Zwölf Hexen in der Bote-Redaktion

Kussmarathon überlebt – Feuertaufe bestanden

Hingabe, Frohsinn, Andacht, Beherrschung: Jeder feiert auf seine Art. | Foto: Alex Blingen2018/02/feucht-hexen-6.jpg
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FEUCHT – „Wir sind heuer ganz harmlos“, kündigten sich die närrischen Hexen für ihren obligatorischen Redaktionsbesuch gestern an. Und natürlich tat man gut daran, dieser Ankündigung nicht zu glauben. Harmlose Hexen gibt es per Definition nicht, schon gar nicht an Weiberfastnacht.

Los mit dem Ärger ging es ja schon, da waren sie noch gar nicht im Haus. Erst wollten sie um elf Uhr kommen, dann zwischen 12 und 12.30 Uhr, dann „so bald wie möglich“. Mit viel Rabatz, Geschäker und Musik sind sie dann doch noch kurz vor 12.30 Uhr eingelaufen. Hexen eben!

„Harmloses“ Programm

Viel Gegenwehr hatte der männliche Teil der Boten-Belegschaft den Furien und ihrem „harmlosen“ Programm nicht entgegenzusetzen. Doch immerhin überraschten sie durch ihre Präsenz.

Waren in den vergangenen Jahren nämlich immer wieder männliche Kollegen dummerweise krank, auf einem unaufschiebbaren Termin oder im lange geplanten Urlaub, wenn sich die frechen Weiber ankündigten, so standen Verleger Ulrich Bollmann, Druckereileiter Steffen Bollmann und sämtliche Männer der Redaktion gottergeben schon ab 9 Uhr Gewehr bei Fuß, allerdings bis auf den Verleger ohne Schlips.

Das gab natürlich zunächst Minuspunkte, aber der Eifer, den sie dann beim heurigen Hexen-Animations-Programm an den Tag legten, stimmte die fröhlichen Xanthippen wieder milde.

Der neue „Geist“

Erklärtes Objekt der Begierde war dieses Jahr natürlich der neue Redaktionsleiter. Ihm und dem neuen „Geist“, der durch die Verlagsräume weht, schrieben sie zu, dass es älteren wie jüngeren Hexen-Damen plötzlich ordentlich heiß wurde. Und wie zu erwarten war, wurde dem neuen Chef der Redaktion nichts geschenkt.

Zusammen mit den anderen Herren der Schöpfung gab es für ihn einiges zu tun, aber die Männertruppe ließ sich nichts nachsagen, denn sie hatte ja einiges gutzumachen. Die Hexen hatten nämlich zu ihrem 44-jährigen Geburtstag eine ganz besondere Überraschung erwartet, wurden aber enttäuscht: Nur die üblichen Brezen und Sekt, hm. Da mussten sie sich eben selber ein Geburtstagsprogramm einfallen lassen, verkündete Hexe Anita.

Aber das hatte es in sich und konnte mit einigen kleinen Gemeinheiten aufwarten: Singen und Lieder-Erkennen war da noch das einfachste, Schunkeln zum selbst komponierten Geburtstagslied unter dem Dirigat von Hexe Beate eine der leichtesten Übungen.

Fieses Schokokuss-Wettessen

Das Schokokuss-Wettessen mit den Händen auf dem Rücken empfand man schon eindeutig fieser, es wurde aber schließlich auch gemeistert. Steffen Bollmann war der schnellste und geriet über seinen Preis, einen 5-Cent-Lolly, förmlich in Ekstase. Den Vogel schoss aber das Begriffe-Raten ab, bei dem der Proband einen oder mehrere Korken im Mund hatte. Alle dazu Verdammten schlugen sich nicht schlecht, interessierten sich aber eindeutig am meisten dafür, ob es sich bei den Korken um Ein- oder Mehrweg-Stöpsel handelte…

Weitere sinnfreie Spielchen wurden mit dem Höhepunkt der alljährlichen Heimsuchung geadelt, der Ordensverleihung. Diese besonderen Auszeichnungen wurden dieses Mal auch an weibliche Redaktionsmitglieder vergeben, denn von ihnen erhofft sich die temperamentvolle Hexenbande bei der Suche nach Nachwuchs Unterstützung.

Die ganz offizielle Auszeichnung erhielt dieses Jahr zum ersten Mal natürlich der neuen Redaktionsleiter Christian Geist, dem es erst gegen Ende der närrischen Stunde gelang, den Schrecken, den ihm die zwölf irren Weiber einjagten, halbwegs zu verbergen.

Fein heraus war dagegen Sportredakteur Krischan Kaufmann, der bereits vor einigen Jahren seine Weiber-Fastnacht-Initiation über sich ergehen ließ und beinahe entspannt den Geburtstagsspielchen beiwohnen konnte.

Die Feuertaufe, den Kussmarathon nach der Verleihung des Ordens, überstand dann auch der neue Chef unbeschadet und flüchtete erleichtert in die Mittagspause.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler