Konzert des Feuchter Blasorchesters

Musik, so bunt wie der Herbst

Das Blasorchester Markt Feucht bei seinem Herbstkonzert. – Hanna Roth spielte die Solotrompete bei „Memory” von Andrew Lloyd Webber. | Foto: Krätzer2018/10/Feucht-Blasorchester_Solistin-Hanna-Roth_10-2018_381.jpg

FEUCHT – Blätter fallen, das Wetter ist nass-kalt, neblig, und die Sonne scheint jeden Tag etwas kürzer – trübe Herbststimmung. Doch diese Jahreszeit hat auch viele schöne Seiten, eine davon: Das traditionelle Herbstkonzert des Blasorchesters Feucht, das sich für sein Publikum immer Neues einfallen lässt. Mit ihrem Schwung und ihrem bunten Repertoire an flotter Musik bliesen die Musiker in der Reichswaldhalle jeden herbstlichen Blues einfach weg.

Märsche, Polkas, dazu bekannte Klassiker unter anderem aus Film und Musical – es ist Musik, bei der man einfach keine Trübsal blasen kann. Sie steht für Lebensfreude und gute Laune. Werden die Melodien dazu so gut und betont interpretiert wie vom Blasorchester unter Leitung von Marlene Roth in Feucht, machen sie doppelt Freude.

Schon die ersten Trompetentöne klangen wie eine Aufforderung, ein Impuls zum Aufbruch. Diesen Eindruck unterstrichen, wie mit einem dicken Ausrufezeichen versehen, nacheinander einsetzend Holzbläser und Schlagwerk, gefolgt vom ganzen Orchester. Schon war man mitten im Thema, im bekannten „Florentiner Marsch“, auch bezeichnet als „Grande marcia italiana“ des tschechischen Komponisten Julius Fucik.

Er gilt als schönstes Werk Fuciks, als Ideal seiner besonderen Marschkunst und enthält alle Elemente von Dramatik bis Fröhlichkeit. Dabei wirkt er beschwingt, leicht, wie ein Film mit Don Camillo und Peppone. Schmissig kommt er daher, mit hohem Tempo. Wie eine Naturgewalt wirkt dagegen das tiefe Blech im langsameren Teil, das hier die Melodiestimme spielt. Großartig wie Roth und ihr Orchester die Dynamik umsetzten, mit der sich steigernden Laustärke zusätzlich Spannung aufbauten.

Höhepunkt auf Höhepunkt

Ein Höhepunkt jage den nächsten, sagte Moderatorin Miriam Roth – der Florentiner Marsch zur Eröffnung zählte in jedem Fall dazu. Das Blasorchester Feucht sei bekannt und beliebt, stellte Feuchts Bürgermeister Konrad Rupprecht in seiner Begrüßung fest. Das sehe man an den regen Besuchen der Konzerte, aber auch an den Auftritten außerhalb Feuchts, beispielsweise beim Nürnberger Altstadtfest. „Ein echter Fahnenträger“, stimmte Landrat Armin Kroder in seinem Grußwort zu, „etwas ganz Besonderes“. Weiterhin viel Freude wünschte Silvia Guth, die die Grüße des Nordbayerischen Musikbundes überbrachte.

Welches der vielen folgenden Stücke unter die Rubrik „Höhepunkt“ fällt, ist Geschmackssache, mit Sicherheit zählt Kurt Gäbles „Laubener Schellpolka“ dazu – phantastisch gespielt vom Blasorchester. Sie besticht mit ihrem Temperament, den eingestreuten lateinamerikanischen Anklängen und den Akkorden des tiefen Blechs am Anfang (ähnlich dem Lied von Pippi Langstrumpf), die an Dudelsäcke erinnern.

Begeisterter Beifall

Ihre Vielseitigkeit bewiesen die Musiker ebenfalls, denn zum Repertoire gehören Musicals wie Evergreens. Unter anderem luden sie mit Andrew Lloyd Webbers „Memory“ zum romantischen Schwelgen ein – hier begeisterte Hanna Roth als Solistin (Trompete) – und riefen mit einem Medley George Gershwins bekannte Melodien von „Summertime“ bis zur „Rhapsody in Blue“ in Erinnerung.

Traditionell gehört auch ein Auftritt des Jugendblasorchesters (Leitung Marlene Roth) zu diesem Konzert. Mit bezaubernden Musical-Medleys und einem lebhaften Paso doble in Form eines spanischen Marsches spielten sich die Nachwuchsmusiker in die Herzen ihrer Zuhörer. Erst nach der Zugabe „Hit the Road, Jack“ gaben sich diese zufrieden.

Begeisterter Beifall belohnte ebenfalls die „Großen“, die sich mit dem „Frankenlied-Marsch“ und „Du weißt, ich liebe dich“ als Zugaben bedankten.

N-Land Dorothée Krätzer
Dorothée Krätzer