2:1-Sieg bei der SpVgg Jahn Forchheim

SC Feucht stößt die Tür zum Klassenerhalt weit auf

Oscar Ortiz (rechts) mausert sich mit zwei Toren und einer Vorlage langsam aber sicher zum "Mr. Relegation" bei den Feuchtern. | Foto: Ralf Rödel2017/06/JG6B0984.jpg

FORCHHEIM/FEUCHT – Der SC Feucht hat am Dienstagabend mit einem verdienten 2:1(1:1)-Erfolg bei der SpVgg Jahn Forchheim die Tür zum Klassenerhalt weit aufgestoßen. Allerdings sollten die Mannen von Trainer Klaus Mösle nicht den Fehler machen und sich fürs Relegationsrückspiel am kommenden Freitag (18.30 Uhr) im eigenem Waldstadion schon zu sicher zu sein. Wie schnell das Pendel wieder in die andere Richtung kippen kann, haben sie bei ihrer Aufholjagd gegen Erlangen-Bruck schließlich selbst gezeigt.

Die Ausgangslage: Dass sich dieser Relegationsmarathon eine gefühlte Ewigkeit ziehen würde, hatte kaum jemand gedacht. Offensichtlich auch nicht die Nummer eins des Sportclubs, Andreas Sponsel, der für diese Woche seinen Urlaub gebucht hatte und deshalb in Forchheim nicht dabei war. Für ihn sprang dafür Feuchts „Standby-Stammtorwart“ Volker Krutsch ein, der schon häufig bewiesen hat, warum er seinerzeit bei den Amateuren des VfB Stuttgart fast den Sprung zu den Profis geschafft hätte. Der Rest war an Bord, so dass die Zeidler personell ohne Sorgen und nach dem 2:0-Sieg am vergangenen Samstag gegen Bruck auch mit ordentlich Selbstbewusstsein im Tank in dieses erste von zwei Endspielen um den Klassenerhalt gehen konnten.

Die erste Halbzeit: Der neu gewachsene Optimismus bei den Gästen war spürbar. Nach einer zehnminütigen Abtastphase übernahmen sie die Kontrolle und kamen in Folge auch schnell zu guten Möglichkeiten durch Kapitän Matthias Heckenberger. In der 11. Minute strich ein Schuss von ihm aus 25 Metern nur knapp über den Querbalken, drei Zeigerumdrehungen später setzte er einen Freistoß auf selbigen. Kurz darauf klingelte es dann im Forchheimer Kasten: Michael Eckert bediente Feuchts feines Füßchen Oscar Ortiz, der maßgenau in den Strafraum flankte, wo Stephan König lauerte und per Kopf das verdiente 1:0 erzielte (18.). Forchheim war bis dato reichlich nervös und unsortiert, was die Feuchter Führung maßgeblich begünstigte. Nur komischerweise gab der Treffern den Gästen keinen weiteren Auftrieb, sondern stattdessen zogen sie sich plötzlich zurück und überließen den zuvor so taumelnden Hausherren die Initiative. Die Quittung folgte prompt. Forchheim kämpfte sich in diese Partie zurück  und kam dann nach mehreren Versuchen durch Adem Selmani kurz vor der Pause (40.) auch zum Ausgleich. Der Jahn hätte in der Folge sogar noch erhöhen können, aber sie ließen – zum Glück für die Feuchter – ihre Großchancen liegen, so dass es beim 1:1 zur Halbzeit blieb. 

Der andere Matchwinner auf Feuchter Seite: Stephan König (rechts) erzielte das wichtige 1:0 für den SC und lieferte die Vorlage zum Siegtreffer. | Foto: Ralf Rödel2017/06/JG6B0889.jpg

Die zweite Halbzeit: Erneut kamen die Feuchter besser in die Partie, während die Forchheimer das Momentum anscheinend nicht über die Pause retten konnten. In den zunehmend intensiver werdenden Spiel agierte der Bayernligist deutlich ruhiger und abgeklärter und erarbeitete sich ein Chancenplus, das dann in Minute 64 zum verdienten 2:1 für die Zeidler führte. Wieder war es eine Koproduktion von König und Ortiz, nur das diesmal der 1:0-Torschütze auf den US-Boy zurücklegte und dieser dann die Kugel perfekt im rechten Torwarteck versenkte. Ausgangspunkt der erneuten Feuchter Führung war Außenverteidiger Dominik Ammon, der mit einem Freistoß von der rechten Seite, die Situation einleitete. Sehr zur Freude des Feuchter Anhangs machten die Mösle-Jungs danach nicht den gleichen Fehler wie in Hälfte eins, als sie nach ihrem Tor plötzlich drei Gänge herunterschalteten. Viel mehr kontrollierten sie weiter die Partie, während der Landesligist aus der Bierstadt keine Mittel mehr fand, die SC-Hintermannschaft in Bedrängnis zu bringen. Bis zur Schlussphase. Denn plötzlich drehten die Forchheimer mit dem Mut der Verzweiflung auf und brachten den SC doch noch einmal gehörig ins Wanken. Fünf hochkarätige Chancen in den letzten fünf Minuten hätten beinahe das Spielgeschehen auf den Kopf gestellt. Aber entweder scheiterte die Truppe von Jahn-Coach Christian Springer an sich selbst und ihrer miserablen Chancenverwertung oder eben an den Routiniers in der SC-Abwehr. 

Stimmen zum Spiel: „Zum Schluss hin hatten wir sicher Glück, denn Forchheim hat nach vorne schon sehr viel Qualität. Aber ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft, weil sie phasenweise sehr strukturiert gespielt hat und gute Angriffe gefahren hat. Wer jetzt bei uns allerdings glaubt, dass wir schon durch sind, braucht am Freitag gar erst nicht aufzulaufen. Wir müssen in dieser Partie mindestens wieder so eine Einstellung an den Tag legen, wie wir sie im Rückspiel gegen den FSV Erlangen-Bruck gezeigt haben.“ (SC-Trainer Klaus Mösle)

 

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann