Raiba-Weihnachten

Wiederholt betrunken am Steuer

Mutter muss ins Gefängnis

Symbolfoto Amtsgericht Hersbruck | Foto: Thomas Kohl2017/03/amtsgericht_hersbruck_symbol.jpg

FEUCHT/HERSBRUCK – Eine junge Frau fährt im April mit ihrem Kleinwagen durch Feucht und verursacht einen Unfall mit hohem Sachschaden. Verletzte gibt es nicht. Eigentlich ist das ein Fall für die Kfz-Versicherung, wäre die Verursacherin nicht mit 1,6 Promille Alkohol und zudem ohne Führerschein unterwegs gewesen. Das Amtsgericht Hersbruck hat die einschlägig vorbelastete Frau nun zu neun Monaten Gefängnis und zweieinhalb Jahren Fahrverbot verurteilt.

Die 39-jährige Feuchterin hatte offenbar schon länger erhebliche Alkoholprobleme. Wegen zweier Trunkenheitsfahrten im Jahr 2016 stand die dreifache Mutter zu dem Zeitpunkt des Unfalls unter Bewährung. Richter Andrè Gläßl machte deutlich, dass jemand, der betrunken Auto fährt und andere gefährdet oder Sachschaden anrichtet eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe bekommen kann.

Weder Führerschein, noch Ausweis

Der in diesem Fall geschädigte Mercedesfahrer war als Zeuge vor Gericht geladen und schilderte, dass die zunächst vor ihm fahrende Frau rechts blinkte, in eine Parkbucht einfuhr, dann aber unvermittelt wieder links auf die Straße fuhr und ihn dadurch an der rechten Wagenseite erfasste. Die Feuchterin stieg unverletzt aus, habe sich entschuldigt und ihn angefleht, das Ganze ohne Polizei zu regeln. Da die Feuchterin aber weder Führerschein noch Ausweis vorweisen konnte, rief der Mann sicherheitshalber doch die Beamten hinzu.

Die Angeklagte räumte ihr Fehlverhalten im Wesentlichen ein: „Ja, ich saß damals am Steuer. Meinem Sohn ging es schlecht und ich ließ mich überreden, ihn zu fahren.“ Nach ihrer Schilderung stand sie allerdings in der Straßenmitte und blinkte ordnungsgemäß, um links abzubiegen. Dabei sei dann der Mercedes von hinten kommend an ihr vorbeigefahren, so sei es zum Zusammenstoß gekommen.

Hohe Rückfallgeschwindigkeit

Die Staatsanwältin blieb bei der anderen Darstellung in der Anklage. Wegen der bestehenden Bewährung und der hohen Rückfallgeschwindigkeit hielt sie eine 19-monatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung und ein vierjähriges Fahrverbot für angemessen. Der Verteidiger dagegen verwies auf die derzeit günstig verlaufende Therapie und appellierte, auch im Hinblick auf die noch junge Tochter, auf eine nochmalige Chance ohne Haft. Stattdessen plädierte er für viele Arbeitsstunden.

Richter Gläßl sah für eine weitere Bewährung – auch wegen der kurzen Rückfallzeit innerhalb der bestehenden Bewährung — keinen Spielraum mehr. Neun Monat Gefängnis und ein Fahrverbot von zweieinhalb Jahren lautete sein Urteil.

hn

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