Bürgerinitiative Moosbach weiter gegen PWC-Anlage

Parkplatz als Gefahr?

Die Mitglieder der Bürgerinitiative gegen den geplanten Autobahnparkplatz bei Moosbach, dem fünf Hektar Reichswald zum Opfer fallen würden, informierten auf dem Reichswaldfest in Nürnberg. Sie sind zuversichtlich, den Standort doch noch abwehren zu können. In der Mitte Herbert Fahrnbauer, rechts Hans Klug, die beiden Sprecher der BI. | Foto: Blinten2017/07/BI-Moosbach-1.jpg

MOOSBACH/FEUCHT – Seit sieben Jahren kämpft die Bürgerinitiative Moosbach/Birnthon gegen den geplanten Bau eines Autobahnparkplatzes an der A6. Die BI-Mitglieder sind zuversichtlich, den Standort an der Autobahn bei Nürnberg doch noch abwenden zu können.

Nachdem es nach 2012 zunächst so aussah, als ob die Pläne der Autobahndirektion auf den Sankt-Nimmerleinstag verschoben worden wären, kamen sie 2015 für die Moosbacher völlig überraschend wieder auf den Tisch. Jetzt läuft ein Raumordnungsverfahren. Dennoch sind die BI-Mitglieder zuversichtlich.

Der Optimismus der Bürgerinitative basiert auf Argumenten, die zwar in der Vergangenheit schon vorgetragen, bislang aber nicht entsprechend gewürdigt wurden. So weist die BI erneut auf das Thema Verkehrssicherheit hin. Würde eine Park- und WC-Anlage an der A6 bei Moosbach gebaut, kommt aus BI-Sicht ein weiterer Gefahrenpunkt hinzu. Schon heute hat ein Kraftfahrer von Schwabach aus kommend auf einem Streckenabschnitt von zwölf Kilometern (das entspricht einer Fahrzeit von acht Minuten bei 90 km/h) drei Autobahnkreuze und eine Ein- und Ausfahrt mit hohem Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Durch den Bau einer PWC-Anlage bei Moosbach würde eine weitere Ein- und Ausfahrt hinzukommen. „Alle zwei Minuten wäre also höchste Aufmerksamkeit gefordert“, sagt Herbert Fahrnbauer, Sprecher der BI und weist auf die hohen Unfallzahlen gerade auf diesem Streckenabschnitt hin.

Anfrage im Landtag

Neben den naturschutzrechtlichen Problemen des Standorts Moosbach ist das Thema Verkehrssicherheit also von besonderem Gewicht. So sieht das auch Markus Ganserer. Der Landtagsabgeordnete der Grünen hat deshalb zum geplanten Moosbacher Autobahnparkplatz an der A6 eine Anfrage an den Landtag eingebracht, die nach der Sommerpause debattiert wird. Ganserer hat sich kürzlich vor Ort zusammen mit Mitgliedern der Bürgerinitiative umgesehen. Der Besuch am Parkplatz-Standort war Teil einer Wanderung, die von der Moosbacher S-Bahnstation durch den Reichswald zum Reichswaldfest in Nürnberg führte. Dort hatte die Bürgerinitiative einen Informationsstand aufgebaut, an dem später auch Bezirkstagspräsident Richard Bartsch und der Nürnberger Oberbürgermeister Ulrich Maly vorbeischauten.

Beide kennen den Widerstand gegen den Autobahnparkplatz, weisen aber auf das laufende Raumordnungsverfahren hin, Maly betont darüber hinaus, dass es unbedingt notwendig sei, die Lkw aus der Stadt heraus zu bringen, auch deshalb würden Autobahnparkplätze gebraucht.

Muss es dann aber im Reichswald, in einem naturschutzrechtlich mehrfach geschützten Gebiet sein? Die beiden BI-Sprecher Herbert Fahrnbauer und Hans Klug sehen den Bund Naturschutz an ihrer Seite. Deren Regionalbeauftragter Tom Konopka, so betonen sie, wolle ausloten, ob es nicht doch einen Alternativstandort außerhalb des Reichswaldes Richtung Amberg gibt.

Schwierige Suche nach Alternative

Auf der A6-Strecke zwischen Nürnberg und Amberg will die Autobahndirektion eine weitere PWC-Anlage bauen, stößt aber an den vorgeschlagenen Standorten, darunter einer bei Oberrieden, ebenfalls auf Widerstand. Vor diesem Hintergrund dürfte die Suche nach einer Standortalternative für Moosbach schwierig werden.

Die Marktgemeinde Feucht lehnt den Autobahnparkplatz bei Moosbach ab und verweigert deshalb der Autobahndirektion eine Ver- und Entsorgung für den Standort. Feucht will weder für Kanalanschluss sorgen, noch Strom und Wasser liefern. Der Nürnberger Stadtrat wird sich am 24. September mit dem Thema befassen und darüber beraten, ob die Stadt unter Umständen Ver- und Entsorgung übernimmt.

Die Pläne für den Autobahnparkplatz „Mauswinkel“ an der A6 bei Moosbach werden der Regierung von Mittelfranken vorgelegt. Dort will sich die Bürgerinitiative Anfang September über den aktuellen Planungsstand informieren. Bezirkstagspräsident Richard Bartsch habe auf dem Reichswaldfest zugesagt, einen Gesprächstermin in Ansbach bei der Regierung zu vereinbaren, betont Fahrnbauer.

N-Land Alex Blinten
Alex Blinten