Raiba-Weihnachten

Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich

Narren stürmen Feuchter Rathaus

Volltreffer! Feuchts Bürgermeister Konrad Rupprechtwar der unfreiwillige Hauptdarsteller der Tortenschlacht. | Foto: Wilcke2017/11/Rathaussturm3.jpg

FEUCHT – Auch wenn sich Bürgermeister Konrad Rupprecht in den Reformator Martin Luther verwandelt hatte, schützte ihn das nicht davor, von der Faschingsgesellschaft Feucht-fröhlich in den „Kampf“ um den Rathausschlüssel verwickelt zu werden.

Präsident Pascal Czerwek erläuterte den Zuschauern, die sich auch vom Regen nicht hatten abhalten lassen, dass das Dienstauto Rupprechts – ein Diesel Audi A4 – ein Update erhalten müsste, damit es den gängigen Vorschriften entspricht. Die Marktgemeinde verfolgt da schon ambitionierte Ziele mit der Anschaffung von Elektroautos, deshalb kann der Rathauschef nicht zurückstehen, auch wenn er meist das Rad benutzt.

Dienstwagen stillgelegt

Feucht-fröhlich legte den Dienstwagen still und wollte zusammen mit dem Autozentrum Purucker, das das Auto auch fachgerecht vor das Rathaus schleppte, ein hundertprozentiges Update vornehmen, wofür Konrad Rupprecht allerdings spielen musste. Weil die Faschingsgesellschaft in dieser Session ihr 44-jähriges Jubiläum feiert, gab es natürlich auch schon entsprechend viele Rathausstürme.

Bürgermeister Konrad Rupprecht übergab als Martin Luther den Rathausschlüssel an Pascal Czerwek. | Foto: Wilcke2017/11/Rathaussturm.jpg

Die einzelnen Garden spielten elf Mal jeweils eine Szene aus einem Rathaussturm und der Bürgermeister musste sowohl das Thema als auch das Jahr der Vorstellung erraten. Dabei waren der Rathausumbau 1999 ebenso wie der Schilderwald 2006, die Gründung der Feuchter Narrenpartei 2001 oder der Feuerwehreinsatz mit dem BR im Jahr 2011. Als Jury agierten die Hexen, die mit einem E-Auto ankamen und auch gleichzeitig mit Besen und Bürsten das Säubern übernahmen.

Mit Torte beworfen

Konnte nämlich der Bürgermeister eine Szene nicht zuordnen, musste er sich im Fenster eines aufgestellten Ferrari-Modells mit Torte bewerfen lassen. Auch dem Präsidenten drohte diese Behandlung, wenn er seinerseits nicht mit der richtigen Antwort einspringen konnte. Nicht nur die Kinder und Jugendlichen waren begeistert von der Tortenschlacht, auch einige Zuschauer ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen. Leider waren die Würfe nicht immer erfolgreich, so dass sich die Beiden nicht allzu viel Torte abwischen lassen mussten.

Die Kinder freuten sich über die Tortenschlacht, bei der der Rathauschef ordentlich was abbekam. | Foto: Wilcke2017/11/Rathaussturm2.jpg

Mit etwas Schadenfreude verfolgten auch der stellvertretende Landrat Norbert Reh, der Landtagsabgeordnete Norbert Dünkel, Winkelhaids Bürgermeister Michael Schmidt, der 3. Bürgermeister Gerd Steuer und einige Gemeinderäte sowie die Ehrenvorsitzenden von Feucht-fröhlich, Mecki Binder und Werner Zobel, und Ehrensenator Walter Kicherer das klebrige Spiel.

Update gewährt

Auch wenn Konrad Rupprecht nicht alle Spielszenen richtig zuordnen konnte, gewährte ihm Präsident Pascal Czerwek aufgrund des Jubiläums das hundertprozentige Update und bot ihm den Wagenschlüssel für den Rathausschlüssel zum Tausch. So kampflos wollte dieser natürlich nicht aufgeben und er forderte die Aktiven auf, ihn in seinem Ornat als Martin Luther gewichtsmäßig zu schätzen und mit zwei Gardemädchen und Gesangbüchern aus der nahen evangelischen Kirche aufzuwiegen.

 

Die Hexen sind bei diesen neuen Machtverhältnissen natürlich in ihrem Element. | Foto: Wilcke2017/11/Rathaussturm1-1.jpg

Für den Transport stellte der Bürgermeister neue Einkaufs-Shopper der Marktgemeinde zur Verfügung, für die er dabei gleich Werbung machte. Natürlich war das für die Feucht-fröhlichen keine zu große Herausforderung und sie hatten bald die nötigen Bücher herangeschafft und das entsprechende Gewicht erreicht. Das bedeutete dann auch die umjubelte Übergabe des Rathausschlüssels.

Männerballet trägt die Sänfte

Mecki Binder erinnerte noch kurz an die Gründung der Faschingsgesellschaft vor 44 Jahren und dass damals wenige an ein langfristiges Bestehen geglaubt hatten. Umso mehr freut er sich über das Jubiläum und wünscht sich, dass auch die kommende Generation in diesem Sinn weitermacht.

So ganz sang- und klanglos wollte Konrad Rupprecht dann die Bühne nicht verlassen. Er forderte vier Mitglieder des Männerballetts auf, ihn mit einer bereitgestellten „Sänfte“ in das Rathaus zurückzutragen, was diese gern übernahmen, hatten sie doch wieder einmal erfolgreich um die „Regierungsgewalt“ in den nächsten Wochen gekämpft.

N-Land Anita Wilcke
Anita Wilcke