Raiba-Weihnachten

Endspiel gegen ASV Neumarkt

SC: Finale oder Verlängerung

Feuchter unter sich: Beim Hinspiel kam es zum Wiedersehen mit Jonas Marx (rechts), der vor der Saison zum ASV gewechselt war und nun SC-Stoßstürmer Michal Nowak (Mitte) ordentlich bearbeitete. | Foto: Fritz Etzold2017/05/asvnaumarktscfeucht.jpg

FEUCHT – Die Dramaturgie ist wirklich mehr als hollywoodreif. Der 1. SC Feucht steuert am Samstag (14 Uhr) im Derby gegen den ASV Neumarkt mit Volldampf auf den vorläufigen und ultimativen Höhepunkt einer eh schon an Kuriositäten kaum zu überbietenden Bayernliga-Saison zu. Finale oder Verlängerung? Kurz vor 16 Uhr weiß man mehr. Dann wird nämlich endgültig entschieden sein, ob sich die Mannschaft von Trainer Klaus Mösle nach dem letzten Spieltag der regulären Saison in den Sommerurlaub verabschieden darf oder doch den bitteren Gang in die Relegation antreten muss.

Der Druck ist enorm für die Mösle-Schützlinge. Nur ein Sieg gegen den Tabellenfünften und haushohen Favoriten ASV Neumarkt wahrt überhaupt die Chance, dem Relegationsgespenst noch von der Schippe zu springen. Allerdings muss dafür die SpVgg Ansbach (39 Punkte) gleichzeitig gegen den FC Sand verlieren. Das ist die einzig sichere Variante, um die Liga zu halten. Alle anderen Möglichkeiten sind derart kompliziert und unabwägbar, dass Manager Manfred Kreuzer sie mit einem Blick in die Glaskugel vergleicht.

Sondertabelle bei Punktgleichheit

Aktuell steht der SC bei 37 Zählern, mit einem Sieg wären es dann 40. Sollten mehrere Mannschaften, also neben den Feuchtern namentlich die SpVgg Ansbach, DJK Don Bosco Bamberg und die SpVgg Weiden, 40 Punkte haben, muss eine Sondertabelle den Relegaten aus der Bayernliga Nord ermitteln. „Da haben wir dann ganz gute Karten“, glaubt Kreuzer, da die Spiele gegen die drei genannten Teams für den SC relativ erfolgreich ausgingen. Bei nur zwei punktgleichen Teams zählt hingegen der direkte Vergleich.

Bevor beim SC Feucht das große Rechnen beginnt, stehen aber zuerst noch die wichtigsten 90 Minuten der Saison auf dem Programm. Und wie könnte es anders sein, startet die Mösle-Truppe wieder mit einem personellen Handicap in dieses Endspiel. Innenverteidiger Alexander Nikopoulos, der sich in dieser Saison zum wichtigen Abwehranker entwickelt hat, muss ganz sicher passen. Hinter Kapitän Matthias Heckenberger steht zumindest ein dickes Fragezeichen. Beim Training am Donnerstagabend hatte nach einer „blöden Bewegung“ (Mösle) mal wieder der angeschlagene Oberschenkel des Mittelfeldstrategen gestreikt. Ob der Routinier auflaufen kann, wird sich wohl erst kurz vor Anpfiff entscheiden.

„Team ist gut eingestellt“

„Angst und bange wird mir deshalb aber nicht“, gibt sich Mösle zumindest äußerlich gelassen. Er kann schließlich davon ausgehen, dass in diesem Spiel jeder seiner Akteure – auch die aus der zweiten Reihe – mit dem Mut der Verzweiflung über sich hinauswachsen werden. Mösle: „Die Mannschaft ist gut eingestellt, das ist unsere letzte Möglichkeit.“ Außerdem ist Neumarkt, für die es in diesem Spiel ja um nichts mehr geht, kein Angstgegner der Feuchter. Das Hinspiel verloren die Zeidler – aber denkbar knapp mit 0:1. „Und wir waren die spielbestimmende Mannschaft“, erinnert sich der Coach. Allerdings weiß auch er, dass spielbestimmend allein diesmal nicht ausreichen wird. Nur ein Sieg hilft dem SC weiter.

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann