Mittelzentrum Feucht-Schwarzenbruck-Wendelstein

Trio ist jetzt stärker als zuvor

Die drei Bürgermeister Werner Langhans aus Wendelstein, Konrad Rupprecht aus Feucht und Bernd Ernstberger aus Schwarzenbruck (v.l.) applaudieren Ministerpräsident Markus Söder (r.), als der zur Erhebung ihrer Kommunen zum Mittelzentrum gratuliert. | Foto: Blinten2018/07/Schwarzenbruck-Mittelzentrum-1.jpg

SCHWARZENBRUCK/FEUCHT – Feucht, Schwarzenbruck und Wendelstein bilden ab sofort ein Mittelzentrum. Seit 2014 haben die drei Kommunen daran gearbeitet, im Landesentwicklungsplan als solches eingestuft zu werden, jetzt ist das Ziel erreicht – Anlass für die drei Bürgermeister, gemeinsam mit Ministerpräsident Markus Söder am Alten Kanal, in der Nähe des geographischen Schnittpunkts der Gemeinden, einen Stein mit Aufschrift zu enthüllen, der an die Gründung des neuen Mittelzentrums erinnert.

Und was haben wir davon, fragen die Bürger, wenn sie von der Erhebung der drei Kommunen hören. Eine bessere Infrastruktur, sagen die Bürgermeister Konrad Rupprecht (CSU) aus Feucht, Bernd Ernstberger (SPD) aus Schwarzenbruck und Werner Langhans (CSU) aus Wendelstein. In den zu einem Mittelzentrum gehörenden Kommunen ist es beispielsweise erheblich leichter, Fachärzte anzusiedeln, weiterführende Schulen oder Berufsschulen oder auch Schwimmbäder zu bauen.

Und neue Einkaufsmöglichkeiten können hier geschaffen werden, die in Unterzentren nicht möglich sind. Oder ein ganz banales Beispiel: Wäre Feucht schon Mittelzentrum gewesen, als die Bahn seinerzeit ihren Fahrkartenverkauf umstrukturierte, dann hätte die Marktgemeinde den Schalter am Bahnhof nicht verloren.

Der Landesentwicklungsplan (LEP), das betont Söder anlässlich der Erhebungsfeier, legt fest, welche geographischen Räume sogenannte Perspektivräume sind. Und die hiesigen drei Kommunen erfüllen genau diese Ansprüche des LEP, sie haben Entwicklungspotenzial. „Wenn Sie sich jetzt zusammen schließen, dann kann durch Kooperation etwas starkes entstehen“, sagte Söder an die Adresse der drei Bürgermeister.

Mittelzentren auf dem Land sind für den Ministerpräsidenten auch ein starkes Signal, nicht alles auf Nürnberg zu konzentrieren, sondern die Lebensqualität in der gesamten Metropolregion zu verbessern. Wichtig dabei: Die kooperierenden Gemeinden behalten ihre Selbstständigkeit, haben aber gemeinsam die Möglichkeit, ihre Infrastruktur den aktuellen Erfordernissen anzupassen.

Kooperation schon seit Jahren

Feuchts Bürgermeister Rupprecht sieht die Erhebung der drei Kommunen als Zukunftssicherung. Gemeinsam wolle man jetzt bestmöglich kooperieren.

Dem schließen sich seine Kollegen aus Wendelstein und Schwarzenbruck an. Wobei Schwarzenbrucks Bürgermeister Bernd Ernstberger darauf hinweist, dass es schon lange Verbindungen zwischen den Kommunen zum gegenseitigen Vorteil gibt. Er nennt unter anderem die gemeinsame Strom- und Gasversorgung und Schulstandorte. „Wir haben in der Vergangenheit schon viel miteinander erreicht und haben jetzt noch bessere Möglichkeiten“, betont Ernstberger. Möglichkeiten etwa für Schulen oder kulturelle Einrichtungen. Armin Kroder, der Landrat des Nürnberger Lands, sieht darin große Chancen. „Nutzt sie mit Klugheit und Gelassenheit“, ermuntert er die drei Bürgermeister.

Applaus also am Alten Kanal, als Söder zusammen mit den Rathauschefs den Stein aus Wendelsteiner Quarzit enthüllt, der mit seiner Aufschrift an die Erhebungsfeier erinnern soll. Als dann aber das Mikrofon am Rednerpult nicht funktioniert, droht Söder augenzwinkernd: „Na ja, da muss ich mir das mit der Unterschrift unter die Erhebung vielleicht noch mal überlegen.“ Späßchen gemacht, kann schon mal passieren, dass die Technik spinnt. Die Unterschrift jedenfalls kommt und die drei Nachbarkommunen sind ab sofort ein gemeinsames Mittelzentrum.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten