Raiba-Weihnachten

Feucht erhöht Trinkwasserpreise

Wasser wird teurer

Das Feuchter Trinkwasser wird teurer: Künftig kostet der Kubikmeter 2,12 Euro und damit 16 Cent mehr als bislang. | Foto: Geist2017/10/Feucht-FGW-Trinkwasser.jpg

FEUCHT – Der Marktgemeinderat hat einer Erhöhung der Wasserpreise um 16 Cent zugestimmt. Damit kostet der Kubikmeter Trinkwasser ab Januar 2,12 Euro. Zusätzlich kommt auf die Verbraucher eine Grundgebühr von 2,50 Euro pro Haushaltszähler zu. Im Gegenzug für die erste Preiserhöhung seit acht Jahren verzichtet der Markt darauf, das Defizit der vergangenen vier Jahre auf die Kunden umzulegen.

Sanierungen hatte ein Loch von 340 000 Euro gerissen. Ferner diskutierte der Marktgemeinderat über den Verkaufspreis der Grundstücke an Bienenweg und Liegnitzer Straße sowie steigende Kosten für die Buslinie 50 sowie die beiden Nightliner.

Hoher Investitionsbedarf

Die Erhöhung des Wasserpreises gehe in erster Linie auf einen hohen Investitionsbedarf in Wasserförderung und Leitungsnetz zurück, erläuterte Raimund Vollbrecht, Geschäftsführer der Feuchter Gemeindewerke (FGW). Hochgerechnet auf einen Drei-Personen-Haushalt ergebe sich aus der Kombination von Grundgebühr und Kubikmeter-Preis eine Erhöhung von 3,57 Euro pro Monat. „Der Liter Wasser wird damit um 0,09 Cent teurer. Ich möchte mal sehen, wie sich der Preis für die PET-Flasche im Discounter in den vergangenen acht Jahren entwickelt hat“, meinte Vollbrecht angesichts acht Jahren stabiler Preise.

Marktgemeinderat Herbert Bauer (CSU), der im Aufsichtsrat der FGW an der Preisgestaltung mitgearbeitet hatte, sprach von einem „fairen und gerechten Mix, einer sozialen und sinnvollen Lösung im Sinne der Bürger“. Und er betonte, dass man sich aufgrund der guten wirtschaftlichen Situation der Gemeindewerke dazu entschlossen habe, das Defizit der vergangenen Jahre nicht den Kunden anzulasten. Ganz ähnlich äußerte sich auch SPD-Fraktionsvorsitzender Lothar Trapp. Dessen Kollegin Inge Jabs meinte, sie hätte auch nichts gegen eine Erhöhung um 20 Cent gehabt, um einen Anreiz zum Wassersparen zu schaffen. Gemäß der Prämisse: „Was nix kostet, ist nix wert.“ Eine solche Initiative laufe jedoch ins Leere, erläuterte Bauer. Denn jeder finanzielle Überschuss müsse dem Kunden in der nächsten Abrechnungsperiode erstattet werden.

Markt zahlt Baukindergeld

Beim Verkauf der Grundstücke an Bienenweg und Liegnitzer Straße entschied sich der Marktgemeinderat mit 19:3 Stimmen für ein sogenanntes Baukindergeld, das Marktgemeinderat Oliver Siegl (CSU) beantragt hatte. Jeden Bauherr unterstützt der Markt Feucht nun mit 5 000 Euro pro minderjährigem Kind. Auf diese Weise sollen junge Familien entlastet werden.

Zwischen 345 und 387 Euro pro Quadratmeter werden die Grundstücke am Bienenweg kosten. | Foto: Geist2017/10/Feucht-Hauptausschuss-Bienweg.jpg

Für die Kleinen kommt diese Unterstützung jedoch einem Tropfen auf den heißen Stein gleich. Sie präferierten ein Modell, das ortsansässigen Käufern einen Abschlag von bis zu 20 Prozent beschert hätte. „Ich bin bitter enttäuscht, dass wir kein Einheimischen-Modell zustande gebracht haben“, sagte Gerd Steuer (UCS) und prognostizierte, dass sich nun keine jungen, sondern mittelalte Familien ansiedeln werden.

500 000 Euro für Einfamilienhaus

500 000 Euro für Einfamilienhaus und Grundstück, das könne sich eine junge Familie schlichtweg nicht leisten. Und bei den Doppelhaushälften sehe es auch nur etwas besser aus. Dem widersprach Bürgermeister Konrad Rupprecht. Er sei überzeugt, dass hier auch junge Familien in Zusammenarbeit mit ihrer Hausbank Lösungen finden werden. Siegl meinte zudem, dass sich auch der Markt Feucht den Gesetzen des Marktes nicht entziehen könne und „wir haben nichts zu verschenken, aber wir bieten mit dem Baukindergeld ein Bonbon an, mit dem Familien arbeiten können“.

Hannes Schönfelder (SPD) erklärte zudem, ein Einheimischen-Modell sei rechtlich gar nicht möglich, da die Grundstücke bereits Bauland gewesen seien, bevor sie der Markt Feucht erworben habe. Die Grundstücke an der Liegnitzer Straße werden nun zwischen 377 und 410 Euro, am Bienenweg zwischen 345 und 387 Euro pro Quadratmeter kosten. Bei der Vergabe der Grundstücke werden Familien und Feuchter Bürger bevorzugt (wir berichteten).

Feucht sagt Ja zum Nightliner

Für die Buslinie 50 sowie die Nightliner N15 und N55 muss der Markt Feucht ab 2018 mehr bezahlen. Schuld daran sei eine neue EU-Richtlinie, erläuterte Ordnungsamtsleiter Jens Söckneck. Dernach seien Veträge zwischen Kommune und Anbieter nicht mehr zulässig. Stattdessen müsse der Markt Feucht eine Vereinbarung mit dem Landkreis schließen. Bereits in der vergangenen Bauausschuss-Sitzung hatte Rupprecht erklärt, dass die VAG ihre internen Kosten bislang nicht weitergereicht habe. Dies sei nun nicht mehr möglich. Daraus resultiert die Kostensteigerung in noch nicht bekannter Höhe. „Man könnte auch sagen: Wir haben bisher Glück gehabt“, meinte Söckneck, ehe sich der Marktgemeinderat einstimmig für den Erhalt dieser freiwilligen Buslinien aussprach

Interessenten der Grundstücke an Bienenweg und Liegnitzer Straße können sich ab Montag, 6. November, bewerben. Bis dahin sollen laut Verwaltungsmitarbeiterin Anja Korngiebel auch alle nötigen Informationen auf der Website der Marktgemeinde unter www.feucht.de zu finden sein.

N-Land Christian Geist
Christian Geist