Raiba-Weihnachten

SC Feucht zu Gast beim Baiersdorfer SV

Ohne Christ gegen die „Kren-Kicker“

Marco Christ (Mitte), wie sein Trainer Rainer Zietsch ihn am liebsten sieht: Als Dreh- und Angelpunkt des Feuchter Spiels, quasi immer mittendrin, statt nur dabei. Auf die Dienste des 36-Jährigen müssen die Feuchter nun aber für längere Zeit verzichten. | Foto: kk2017/08/DSC_9970.jpg

FEUCHT – Kaum vier Tage währte beim SC Feucht die Freude über den ersten Saisonsieg, dann folgte erneut ein Rückschlag. Beim Baiersdorfer SV am Mittwochabend (19 Uhr) und wohl mindestens den ganzen August über muss Trainer Rainer Zietsch auf seinen wichtigsten Mann verzichten: Marco Christ. Der ehemalige Profi hat sich am Montag einen Gelenkkörper am rechten Sprungelenk entfernen lassen und fällt voraussichtlich mehrere Wochen aus.

Der Eingriff war natürlich mit den SC-Verantwortlichen abgesprochen. Allerdings hatten sie gehofft, wie Zietsch erklärt, „dass Marco noch bis zur Winterpause durchhält.“ Nachdem die Probleme zuletzt aber immer stärker wurden und der 36-Jährige nur noch mit Hilfe von Schmerzmitteln halbwegs beschwerdefrei auflaufen konnte, wollten sie die Operation nun nicht länger hinauszögern.

Dem SC fehlt der Lautsprecher

Für die Mannschaft ist die Zwangspause ihres Anführers natürlich ein enormes Handicap. Trainer Zietsch versucht zwar Gelassenheit zu demonstrieren, wenn er sagt: „Dann müssen für ihn eben andere einspringen.“ Dass sein spielender Co-Trainer nicht so einfach zu ersetzen sein wird, ist jedoch auch ihm bewusst: „Gerade was die Organisation und die Lautstärke auf dem Platz angeht, fehlt uns Marco natürlich schon sehr.“ In die Lautsprecher-Rolle wird so schnell wohl keiner hineinwachsen, sportlich hat Zietsch aber schon ein paar Ideen, wie sich der Ausfall von Christ kompensieren lässt. Die einfachste Möglichkeit wäre wohl, den offensiven Mittelfeldspieler im 4-2-3-1-System eins zu eins zu ersetzen. Dafür müsste dann Felix Spielbühler einfach eine Position nach vorne rücken, um in der Mittelfeldzentrale das Spiel anzukurbeln. Eine Rolle, die der Vize-Kapitän in den früheren Spielzeiten bereits häufiger eingenommen hatte.

Keine Systemänderung

Allerdings prüft Zietsch aktuell auch noch andere Optionen. Beispielweise: „Fatih wäre eine Idee, er könnte das wahrscheinlich auch spielen.“ Gemeint ist Boynügrioglu, der unter Zietsch regelrecht aufzublühen scheint und mit zwei Toren und einer Vorlage bereits zum Topscorer beim SC aufgestiegen ist. Allerdings agierte der junge Deutschtürke bisher meist als linker Außenstürmer, wo er vor allem mit seiner Wendigkeit und Schnelligkeit auftrumpfen konnte. Wie der 19-Jährige hinter den Spitzen zurecht kommt, wäre sicher ein interessantes Experiment, aber eben auch ein Risiko. Außerdem müsste dann für ihn ein anderer auf dem Flügel übernehmen. So oder so, eine Systemänderung, um Christs Ausfall aufzufangen, schließt Zietsch aus. Ob nun 4-1-4-1, 4-4-2 oder 4-3-3, „das sind dann nur taktische Nuancen“, findet Zietsch. Solange die Grundordnung stimmt, müsse sein Team eh verschiedene Varianten während des Spiels beherrschen. Beim 2:0 gegen Selbitz hatten die Feuchter während der ersten Halbzeit umgestellt und damit den späteren Sieg eingeleitet.

Damals war der frühen Änderung der junge Jannik Schneider zum Opfer gefallen. Noch vor der Pause ausgewechselt zu werden, ist normalerweise die Höchststrafe für einen Fußballer. „Ich habe aber gleich nach dem Spiel mit ihm gesprochen und ihm erklärt, dass wir einfach taktisch etwas ändern wollten“, erklärt Zietsch.

Spezielle Trainingssteuerung

Gegen Baiersdorf wird Zietsch also nicht um einen erneuten Umbau seiner Startelf herumkommen. Auch hinter dem Einsatz von Alex Nikopoulos, der jobmäßig eingespannt ist, steht im Moment noch ein Fragezeichen. Nachdem sich bis auf Langzeitpatient Stephan König alle Rekonvaleszenten langsam aber sicher zurückmelden, ist die Personalsituation im Waldstadion lange nicht mehr so angespannt wie noch zum Saisonstart. Die zahlreichen größeren und kleiner Muskelverletzungen, die den Feuchtern so zu schaffen machten, werden weniger, was Zietsch auch auf Umstellungen beim Training zurückführt: „Wir versuchen die Jungs durch spezielle Trainingssteuerung robuster zu machen.“

SC-Bosse halten weiter die Augen offen

Trotzdem wollen sich die SC-Macher bis zum Transferschluss am 31. August alle Optionen offen halten. Zietsch: „Mit ein, zwei Spielern sind wir aktuell in Gesprächen.“ Allerdings mit offenem Ausgang. Denn die unbedingte Notwendigkeit, noch Verstärkungen dazuzuholen, besteht laut Zietsch aktuell nicht. Vielmehr ist er überzeugt: „Wenn alle unsere Spieler wirklich fit sind, ist die Truppe nicht schlecht.“

Wie gut sie ohne zwei bis drei Stammkräfte sind, dürfen die Zeidler heute in Baiersdorf beweisen. Die „Kren-Kicker“, die von Meerettich-Unternehmer und Ex-FCN-Aufsichtsrat Hanns-Thomas Schamel großzügig unterstützt werden, sind denkbar schlecht in die Saison gestartet und dümpeln mit gerade mal zwei Punkten (vier weniger als der SC) im Tabellenkeller der Landesliga Nord Ost herum. 

 

So könnte der SC Feucht spielen: Sponsel – Eckert, Nikopoulos, Wittmann, Kaya – Mandelkow, Ivic – Wessner, Spielbühler, Boynügrioglu – Nowak

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann