SC Feucht empfängt SV Friesen

Schlickers Wunschzettel

Letzte Saison beim Hinspiel im Waldstadion war Felix Spielbühler (am Ball) der Erfolgsgarant bei den Feuchtern. Mit einem Doppelpack besorgte er den verdienten Heimsieg gegen die Friesener. Umso ärgerlicher für den SC, dass er am Sonntag bei der erneuten Auflage des mittel-/oberfränkischen Duells aufgrund von Leistenproblemen vermutlich fehlen wird. | Foto: Kaufmann2018/10/DSC_1501.jpg

FEUCHT – Okay, bis Weihnachten ist es noch ein wenig hin, aber frühzeitig seinen Wunschzettel zu formulieren hat bekanntlich noch nie geschadet. SC-Trainer Florian Schlicker hat deshalb bereits jetzt indirekt erklärt, was er gerne von seinen Spieler auf den Gabentisch gelegt hätte: einen Aufstiegsplatz. So könnte man den 38-Jährigen zumindest zu verstehen, wenn er sagt: „Wenn wir bis Weihnachten kein Spiel mehr verlieren, rutschen wir oben rein.“ Bis es soweit ist, haben die Feuchter allerdings noch die ein oder andere komplizierte Aufgabe zu erledigen. Und die erste wartet gleich am kommenden Sonntag (Anpfiff 11 Uhr) mit der Partie gegen den SV Friesen im heimischen Waldstadion.

Inklusive des Frühschoppen-Kicks gegen die Oberfranken haben die Feuchter noch acht Partien vor der Brust, bis sie sich in die dann hoffentlich verdiente Winterpause verabschieden dürfen. Acht Spiele, acht Siege? Das ist angesichts der Gegner, die bis auf Neudrossenfeld (am 16. November) aktuell in der Tabelle alle hinter dem SC rangieren, keine Mission impossible. Um einen der ersten beiden Plätze zu erreichen, muss trotzdem die Konkurrenz irgendwann patzen – und das am besten gleich mehrmals.

Schlicker ist jedoch viel zu sehr Gentleman, um diese Hoffnung auch öffentlich zuzugeben, stattdessen betont er: „Ich wünsche keinem unserer Konkurrenten Niederlagen, wir müssen vielmehr auf uns selber schauen und unsere eigenen Aufgaben erledigen.“

„Unangenehme Mannschaft“

Da hat er natürlich recht. Friesen ist beispielsweise ein Team, dessen Spielweise mit dem Begriff eklig wohl nicht falsch beschrieben ist. Zudem haben die Gäste mit Ex-Bundesligaprofi Armin Eck (u.a. FC Bayern, HSV Arminia Bielefeld) einen Trainer, der mit allen Wassern gewaschen ist. Nicht umsonst gehört der Sportverein aus dem gleichnamigen Kronacher Stadtteil seit Jahren zur Stammbesetzung diverser Landesligen.

Die Bilanz der Zeidler gegen Friesen ist zwar positiv, in den letzten vier Aufeinandertreffen gelangen zwei Siege und zwei Unentschieden, „aber das waren immer knappe Spiele“, hat Schlicker erfahren und erwartet deshalb für den Sonntag eine ähnlich „enge Kiste“. Schlicker weiter: „Friesen ist eine sehr unangenehme Mannschaft und mit Christian Brand, dem ich schon oft in meiner Karriere begegnet bin, haben sie einen Spieler, der weiß, wo das Tor steht.“

Glücklicherweise haben die Feuchter von dieser Sorte Spieler gleich mehrere, so dass selbst der Langzeit-Ausfall ihres besten Stürmer Szymon Pasko in den letzten Wochen kaum ins Gewicht fiel. Seine Vertreter Stephan König und vor allem Nico Wessner machten ihre Sache so gut, dass sich der Acht-Tore-Mann wenn er ab nächste Woche seine Sperre endlich abgesessen hat, vermutlich erstmal hinten anstellen muss. König und Wessner haben auf jeden Fall gegen Friesen noch mal die Möglichkeit, weiter Pluspunkte bei ihrem Trainer zu sammeln.

SC-Quartett muss passen

Andere dagegen nicht. Auch am Sonntag muss Schlicker mal wieder auf bewährte Stammkräfte verzichten. Julian Schäf fehlt definitiv aufgrund eines privaten Termins. Bei Felix Spielbühler (Leistenprobleme) sowie dem erst wiedergenesene Lino D‘Admo und Yasar Kaya , die beide die Grippe erwischt hat und deshalb unter der Woche nicht trainieren konnten, steht noch nichts Endgültiges fest. Große Hoffnungen auf einen Einsatz des Trios macht sich Schlicker jedoch nicht.

Allerdings hat sich die Personallage mittlerweile beim SC so entspannt, dass selbst der Ausfall von vier Leistungsträgern den Verantwortlichen keine schlaflose Nächte bereitet. „Wir werden eine gute Mannschaft auf den Platz schicken und trotzdem noch fünf bis sechs Spieler auf der Bank haben“, verspricht Schlicker. Und wer weiß, vielleicht steht auf seinem Weihnachtswunschzettel ja auch noch die ein oder andere Verstärkung, wenn das Transferfenster demnächst wieder öffnet.

So könnte der SC Feucht spielen: Sponsel – Leikam, Uwadia, Ivic – Oltean, Mbetssi, Eckert, Ahmed, Klose – König, Wessner

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann