2:0-Heismieg gegen FC Lichtenfels

Nur acht Feuchter überstehen die Abwehrschlacht

Hart umkämpft: Beim SC Feucht gehörte Yaser Kaya (rechts) mal wieder zu den Besten. | Foto: kk2017/09/Beide-Temas-schenkten-sich-nichts.jpg

FEUCHT – Freitagabendspiele des SC Feucht stehen derzeit unter keinem guten Stern. Vor zwei Wochen gegen den VfL Frohnlach wurde Fatih Boynügrioglu schwer verletzt, diesmal verlor SC-Coach Rainer Zietsch während 90 mehr als kuriosen Minuten gleich vier Spieler. Der 2:0-Heimsieg gegen den FC Lichtenfels geriet da fast schon zur Nebensache.

Die Ausgangslage: Nach der ersten Saisonniederlage, dem knappen 0:1 bei Spitzenreiter ATSV Erlangen, wollten die Feuchter gegen die Oberfranken unbedingt eine neue Serie starten. Lichtenfels hatte unter der Woche im Pokal gegen die Würzburger Kickers eine 0:3-Pleite kassiert. Die Feuchter spekulierten deshalb auf schwere Beine bei ihrem Gegner – und lagen mit dieser Hoffnung ziemlich daneben.

Die erste Halbzeit: Für die Hausherren begann die Partie mit einem Knaller. Keine drei Minuten waren gespielt als Feuchts Stoßstürmer Stephan König kurz nach dem Mittelkreis an den Ball kam und aus 35 Metern Entfernung einfach mal abzog. Ein Schuss wie ein Strich, jedoch keineswegs unhaltbar, weshalb sich König und Co auch bei Gästeschlussmann Rene Schulz für die frühe Führung bedanken konnten. Der Auftakt war jedoch gemacht und machte den 220 Zuschauern im Waldstadion Lust auf mehr. Mehr Fußball bekamen sie danach jedoch nicht geboten. Zumindest nicht von ihrer Mannschaft. Denn das schnelle Tor bekam den Gastgebern ganz und gar nicht. Die Lichtenfelser erholten sich schnell von dem Schock und pressten die Feuchter tief in ihre Hälfte. Vor allem ihr omnipräsenter Stürmer Daniel Oppel suchte immer wieder gefährlich den Weg nach vorne und tauchte gleich mehrmals allein vor dem Feuchter Kasten auf. Dort war dann aber Schluss. Entweder scheiterte er am im Gegensatz zu seinen Vorderleuten gut aufgelegten SC-Schlussmann Andreas Sponsel (8., 11.,17. Minute) oder an den eigenen Nerven. Bei einer dieser erzwungenen Abwehraktionen räumte Sponsel seinen Innenverteidger Christopher Uwadia im eigenen Fünfmeter-Raum allerdings so unglücklich ab, dass dieser nicht mehr weiterspielen konnte und ins Krankenhaus gebracht werden musste. Diagnose: Zweifacher Rippenbruch, die Hinrunde ist für den 21-Jährigen wahrscheinlich gelaufen. Nach und nach verflachte dann die Partie, bis zum nächsten Aufreger kurz vor der Pause. In der 44. Minute hatte SC-Stürmer Nico Wessner einen  Blackout und wurde nach einer Tätlichkeit mit Rot zum Duschen geschickt.

Die zweite Halbzeit: Nachdem Trainer Zietsch in der Pause seinem Ärger mächtig Luft gemacht hatte, waren seine Schützlinge trotz Unterzahl zunächst die bessere Mannschaft. Das zeigte sich besonders in der 53. Minute als Ljuban Ivic herrlich freigespielt von Philipp Mandelkow in den Lichtenfelser Strafraum marschierte und eiskalt zum 2:0 vollendete. Mit der Zeit machte sich allerdings bei den Zeidlern der eine Mann weniger kräftemäßig bemerkbar, so dass sie sich auf wenige Konter beschränken mussten, um nicht in der Abwehrschlacht gegen die wütend anstürmenden Oberfranken die Kontrolle zu verlieren. Mit ihrer starken Offensive belagerten sie nun den Feuchter Strafraum, aber gegen Sponsels Paraden waren Oppel und seine Kollegen an diesem Abend machtlos. Selbst in der Schlussoffensive, als der SC nach zwei weiteren Platzverweisen (Gelb-Rot für Michael Eckert und Rot für Philipp Mandelkow wegen Schiedsrichterbeleidigung) nur noch zu acht auf dem Platz stand, gelang es Oppel (82.) und dem eingewechselten Steffen Hönninger (84.) trotz bester Chancen nicht den Feuchter Kraken zu überwinden.

Stimmen zum Spiel:  „Der Sieg war verdient, aber wir haben uns heute das Leben selbst schwer gemacht. Die erste Halbzeit war mit Sicherheit die schlechteste Halbzeit, die wir bislang in dieser Saison gespielt haben. Die frühe Führung hat der Mannschaft überhaupt nicht gut getan, sie haben nie den Fußball gespielt, den sie normalerweise spielen. Nach der Pause haben sie es dann besser gemacht. Aber dann haben wir uns durch Undiszipliniertheiten wieder selbst geschwächt. Undiszipliniertheiten, die so auch nicht gehen und die der Mannschaft extrem schaden.“ (Rainer Zietsch, Trainer SC Feucht)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann