2:0-Sieg in Mitterteich

SC überwindet die Mini-Krise

Geballte Faust nach dem frühen Führungstor durch Yasar Kaya: Michael Eckert (rechts) dreht ab zum Jubeln, während Mitterteichs Keeper Fabian Scharnagl bereits geschlagen ist und der Ball im Netz zappelt. Allerdings entstand der Treffer auch durch Mithilfe der Mitterteicher, die sich bei Kayas Freistoß aus 22 Metern ziemlich ungeschickt angestellt hatten. | Foto: Meier2018/08/svmitterteichscfeucht.jpg

MITTERTEICH/FEUCHT – Mit einem hochverdienten 2:0 (1:0)-Auswärtssieg beim SV Mitterteich ist der 1. SC Feucht am Samstag heimgekehrt. Die Truppe von Trainer Florian Schlicker holte sich nach zwei bitteren Niederlagen am sechsten Spieltag in der Landesliga Nordost im Stiftland den vierten Saisonsieg. Die Gäste waren zwar mit einer Notbesetzung angereist, zeigten aber die bessere Spielanlage und sind nun in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Die Treffer für den SC erzielten Yasar Kaya per Freistoß (6.) und Felix Spielbühler mit dem Kopf (83.).

Beim Blick auf den Spielbericht fiel auf, dass dort mit Nummer 2 der Name Florian Schlicker stand: „Ja, am Freitag kam die Spielgenehmigung. Wir sind ja personell so knapp, aber ich hoffe, dass ich nicht spielen muss“, so der 37-Jährige. Erstmals in der Startelf stand nach seinem Schien- und Wadenbeinbruch am 11. Januar 2018 Fatih Boynügrioglu, der eine gute Vorstellung bot und Anlass zur Hoffnung gibt, dass er sich demnächst einen Stammplatz erkämpfen kann: „Fatih hat ein gutes Spiel gemacht, das war in Ordnung“, lobte Schlicker.

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Mitterteich hatte einen unnötigen Freistoß vor dem eigenen Tor produziert. Yasar Kaya legte sich den Ball auf halbrechts etwa 22 Meter vor dem Tor zurecht. Kaya kickte die Kugel dann rechts an der Mauer vorbei flach ins Netz. Da sahen weder Abwehr noch Tormann Fabian Scharnagl gut aus (6.). Die Freude über diesen frühen Treffer im Gästelager war groß, das gab auf dem durch die wochenlange Sonneneinstrahlung verbrannten Rasen weiteren Auftrieb.

Fatih grübelt

Nur eine Minute später hätte bereits das 2:0 fallen können. Boynügrioglu steuerte ganz allein auf das Mitterteicher Tor zu, schoss dann aber den Keeper an, wozu er nach dem Spiel sagte: „Das war nach meiner schweren Verletzung die erste Situation dieser Art und da bin ich ins Grübeln gekommen, ob ich eventuell mit dem Torwart zusammenprallen könnte. Ich habe dann noch einen Chipball versucht, aber das hat nicht geklappt.“

Schnell wurde deutlich, dass die Gastgeber dem 1. SC Feucht das Wasser an diesem Tag nicht reichen können. Selten kamen die Hausherren durch, meistens verloren sie die Bälle im Aufbau. Eine richtige Torchance des SV Mitterteich gab es daher bis auf eine Ausnahme ganz am Schluss in der Nachspielzeit nicht zu sehen. Fünf Minuten vor der Pause eine weitere gute Gelegenheit für Feucht. Salim Ahmed hatte von rechts geflankt und in der Mitte kam Stephan König, der später mit einer Oberschenkelblessur raus musste, einen Schritt zu spät.

Eckerts zehnte Ampelkarte

Im zweiten Abschnitt hatten die Feuchter weiterhin alles unter Kontrolle. Eine Situation sorgte allerdings für Aufregung. Kevin Krassa, gerade eingewechselt, lief auf den bereits wegen einer Harmlosigkeit verwarnten Michael Eckert auf und blieb lange liegen. Der Schiedsrichter wollte zuerst keine Karte zeigen, denn es war ja gar kein Foul. Doch dann überlegte es sich der Referee anders, zog Gelb-Rot und Eckert marschierte zum zehnten Mal in seiner Karriere mit der Ampelkarte ab (61.).

Nun hätte es noch einmal eng werden können für die Gäste, aber die Oberpfälzer waren nicht in der Lage, die richtigen Mittel zu finden. Feucht blieb auch mit einem Mann weniger immer Herr der Lage. Als sich dann Ljuban Ivic auf dem rechten Flügel durchsetzte und in die Mitte flankte, kam Felix Spielbühler heran, köpfte den Ball in Richtung lange Ecke. Tormann Scharnagl war zwar noch mit den Fingerspitzen dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern (83.). Das war die Entscheidung in diesem Match bei 33 Grad plus.

Nur einmal wurde es noch gefährlich, als der SVM zu seiner einzigen Torchance kam. Marco Kießling hatte sich alleine durchgespielt wie im Slalom und aus 14 Metern abgeschlossen, der Ball flog aber deutlich am von Keeper Andreas Sponsel gehüteten Kasten vorbei. Wenig später war Schluss und Feucht hatte drei Punkte eingesackt. Bereits am kommenden Dienstag (18.30 Uhr) im Pokal steht die nächste Aufgabe für den SC an, der beim Bezirksligisten SK Lauf zum Derby antreten muss.

Stimmen zum Spiel:

Florian Schlicker (Trainer 1. SC Feucht): „Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung haben wir uns den Sieg verdient. Großen Respekt vor der Leistung der Mannschaft, denn wir hatten ja keine personellen Alternativen mehr. Heute haben wir uns endlich wieder für den großen Aufwand, den wir betrieben haben, belohnt.“

Andreas Lang (Trainer SV Mitterteich): „Feucht hat verdient gewonnen. Sie hatten mehr Ballbesitz und die bessere Spielanlage. Man hat auch qualitativ einen Unterschied zwischen beiden Mannschaft gesehen. Meine Mannschaft war bemüht, aber wir hatten nach vorne keine Durchschlagskraft. Ärgerlich, dass für beide Tore Standards der Ausgangspunkt waren.“

SV Mitterteich: Scharnagl – Watzlawik (86. Müller), Stich, Bächerl, Drechsler (59. Krassa), Dobras, Männl (73. Cavelius), Göhlert, Kießling, Wagner, Dürbeck

1. SC Feucht: Sponsel – Kaya, Leikam, Ivic, Uwadia, Eckert, Ahmed, Klose, Boynügrioglu, Spielbühler (87. Langhans), König (68. Nico Wessner)

Schiedsrichter: Florian Islinger (Hainsacker)

Zuschauer: 180.

Tore: 0:1 Yasar Kaya (6.), 0:2 Felix Spielbühler (83.).

Gelb-Rot: Michael Eckert (61./1. SC Feucht/wiederholtes Foulspiel).

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