Feucht holt 0:3-Rückstand auf

SC Furioso

Einer der Schlüsselspieler auf Feuchter Seite: Fatih Boynügrioglu (weißes Trikot) schob immer wieder über seine Seite an und erzielte das wichtige 3:2 für die Gäste. | Foto: kk2017/07/scschwabachscfeucht.jpg

SCHWABACH – Spektakel pur zum Auftakt der neuen Saison in der Landesliga Nord Ost! In einem furiosen wie packenden Derby sicherte sich der SC Feucht beim 3:3 (0:2) in Schwabach am Ende einen verdienten Punkt. Mit viel Moral und auch ein wenig Glück holte die Mannschaft von Trainer Rainer Zietsch einen 0:3-Rückstand auf und durfte sich zu Recht hinterher als gefühlter Sieger dieser für alle Beteiligten und die rund 400 Zuschauer mehr als nervenaufreibenden Partie feiern.

Die Ausgangslage: Feucht wurde als Bayernligaabsteiger natürlich die Favoritenrolle zugeschrieben. Die Zeidler mussten aber erneut einen personellen Umbruch verkraften und hatten während der Vorbereitung mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen. Letzteres führte beispielsweise dazu, dass der SC in Schwabach ohne seine beiden nominellen Stoßstürmer Michal Nowak und Stephan König (beide saßen nur als Zuschauer auf der Bank) auskommen musste.

Die erste Halbzeit: Begann so wie die letzte Saison geendet hatte. In der 3. Minute genügte ein feines Zuspiel der Schwabacher auf ihren Stürmer Michael Weiß, der erwischte die Feuchter Hintermannschaft völlig unsortiert und lochte zum 1:0 ein. Eine Szene die sich noch öfters an diesem Abend wiederholen sollte. Der SC ließ sich von diesem Gegentreffer nicht beirren, machte weiter das Spiel, die Schwabacher aber die Tore. Während Feuchts zahlreichen Angriffen immer die letzte Konsequenz fehlte, demonstrierten die Hausherren ihre beeindruckende Kaltschnäuzigkeit. Aus zwei weiteren Chancen bis zur Halbzeit machten sie ein Tor (45. Salim Ahmed) und gingen deshalb verdient mit einer 2:0-Führung in die Pause. 

Die zweite Halbzeit: SC-Coach Zietsch tauschte in der Viererkette auf zwei Positionen, aber besser wurde es dadurch nicht. Im Gegenteil. In der 50. Minute ließ sich der eingewechselte Innenverteidiger Marco Wittmann von Weiß den Ball abnehmen und der Schwabacher Stürmer schnürte, nachdem er noch elegant Feuchts Schlussmann Andreas Sponsel umkurvt hatte, den ersten Doppelpack der Saison. Es hätte, da die SC-Abwehr nun noch vogelwilder agierte, sogar ein Dreier- oder Viererpack werden können. Aber in der 53. Minute rette der Pfosten und einmal schoss Weiß allein vor Sponsel knapp rechts vorbei. Zu diesem Zeitpunkt deutete alles auf ein Debakel für die Gäste hin. Doch dann knallte Christ die Kugel aus der Distanz zum Anschlusstreffer ins Netz (62.) und sorgte damit für den Weckruf auf Feuchter Seite. Jetzt wackelten plötzlich die Schwabacher und Feuchte drückte immer mehr. In der 76. Minute konnte der Keeper der Hausherren, Alexander Gebelein, noch gegen Feuchts Sturmspitze klären, doch beim Nachschuss des auffälligen Außenstürmers Fatih Boynügrioglu war er machtlos – 3:2. Nun war richtig Feuer in der Partie. In der zunehmend hektischen Restspielzeit erhöhte Feucht weiter den Druck, während Schwabach stets mit seinen Kontern gefährlich blieb. Weiß hätte mehrmals für die Entscheidung sorgen können, doch Sponsel und erneut der Pfosten bewahrten die Feuchter vor dem endgültigen Knock-Out. Das rächte sich. In der 82. Minute entschied der besonnene Schiedsrichter Marcel Geuß auf Handelfmeter. Christs Schuss konnte Gebelein abwehren, aber Feuchts Philipp Mandelkow erwischte den Rebound und drückte die Kugel zum umjubelten 3:3 ins rechte Eck. 

Stimmen zum Spiel: „Respekt vor dieser Truppe. Sie hat in der zweiten Hälfte Moral beweisen und gezeigt, dass sie dieses Spiel auf keinen Fall verlieren wollte. Im ersten Durchgang sind wir teilweise in Schönheit gestorben, uns hat die letzte Konsequenz vor dem Tor gefehlt. Dieses Spiel hat gezeigt, dass sich die Mannschaft erst noch in dieser Liga zurechtfinden muss.“ (SC-Trainer Rainer Zietsch)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann