müssen leider nun mit dem einen Punkt leben.“

TSV Großbardorf: Marcel Wehr – Maximilian Zang, Lennart Seufert (79. Jean-Bosco Makengo), Marcel Hölderle, Dominik Zehe, Stefan Piecha, André Rieß, Björn Schönwiesner, Markus Kirchner, Manuel Leicht (87. Tobias Breunig), Shaban Rugovaj – Trainer: Dominik Schönhöfer.

1. SC Feucht: Andreas Sponsel – Alexandros Nikopoulus (46. Christian Vitzethum), Fatih Boynügrioglu, Johannes Pex, Frank Lincke, Felix Spielbühler, Oscar Ortiz, Matthias Heckenberger, Ljuban Ivic, Michal Nowak, Michael Eckert (41. Nico Wessner, 86. Stephan König) – Trainer: Klaus Mösle.

Schiedsrichter: Roman Solter (Mantel-Weiherhammer)

Zuschauer: 280.

Tore: 1:0 Björn Schönwiesner (38. Handelfmeter), 1:1 Fatih Boynügrioglu (68.).

Gelb-Rot: André Rieß (89./TSV Großbardorf/wiederholtes Foulspiel).

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