Prügelei bei Junioren-Spiel

SC wehrt sich gegen einseitigen Gewalt-Vorwurf

Eklat am Fußballplatz: Beim Spiel der B-Junioren des SC Feucht in Unterreichenbach musste sogar die Polizei anrücken. Allerdings bestreitet der Sportclub, dass seine Spieler die alleinige Verantwortung für den Vorfall tragen. | Foto: News 52017/05/polizei.jpg

FEUCHT – Gewalt am Fußballplatz – heutzutage ist das leider keine Seltenheit mehr. Erst vor einiger Zeit sorgte im Boten-Land ein Fall für großes Aufsehen, als ein Spieler des VfR Moorenbrunn III in einem B-Klassen-Spiel nach Tritten gegen den Kopf sogar ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. So dramatisch war der Vorfall bei weitem nicht, der sich am vergangenen Wochenende beim U17-Kreisliga-Spiel des 1. SC Feucht beim SV Unterreichenbach ereignet hatte. Die Aufregung ist dennoch riesig – vor allem beim SC Feucht.

Von allen Seiten werden die zwei beteiligten Feuchter Spieler nun als die alleinigen Sündenböcke der Eskalation dargestellt. Die Polizei ermittelt und zudem muss der Verein mit harten Sanktionen rechnen. Was ist aber wirklich passiert? Das zeigt ein mit dem Smartphone selbstgedrehtes Video der Ereignisse, das der Redaktion vorliegt und das in seiner Eindeutigkeit erklärt, warum die Feuchter Verantwortlichen so sauer sind und die Anschuldigungen so auf keinen Fall stehen lassen wollen.

Wie das „Schwabacher Tagblatt“ berichtet, habe sich die Auseinandersetzung so abgespielt: „Nach Auskunft der Polizeiinspektion Schwabach sei ein harter Zweikampf, der vom Unparteiischen auch geahndet worden sei, der Auslöser gewesen. Daraufhin sei der an diesem Zweikampf beteiligte Spieler des SV Unterreichenbach von einem Feuchter Akteur in den Schwitzkasten genommen worden, als er von zwei Spielern des 1. SC Feucht mit Fäusten und Füßen traktiert worden war.“ Unstrittig ist tatsächlich das Foul, das einem Bodycheck bei Eishockey gleichkommt, und die darauffolgende Reaktion des Feuchter Spielers, der seinen Kontrahenten in den Schwitzkasten nimmt. Was den restlichen Ablauf der Ereignisse anbelangt, sind aber nach Sichtung des Videos zumindest große Zweifel angebracht.

Wrestling und Rudelbildung

Zu sehen ist nämlich folgendes: Zwischen beiden Spielern entwickelt sich eine Rangelei inklusive gegenseitiger Wrestling-Einlage, die nicht auf den Fußballplatz gehört, aber so wahrscheinlich jedes Wochenende sogar in der Bundesliga vorkommt. Gleiches gilt für die darauffolgende Rudelbildung mit Spielern beider Mannschaften. So weit so unsportlich, aber leider auch nicht ungewöhnlich.

Ungewöhnlich und ziemlich erschreckend ist dagegen das, was im Anschluss an die Rudelbildung passiert. Von der Seitenlinie stürmen plötzlich erwachsene Männer, die wahrscheinlich doppelt so alt und doppelt so schwer sind wie die B-Jugendlichen, auf das Spielfeld. Sie rumpeln aus vollem Lauf mitten in die Gruppe hinein und es ist auf dem Video klar zu erkennen, wie sie nach den Feuchter Spielern schlagen und treten. Sollte die Polizei diese Videosequenz sehen, müsste sie wohl auch in diesem Fall ermitteln. SC-Vorstand Ralph Stefan ist angesichts dieser Bilder fassungslos und schwer empört über die einseitige Vorverurteilung seiner Spieler.

Spieler wurde gesperrt

In einer Stellungnahme für das Sportgericht fordert er deshalb, auch das Verhalten der Unterreichenbacher Eltern und Betreuer miteinzubeziehen. Konkret schreibt er: „Die Vorkommnisse sind mit den Werten des 1. SC Feucht nicht vereinbar. Entsprechendes Verhalten wird nicht geduldet. Der SC Feucht hat den Spieler S. auch vereinsintern bereits bis auf Weiteres, längstens bis Saisonende für den Spielbetrieb gesperrt. (…) Wie dargestellt geht es uns nicht darum, dass nicht tatsächliche Verfehlungen angemessen sanktioniert werden. Weshalb aber nur die Spieler des SC Feucht als schuldig dargestellt werden verstehen wir allerdings nicht. Hier bitten wir schon die Aktionen der Eltern aus Unterreichenbach und auch die Reaktionen noch lange nach Spielabbruch zu beachten.“

Während die Polizei ermittelt und der Vater des betroffenen Unterreichenbacher Spielers angekündigt hat, zivilrechtlich Klage einzureichen, will man auf Feuchter Seite erst noch abwarten, wie das endgültige Urteil des Sportgerichts ausfällt. Unabhängig davon wollen die Feuchter aber versuchen, möglichst schnell die Unstimmigkeiten mit dem SV Unterreichenbach aus der Welt zu schaffen. Am besten mit einem Fairplay-Spiel, das bereits die Rückpartie sein könnte.

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann