Personalnot beim SC Feucht

Schlicker packt die Schoner aus

Vielleicht bekommen die Feuchter Fans in Mitterteich nochmal einen Florian Schlicker in Aktion (so wie hier im Fürther Trikot) zu sehen. | Foto: Zink2018/08/20041120_spvgg2_passau_143.jpg

FEUCHT – Die Feuchter leiden derzeit am WM-Syndrom. Was sich beim Turnier in Russland gezeigt hat, scheint sich aktuell nahtlos auch in der Landesliga Nord Ost fortzusetzen. Spielstarke Mannschaften wie der Sportclub kommen mit Teams, die eher auf eine destruktive Spielweise setzten, immer schlechter zurecht. Das hat sich bei der Feuchter Heimniederlage gegen Selbitz gezeigt. Und jetzt muss die Schlicker-Truppe am Samstag (15 Uhr) auch noch bei einem Team antreten, das den Beton-Fußball sogar ganz offen als „Erfolgsrezept“ anpreist: die Remis-Könige aus Mitterteich.

Deren Trainer Andreas Lang versucht erst gar nicht, die Mauer-Taktik seiner Truppe irgendwie schönzureden. „Gegen Feucht setzen wir erneut auf unser bewährtes Erfolgsrezept: Hinten stabil stehen und dann gelegentliche Konter setzen. Wir wollen ein unbequemer Gegner sein, um den Feuchtern das Leben so schwer wie möglich zu machen.“ Eine Ansage, die leicht erahnen lässt, was den Zeidlern in Mitterteich blüht: Belagerungsfußball vom Feinsten, die SC-Indianer gegen die SV-Wagenburg.

„Darunter leidet der Fußball“

SC-Coach Florian Schlicker hat diesen allgemeinen Trend registriert, kann dem „Wir-stellen-uns-hinten-rein“-Konzept aber nichts abgewinnen. „Ich finde es schade, wenn Mannschaften verstärkt so defensiv agieren. Natürlich ist es einfacher zu verteidigen, als das Spiel zu machen. Aber darunter leidet der Fußball“, betont der 37-Jährige.

Sein Konzept, um das Mitterteicher Bollwerk zu knacken, lautet: „Man muss den Gegner ins Laufen bringen und geduldig bleiben.“ Und ganz wichtig: „Wir dürfen keine einfachen Fehler mehr machen!“ Gegen Selbitz war sein Team auch die spielbestimmende Mannschaft, brachte sich dann aber durch mehrere individuelle Patzer in Schwierigkeiten und um den Erfolg.

Dabei ist die taktische Ausrichtung des Gegner im Moment gar nicht Schlickers größtes Problem. Viel mehr macht im das Personaldilemma zu schaffen. „Ich weiß gar nicht, ob wir elf Mann auf den Platz bekommen“, so der SC-Coach. Die Roten Karten für Nicolae Oltean (vier Spiele Sperre) und Szymon Pasko haben die Misere noch zusätzlich verschärft.

Die Not ist sogar so groß, dass der ehemalige Abwehrspieler über ein Comeback als Spieler nachdenkt: „Meine letzte Partie war vor Jahren in der zweiten Mannschaft von Seligenporten. Ich werde auf jeden Fall mal meine alten Schoner raussuchen. Hoffe aber, dass ich nicht spielen muss.“

So könnte der SC Feucht spielen: Sponsel – Eckert, Leikam, Uwadia, Kaya – Ivic, Ahmed, Klose – Spielbühler, König, Boynügrioglu

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann