Duell um Platz zwei gegen Buch

SC-Coach Zietsch: „Wir sind bereit“

Auf seinem Torriecher ruhen die Hoffnungen der Feuchter für Sonntag: Polenknipser und Neuzugang Szymon Pasko soll den SC mit seinen Treffern helfen, die Bucher in die Schranken zu weisen. | Foto: Zink2018/03/20160402_kornburg_dergahspor_dama_009.jpg

FEUCHT – Für eines der brisantesten Spiele dieser Saison in der Landesliga Nord Ost hat sich der Fußballgott einen denkbar ungünstigen Zeitpunkt ausgesucht. Das vielleicht vorentscheidende Duell des Tabellendritten SC Feucht beim Zweiten TSV Buch soll am kommenden Sonntagmittag (14 Uhr) über die Bühne gehen. Am Freitagnachmittag zuvor war jedoch keineswegs klar, ob die Partie am Bucher Wegfeld aufgrund der Platz- und Witterungsverhältnisse tatsächlich angepfiffen werden kann.

Die sibirische Kälte hat den Bucher Fußballplatz bis tief ins Erdreich schockgefrostet. Wenn nun am Wochenende die Temperaturen endlich wieder klettern und der Boden in der obersten Schicht auftaut, steht dort natürlich das Wasser. Ein vernünftiges Fußballspiel ist auf so einem Geläuf kaum möglich.

Trotzdem wollen sich die Bucher alle Optionen offen halten und haben angekündigt erst am heutigen Samstagmorgen über eine mögliche Absage zu entscheiden. Für die Feuchter um ihren Trainer Rainer Zietsch ist das eine vertrackte Situation, denn sie müssen sich konzentriert auf den Ernstfall vorbereiten – auch auf die Gefahr hin, dass am Ende alles für die Katz‘ war.

Sein Team ist vorbereitet – zumindest so gut das angesichts einer eher holprigen Vorbereitung möglich ist. „Aufgrund der Bedingungen konnten wir nicht optimal trainieren. Aber da geht es den anderen Vereinen ja genauso. Ich bin schon froh, dass sich keine Spieler verletzt haben“, erklärt Zietsch.

Zwischendurch habe zwar mal eine Grippe im Waldstadion gewütet und dabei den Kader für kurze Zeit extrem dezimiert, aber mittlerweile ist die Truppe bis auf die beiden Langzeitverletzten Fatih Boynügrioglu (Schienbeinbruch) und Michal Nowak (Kreuzbandriss) wieder komplett, so dass der Feuchter Chefcoach für das wegweisende Derby gegen Buch theoretisch seine beste Elf aufbieten könnte. Da praktisch aber seine Nummer eins Andreas Sponsel sich an diesem Tag auf einer Fortbildung befindet, wird daraus nichts. Mit dem kickenden HNO-Arzt und ehemaligen Regionalliga-Keeper Volker Krutsch steht ihm aber ein adäquater Ersatz zur Verfügung.

Ein Sieg muss her

Mehr Kopfzerbrechen bereitet Zietsch der Rest seiner Mannschaft, respektive die richtige Aufstellung. Nach der langen Winterpause sind noch längst nicht wieder alle seiner Jungs im körperlichen Topzustand.

Den werden die Feuchter aber brauchen, wenn sie der zweitbesten Mannschaft der Hinrunde Paroli bieten wollen – und eigentlich sogar mehr als das. Denn wenn die Zeidler nochmal ein Wörtchen im Rennen um den Relegationsplatz zwei mitreden wollen, den gerade Buch mit sechs Zählern, aber auch zwei Spielen mehr inne hat, muss am Sonntag ein Sieg her. Das weiß selbstverständlich auch Zietsch – auch wenn er das so deutlich nie zugeben würde. Lieber sagt er: „Schauen wir mal, wie wir aus der Winterpause rauskommen, aber natürlich wollen wir unseren Weg weitergehen.“

Mithelfen auf diesem Weg, bevorzugt mit vielen, vielen Toren, soll auch Feuchts prominenter Winter-Neuzugang Szymon Pasko, der vom Bayernligisten TSV Kornburg ins Waldstadion gekommen ist. Mit dem Wechsel des polnischen Stürmers ist den Feuchtern ein echter Transfercoup gelungen – einer der sich möglichst schon am Sonntag zum ersten mal auszahlen soll. „Auch Szymon hat noch körperliche Defizite, aber er hat sich bereits gut bei uns integriert und wird ziemlich sicher in der Startelf stehen“, legt sich Zietsch vorab fest.

95 Tore in 125 Spielen

Für die Kornburger hat Pasko in 125 Spielen 95 Tore geschossen, weshalb die Verpflichtung des 31-Jährigen durchaus als Ansage der Feuchter an die Liga und vor allem auch als Antwort auf die gefürchtete Offensivpower der Bucher zu verstehen ist.

Am Wegfeld treiben an vorderster Front Philipp Lang und der ewige Udo Brehm ihr Unwesen – und das bekanntlich ziemlich erfolgreich. Mit zusammen 24 Treffern bilden die beiden das gefährlichste Sturmduo der Landesliga und sind deshalb mit Platz drei und vier auch überaus prominent in der Torjägerliste vertreten.

Einen Feuchter sucht man dort bislang vergebens, Stephan König kommt mit acht Buden erst auf dem 11. Platz. Aber für Zietsch ist das kein Nachteil: „Ich bin darüber nicht unglücklich, dass wir so viele Torschützen haben. Das macht uns schwerer ausrechenbar.“ Und mit Pasko haben sie jetzt nach noch einen echten Knipser dazu bekommen.

Kein Wunder also, dass der SC Feucht und sein Trainer ziemlich optimistisch auf die restliche Spielzeit blicken. „Wir sind bereit“, betont Zietsch und dürfte mit dieser Ansage längst nicht nur die Schlacht um Platz zwei am Sonntag in Buch gemeint haben.

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann