5:0-Heimsieg gegen VfL Frohnlach

Horror-Foul überschattet Feuchter Tor-Gala

Große Sorge um Fatih Boynügrioglu. Der 19-Jährige wurde Opfer eines bösen Fouls der Frohnlacher Keepers. | Foto: kk2017/08/DSC_2926.jpg

FEUCHT – Fünf Tore, der sechste Sieg in Serie – aber nach feiern war beim SC Feucht nach dem 5:0 gegen den VfL Frohnlach am Freitagabend absolut niemand zu Mute. Denn der souveräne Heimsieg der Zeidler gegen die Oberfranken wurde überschattet von einer Horrorszene in der 77. Minute, die den Verein noch lange beschäftigen wird. 

Die Ausgangslage: Unterschiedlicher hätten die Voraussetzungen vor dem Duell der beiden Bayernliga-Absteiger kaum sein können. Hier die Feuchter, die seit dem 4. Spieltag von Sieg zu Sieg eilen und sich in Windeseile in der neuen Liga zurecht gefunden haben. Dort die Frohnlacher, die bis zum vergangene Wochenende noch keinen Punkt geholt hatten und auch gegen Baiersdorf nur mit Mühe ihren ersten Dreier einfahren konnten. 

Die erste Halbzeit: Begann zäh. Die Feuchter kamen mit der Favoritenrolle nur schlecht zurecht und zeigten nur wenig von der Spielkultur, die sie in den letzten Partien so ausgezeichnet hatte. Zum Glück für die Hausherren hatte ihr Linksverteidiger Yaser Kaya jedoch einen wahren Sahnetag erwischt. Seine Ecken und Freistöße waren der Schlüssel zum Erfolg. In der 15. Minute schlenzte der Deutschtürke einen Eckball an den zweiten Pfosten, wo Nico Wessner lauerte und per Kopf auf 1:0 stellte. Knapp zehn Minuten später schnappte sich Kaya dann bei einer Ecke erneut die Kugel, zirkelte das Spielgerät diesmal an den ersten Pfosten und der junge Yannick Schneider hatte keine Mühe, per Kopf das 2:0 zu erzielen (26.). Die Gäste konnten aus der Feuchter Lethargie in Durchgang eins kaum Kapital schlagen. Bei ihrem einzigen gefährlichen Angriff in der 43. Minute drosch Dominic Lauerbach den Ball in den Feuchter Abendhimmel. Die Antwort der Feuchter folgte prompt: In der Nachspielzeit der ersten Hälfte überraschte Kaya den Gegner mit einem flachen Freistoß, im Fünf-Meter-Raum stand Felix Spielbühler goldrichtig und drückte den Ball zum 3:0 über die Linie.  

Die zweite Halbzeit: Begann für die Feuchter nach Plan. Der SC agierte mit der klaren Führung im Rücken  nun deutlich engagierter und kam direkt in der 46. Minute zu einer Großchance, die VfL-Keeper Darran Griffin jedoch gekonnt verhinderte. Kurz darauf war er jedoch machtlos: Kaya – schon wieder – setzte sich perfekt auf der linken Seite durch, ließ dabei noch trickreich seinen Gegenspieler aussteigen, passte nach innen und Stephan König brauchte nur noch zu vollenden – 4:0 (47.) Damit wäre die Partie eigentlich gelaufen gewesen. Aber die Feuchter hatten noch nicht genug, pressten weiter nach vorne und kamen so zu weiteren Torszenen, von denen eine dann in der in der Katastrophe endete. In der 77. Minute schickte Ljuban Ivic mit einem langen Ball aus dem Mittelfeld den eingewechselten Fatih Boynügrioglu. Der Feuchter Wirbelwind schüttelte seine Gegenspieler ab, drang mit Hochgeschwindigkeit in den Strafraum ein und schaffte es gerade noch den Ball ins Tor zu schlenzen, bevor der ohne Rücksicht auf Verluste – und vor allem ohne Chance an den Ball zu kommen – heranstürmende VfL-Schlussmann ihn abräumte. Ein Foul, das einem Anschlag gleichkam. Das Krachen, als Griffin Boynürgrioglus Standbein zerschmetterte, war über den ganzen Platz zu hören. Nach dieser Attacke, für die der Übeltäter zum Entsetzen der Zuschauer nur mit der Gelben Karten bestraft wurde, war das Spiel endgültig gelaufen. Schiedsrichter Moritz Fischer pfiff die Partie danach zwar noch einmal an, aber allen Akteuren war der Schock deutlich anzumerken. In den restlichen Minuten wollte kein wirkliches Fußballspiel mehr zu Stande kommen. Nach Schlusspfiff wurde Boynügrioglu mit Verdacht auf Schien- und Wadenbeinbruch per Krankenwagen ins Südklinikum abtransportiert. 

Stimmen zum Spiel: „Glückwunsch an die Mannschaft, sie hat das Spiel doch relativ souverän gewonnen. Auch wenn wir bei den ersten drei Toren immer Standards gebraucht haben und die erste Hälfte bestimmt nicht unsere beste war. Aber am Ende hat sie dann ja noch schöne Tore herausgespielt und das Spiel verdient gewonnen. Bei Fatih sieht es im Moment leider so aus, als ob er einen Schien- und Wadenbeinbruch hat, was für uns extrem bitter wäre. Fatih können wir nicht ersetzen und von daher hoffe ich und drücke alle Daumen, dass die Verletzung vielleicht doch nicht so schlimm ist.“ (SC-Trainer Rainer Zietsch)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann