Raiba-Weihnachten

SC Feucht gewinnt 3:2 beim Baiersdorfer SV

Kaya, Nowak und ein bisschen Dusel

Mit eineinhalb Toren der Matchwinner beim SC Feucht: Michal Nowak erzielte einen Treffer selbst und gab die „Vorlage“ zum Baiersdorfer Eigentor. | Foto: kk2017/08/DSC_0906.jpg

Es läuft langsam beim 1. SC Feucht. Die Zeidler sind in dieser Saison weiter ungeschlagen und haben mit dem 3:2 (1:1) beim Baiersdorfer SV den zweiten Sieg in Folge eingefahren. Auf die Tabellensituation hatte die Mini-Serie jedoch keine allzu große Auswirkung. Da sich die Konkurrenz zeitgleich keine Patzer erlaubte, konnte der SC gerade mal um einen Rang auf Platz sieben klettern.

BAIERSDORF/FEUCHT – „Super Trainer, super Trainer, hey, hey!“ Eigentlich wollte Rainer Zietsch am Mittwochabend nach Schlusspfiff möglichst schnell das Baiersdorfer Sportgelände verlassen, um noch rechtzeitig seinen Zug nach Köln zu erwischen. Aber der SC-Coach hatte die Rechnung offensichtlich ohne seine Fans gemacht. Auf dem Weg in die Kabine passten die rüstigen Seniorinnen, die seit Jahren schon den harten Kern des Feuchter Anhangs bilden, den ehemaligen Club-Profi ab und ließen ihn minutenlang lautstark hochleben. Zietsch, ganz Gentleman, dankte den Damen herzlich für das überschwängliche Lob – und konterte mit Selbstironie. „Früher“, so erklärte er augenzwinkernd und meinte damit seine eigene Zeit als Profi, „standen da mal 30-Jährige!“

Bis der SC Feucht wieder jüngere Semester in größerer Zahl anzieht, dauert es wahrscheinlich noch ein wenig. Aber die Zietsch-Truppe ist auf einem guten Weg. Das hat das Spiel beim Baiersdorfer SV gezeigt. Zu Beginn der Saison hätte der SC am Ende wohl noch den Ausgleich kassiert, womöglich sogar verloren. Aber mittlerweile scheint die Mannschaft so gefestigt, dass sie auch enge Spiele mit Willen und ein wenig Glück gewinnen kann.

Früher Warnschuss

Natürlich hätten es sich die Feuchter gegen die „Kren-Kicker“ auch deutlich einfacher machen können. Nachdem die bis dato sieglosen Hausherren in der 13. Minute einen ersten Warnschuss abgegeben hatten, steigerten sich die Zeidler deutlich und rissen nach und nach das Spiel an sich. Fatih Boynügrioglu versuchte es in der 22. Minute mit einem Lupfer aus 35 Metern, den BSV-Keeper Lukas Drummer gerade noch zur Ecke lenken konnte. Fünf Zeigerumdrehungen später war es dann sein Hintermann auf der linken Seite, Kaya Yasar, der nach einem Gewühl im Baiersdorfer Strafraum den Rebound mit links ins lange Eck knallte. Die verdiente Führung für die Feuchter, die jedoch nicht einmal 60 Sekunden hielt.

Direkt nach dem Anstoß schickte BSV-Kapitän Nicolas Schwab Mitspieler Christian Kraus auf die Reise. Der schnelle Stürmer sprintete auf und davon, die Feuchter Abwehr leistete nur zurückhaltenden Begleitschutz und Kraus schob ungehindert zum Ausgleich ein.

SC reagierte geschockt

Die Gäste reagierten auf das Gegentor geschockt, bis zur Pause machte sich zunehmend mehr Verunsicherung breit, so dass sie sich gegen die anstürmenden Baiersdorfer häufig nur noch mit Fouls zu helfen wussten. Gerade in dieser Phase machte sich der Ausfall von Routinier Marco Christ, der wegen einer OP am Knöchel wahrscheinlich den August über ausfallen wird (Der Bote berichtete), bemerkbar. Es fehlte beim SC im Mittelfeld ein Anführer, der sich den Angriffen der Hausherren, mutig entgegengestemmt hätte.

Boynügrioglu verletzt raus

Trainer Zietsch hatte das Problem erkannt, nachdem allerdings Boynügrioglu frühzeitig aufgrund einer Knöchelverletzung ausgewechselt werden musste, fehlte ihm die Alternativen auf der Bank, um neue Akzente zu setzen. Während der Pause versuchte er daher erst gar nicht personell umzustellen, sondern forderte seine Jungs stattdessen auf „mutig weiterzuspielen.“

Mit diesem Vorsatz kam der SC aus der Kabine – und hätte kurz nach Wiederanpfiff beinahe den nächsten Dämpfer kassiert. In der 48. Minute landete eine Flanke von Max Schmitt bei Kraus, der die Kugel aber an den Querbalken nagelte. „In dieser Situation hatten wir natürlich großes Glück“, musste hinterher auch Zietsch zugeben. Denn seine Elf wäre in dieser Verfassung nach einem erneuten Rückschlag wohl kaum noch zurückgekommen. So aber probierte der SC, sich wieder zu stabilisieren, hinten sicher zu stehen und gleichzeitig das Konterspiel zu forcieren. Die Folge war das 1:2 in der 63. Minute: Nach einem Freistoß für die Baiersdorfer schalteten die Feuchter blitzschnell um und bedienten den kurz hinter der Mittellinie lauernden Michal Nowak. Der Pole startete durch, umkurvte BSV-Schlussmann Drummer, und netzte zur erneuten Führung ein.

Zittern bis zum Schluss

Baiersdorf steckte aber nicht auf und erarbeitete sich zahlreiche Möglichkeiten. Trotzdem gelang das nächste Tor erneut den Feuchtern. In der 78. Minute fuhr der SC den nächsten Konter, Nowak trieb die Kugel die linke Seite entlang, schloss ab und vom Fuß von Baiersdorfs Innenverteidiger Schmitt prallte die Kugel ins Tor – 1:3.

Damit war das Spiel jedoch immer noch nicht gelaufen, denn die Gastgeber rannten weiter wütend an und verkürzten in der Nachspielzeit noch auf 2:3. Nach einem Freistoß von links stieg im Strafraum Nicolas Schwab am höchsten und gab mit seinem Kopfballtreffer das Signal zur hitzigen Schlussoffensive (92.).

In weiteren drei Minuten bis zum Schlusspfiff passierte dann aber auf beiden Seiten nichts mehr, so dass SC-Coach Zietsch hinterher von einem „glücklichen, aber auch verdienten Sieg“ seiner Mannschaft sprechen durfte – und die ihm geltenden Sprechchöre erleichtert genießen konnte.

 

Baiersdorfer SV: Drummer – Schwab, Wurm, Scherer, Schmitt, Zecho (75. Said), Noppenberger, Karsak, Wondra (57. Hoffmann), D Schütz (55. Zessinger), Kraus

1. SC Feucht: Sponsel – Uwadia (68. Gkenios), Kaya, Ivic, Wittmann, Mandelkow, Eckert, Boynügrioglu (31. Janin), Spielbühler, Wessner, Nowak (86. Schneider)

Schiedsrichter: Björn Söllner (Schonungen)

Zuschauer: 120

Tore: 0:1 Yasar Kaya (26.), 1:1 Christian Kraus (27.), 1:2 Michal Nowak (61.), 1:3 Max Schmitt (78. Eigentor), 2:3 Nicolas Schwab (90. + 2)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann