Halbzeit-Bilanz des 1. SC Feucht

Landesliga als Betriebsunfall?

Einer der Hauptgründe, warum der SC Feucht in der Landesliga Nord Ost so gut mit dabei ist, steht zwischen den SC-Pfosten: Auch dank Keeper Andreas Sponsel kassierten die Feuchter nach Spitzenreiter ATSV Erlangen (13) bislang die zweitwenigsten Gegentreffer (19). | Foto: Zink2018/01/20171027_feucht_schwabach_juera_0040.jpg

FEUCHT – Nach dem unnötigen Abstieg aus der Bayernliga hat es beim 1. SC Feucht im Sommer zahlreiche Kaderänderungen gegeben. Auch der Posten des Cheftrainers ist mit Rainer Zietsch (53) neu besetzt worden. Bisher läuft es für den früheren Drittligisten sehr ordentlich. Zwar ist Platz eins wohl nicht mehr erreichbar, aber der Tabellendritte hat bei zwei Spielen Rückstand gegenüber dem Zweitplatzierten TSV Nürnberg-Buch noch alle Trümpfe in der Hand die Relegation zur Bayernliga erreichen zu können.

Es wäre für die Feuchter sogar noch etwas mehr drin gewesen, wenn da nicht die schweren Verletzungen im Angriff von Michal Nowak und Fatih Boynügrioglu gewesen wären. Trainingsauftakt ist am Samstag, 20. Januar. Dann wollen die Feuchter noch einmal in Richtung Platz zwei angreifen.

Überflüssiger Abstieg

Völlig überflüssig war der Bayernliga-Abstieg des 1. SC Feucht. Dem Team wurde zum Verhängnis, dass er die Spiele beim Schlusslicht VfL Frohnlach (0:3) und gegen den SV Erlenbach (1:2) verloren hat. Diese sechs Punkte fehlten in der Endabrechnung. So musste das Ensemble aus dem Nürnberger Vorort in die Abstiegs-Relegation. In der ersten Runde zog Feucht mit dem 0:3 beim FSV Erlangen-Bruck schon den Kürzeren, im Rückspiel reichte es nur zu einem 2:0-Erfolg. Weil die SpVgg Unterhaching den Aufstieg in die 3. Liga schaffte, durften die Kicker des 1. SC Feucht dann doch noch die Trostrunde bestreiten.

Auswärts bei der SpVgg Jahn Forchheim wurde mit 2:1 gewonnen und so schien der Klassenerhalt greifbar nahe. Doch im heimischen Waldstadion gaben die Mittelfranken ein 1:0 aus der Hand, unterlagen am Ende mit 2:4 und mussten damit nach zwei Jahren Bayernliga zurück in die Landesliga Nordost. Der Abstieg hatte einen Aderlass und einen Neuanfang zur Folge. Nach sieben Jahren musste Trainer Klaus Mösle gehen, Ex-FCN-Profi Rainer Zietsch wurde neu installiert und auch die Mannschaft bekam ein völlig neues Gesicht.

Trotzdem gelang ein toller Saisonstart. Nach drei Unentschieden gab es sechs Siege. Vor allem die Defensive um den sehr starken Keeper und Kapitän Andreas Sponsel stand super. Die erste Niederlage setzte es im zehnten Spiel beim Spitzenreiter ATSV Erlangen mit 0:1 und das war sehr unglücklich, denn Feucht war da die bessere Mannschaft. Im weiteren Verlauf gab es bei den beiden Aufsteigern TSV Sonnefeld und der SpVgg Erlangen zwei 1:3-Niederlagen. Daheim hielt sich Feucht schadlos und so wurde es am Ende ein dritter Platz mit 40 Punkten.

Coach bei der U17-WM

Im Oktober fehlte Coach Zietsch einige Wochen, weil er mit der deutschen U17-Nationalmannschaft und deren Cheftrainer Christian Wück als Assistent mit bei der WM in Indien war: „Eine ganz tolle Erfahrung. Es war schon beeindruckend“, schwärmt Zietsch noch heute. Im Viertelfinale war dann allerdings vor mehr als 60.000 Zuschauern in Kalkutta Schluss, da schied Deutschland gegen Brasilien aus. Die Punktspiele aus diesem Zeitraum wurden verlegt, zwei müssen noch nachgeholt werden.

„Mit dem bisherigen Saisonverlauf und der Punkteausbeute können wir zufrieden sein. Wir haben noch alle Chancen nach dem Winter. Ziel ist es so gut wie möglich abzuschneiden. Platz eins ist wohl weg, aber Zweiter können wir noch werden“, sagt der Feuchter Coach. Immerhin stehen ja noch 15 Spiele aus, da können die sechs Punkte Rückstand auf Buch aufgeholt werden, denn der Kontrahent hat schon zwei Partien mehr absolviert.

Personalwechsel wird es im Winter wohl nicht geben: „Es ist nichts geplant. Wir halten aber Augen und Ohren offen“, lässt Zietsch wissen, der seine Truppe am 20. Januar zum Trainingsauftakt bittet.

„Platz zwei ist noch drin“

Eine Verstärkung für die Offensive wäre wünschenswert. „Da sind wir etwas dünn besetzt“, weiß Zietsch. Seit September fehlt Angreifer Michal Nowak mit einem Kreuzbandriss. Und auch Offensivkraft Fatih Boynügrioglu ist lange ausgefallen, er zog sich im Oktober einen Schien- und Wadenbeinbruch zu. Der 18-Jährige könnte, wenn der Genesungsverlauf optimal verläuft, im Frühjahr zurückkehren: „Es ist schwer eine Prognose abzugeben“, weiß Zietsch.

Der Feuchter Coach, der nebenher seinen Fußballlehrer absolviert, will mit seinem Team aber noch voll angreifen. „Sollte sich diese Möglichkeit ergeben, oben ranzukommen, dann wollen wir zugreifen.“

Sollte der ehemalige Regionalligist das schaffen, dann ist sogar die Korrektur des Betriebsunfalles aus der vorigen Saison durchaus möglich.

Winterfahrplan des SC Feucht

Für Samstag, 20. Januar ist bei den Feuchtern der Trainingsauftakt angesetzt. Ab da gilt es dann rund einen Monat lang, sich auf den Re-Start am 4. März beim TSV Buch vorzubereiten. Vier- bis fünfmal in der Woche bittet Coach Rainer Zietsch seine Jungs in dieser Zeit zum Training. Die restlichen Tage sind für Regeneration und Testspiele verplant.

Testspiele im Überblick:

28.1. Raigering, 13.30 Uhr: SV Raigering – SC Feucht
1.2. Trainingsgelände FCN, 17 Uhr: 1. FC Nürnberg II – SC Feucht
4.2. Kareth-Lappersdorf, 14 Uhr: TSV Kareth-Lappersdorf – SC Feucht
11.2. Vfl Nürnberg, 17 Uhr: SC Feucht SpVgg Weiden
17.2. Burglengenfeld, 16 Uhr: ASV Neumarkt – SC Feucht
24.2. Zirndorf, 15 Uhr: ASV Zirndorf – SC Feucht

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