Erneut eine knappe 5:4-Empfehlung des Sozial- und Kulturausschusses

Neuauflage für Eislaufbahn am Kirchweihplatz

Veranstalter und Marktgemeinde werten die Premiere der Eislaufbahn am Kirchweihplatz als Erfolg. Der Marktrat muss nun entschieden, ob es eine Neuauflage 2018 gibt. Der Sozial- und Kulturausschuss empfiehlt es. | Foto: Herbert Bauer2017/05/EislaufenFeucht_DSC3725.jpg

FEUCHT – Vor Jahresfrist gab es im Sozial- und Kulturausschuss der Marktgemeinde Feucht zum Thema Eislaufbahn in etwa die gleiche Diskussion: damals ging es grundsätzlich um die Eislaufbahn am Kirchweihplatz, nun stand nach – zumindest aus Sicht der Betreiber, Sponsoren, Gemeinde und Besucher – erfolgreicher Premiere die Entscheidung an, ob es die Einrichtung auch im nächsten Jahr geben wird. Der empfehlende Beschluss an den Marktgemeinderat fiel wie schon im letzten Jahr mit 5:4 erneut denkbar knapp.

Folgt die Marktgemeinde der Empfehlung, dann wir der Markt Feucht auch in den folgenden Jahren dem 1. SC Feucht den Kirchweihplatz zum Betrieb einer Eislaufbahn für einen Zeitraum von vier Wochen (Mitte Februar bis Mitte März) kostenlos zur Verfügung stellen. Weitere Leistungen des Marktes Feucht werden in ähnlichem Umfang wie 2017 erfolgen. Der Werbekostenzuschuss 2018 wird mit 8000 Euro festgelegt, 1500 Euro weniger als bei der Premiere.

Positive Bilanz

Die Verwaltung legte dem Ausschuss zunächst die Bilanz des vierwöchigen Betriebs der Eislaufbahn vor, die laut Auskunft der Betreiber von ca. 1500 Kindern aus Schulen und Kindertageseinrichtungen aus Feucht und Umgebung kostenfrei genutzt wurde. Mit weiteren 2500 Personen, die für 1,50 Euro/Kind bzw. zwei Euro/Erwachsener, über den ganzen Tag das Angebot der Eislaufbahn nutzten konnten, wurde ein positives Resümee gezogen.

Vereinzelt habe es Beschwerden von Anwohnern in der Fischbacher Straße und im Oberen Zeidlerweg über zu laute Musik und Lautsprecherdurchsagen gegeben, was sich aber gebessert habe.

Der Markt Feucht habe das Projekt der Eislaufbahn durch die kostenlose Bereitstellung des Platzes und mit einem Zuschuss von 9500 Euro sowie durch Mitarbeiter des Bauhofs beim Auf- und Abbau unterstützt, wofür laut innerer Verrechnung 2267,54 Euro anfielen.

Ein positives Resüme kam auch von den Feuchter Gemeindewerken, die im Rahmen des Sponsorings die Stromkosten für den Betrieb der Eislauffläche übernahmen und den Veranstalter bei der Erstellung des Stromanschlusses unterstützen.

Sponsoring erfolgreich

Für Werkleiter Raimund Vollbrecht war das Sponsoring erfolgreich. „Die permanente Nennung der Gemeindewerke als Hauptsponsor und Unterstützer vor Ort und im Radio, die direkte Werbung an der Eislauffläche sowie die Verlosung von Freikarten an Kunden trugen positiv zum Image der FGW bei.“

Auch aus der Sicht der Verwaltung war die Veranstaltung – wie leitende Verwaltungsbeamtin Marion Buchta ausführte – gelungen. Die Resonanz in der Bevölkerung, bei Kindertagesstätten und bei den Schulen sei groß gewesen. Beim Markt Feucht gingen zahlreiche Dankschreiben ein.

Eine Fortführung wäre „eine Bereicherung für die Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen sowie auch der Familien in Feucht“, betonte Buchta.

Der finanzielle und personelle Aufwand für den Markt Feucht und die Feuchter Gemeindewerke GmbH belief sich zusammen auf ca. 19.000 Euro.

Verglichen mit dem finanziellen und personellen Aufwand anderer Gemeinden für vergleichbare Eislaufbahnkonzepte sei der Aufwand des Marktes Feucht weit geringer als bei diesen Gemeinden, die derartige Veranstaltungen in Eigenregie durchführen.

Buchta rechnete vor, dass dafür die bisherigen Kosten für die Natureislaufbahn am Freibad – immerhin jährlich zwischen 7000 und 8000 Euro – entfallen. Mit der Fortführung des Projekts am Kirchweihplatz entstehe der Gemeinde ein tatsächlich zusätzlicher jährlicher Aufwand (finanzielle Leistungen und innere Verrechnungen) in Höhe von ca. 3000 Euro (bei einem Zuschuss von 8000 € und inneren Verrechnungen von ca. 2500 Euro) gegenüber einer Natureislaufbahn am Freibad.

Bürgermeister Konrad Rupprecht unterstrich diese Ausführungen und warb für eine dauerhafte Wiederholung.

Nicht so euphorisch wertete Ines Stelzer für die SPD das Thema. Ihrer Ansicht nach wären die Besucherzahlen doch erheblich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Zudem wollte sie wissen, ob sich auch andere Vereine beteiligten und ob die Eislaufbahn zu den zugesagten Zeiten auch geöffnet war. Kritik übte sie vor allem am hohen Energieverbrauch.

Dass man die Besucherzahlen so hoch einschätzte sei – so Bürgermeister Rupprecht – etas blauäugig gewesen. Die Beteiligung anderer Vereine habe man seitens des SC versucht, sei aber nicht gelungen. Er sei sich aber sicher, dass man daran arbeiten werde. Und er zeigte sich zuversichtlich, dass bei einer Neuauflage der Zuspruch weiter wachsen werde.

Attraktives Event

Dass die Eislaufbahn am Kirchweihplatz für Feucht ein „attraktives Event“ war gab ein zunächst skeptischer Gerd Steuer (UCS) freimütig zu. „Da war etwas geboten und das sollte man wiederholen.“ Selbst wenn sein Antrag, zu prüfen, ob man die Eislaufbahn nicht am Freibad aufstelle kann, abgelehnt werde (was mit 6:3 Stimmen auch erfolgte), lehne er die Bahn am Kirchweihplatz nicht ab.

Für ihn sei der Platz am Freibad ideal und er sehe seinen Antrag als „Alternative zum Schutz gegen Lärm“.

Lob für den SC Feucht

Dem entgegenete Bürgermeister Rupprecht, dass es auch am Freibad Anwohner gebe und Herbert Bauer (CSU) ergänzte, dass von der Lage her der Kirchweihplatz zentraler und besser erreichbar sei. Zudem hätte man die Beschwerden wegen Lärmbelästigung ernst genommen und entsprechend reagiert.

Weiter brach er eine Lanze für den SC Feucht, der sich hier mit vielen Personen ehrenamtlich engagiere. Die Eislaufbahn stehe zu günstigen Konditionen zur Verfügung und die Preise wären moderat.

Die Bahn trage zur Familienfreundlichkeit bei und deswegen wäre der Zuschuss gut angelegtes Geld.

„Für mich ist das kein Erfolg“, konstatierte Sabine Meindl (Grüne). Die Eislaufbahn passe nicht, wenn man sich Stromsparen und CO2-Vermeidung auf die Fahnen geschrieben habe. In die gleiche Richtung zielten die Ausführungen von Lothar Trapp („Der extreme Energieeinsatz ist zu hoch“) und Ernst Klier (SPD), der von erheblichen Kosten sprach. Auch die Gemeindewerke würden der Gemeinde gehören.

Er sehe nicht ein, dass man ein Privatunternehmen so unterstütze. Sein Urteil: „Weder sinnvoll noch notwendig“.

Bürgermeister Rupprecht wandte ein, dass andere Gemeinden für einen solchen zweck erheblich mehr Geld ausgeben. In Feucht übernehme dies der SC und dafür gebe die Gemeinde den Zuschuss.

N-Land Lorenz Märtl
Lorenz Märtl