Auf Feuchter Kirchweih

Gewürgt bis zur Ohnmacht

Symbolfoto Amtsgericht Hersbruck | Foto: Thomas Kohl2017/03/amtsgericht_hersbruck_symbol.jpg

FEUCHT/HERSBRUCK – Ein betrunkener 49-Jähriger spielte bei der Feuchter Kirchweih den Ritter für seine Freundin und würgte einen 16-Jährigen, der offenbar Streit mit ihr hatte. Das Amtsgericht Hersbruck verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis.

Der Endvierziger war im vergangenen Sommer am Abend noch auf der Kirchweih in seinem Feuchter Wohnort unterwegs, als er sah, dass gerade ein Jugendlicher aus dem Autoscooter ausstieg. Er sah ihn, ging geradewegs auf den 16-Jährigen zu, packte ihn, nahm ihn in den Schwitzkasten und würgte ihn am Hals bis ihm schwarz vor Augen wurde und er umkippte. Ein Unbekannter ging dazwischen.

Deutlich über ein Promille

Anlass der Attacke waren wohl Streitigkeiten, die der Schüler schon längere Zeit vorher mit seiner damaligen Freundin gehabt habe. Zu den Vorhaltungen des Staatsanwaltes sagte der Verteidiger: „Die Anklagepunkte sind bedauerlich, treffen aber vollumfänglich zu.“ Ein von der Polizei durchgeführter Test ergab damals einen Alkoholpegel von deutlich über einem Promille. Im Zeugenstand sprach der Schüler von Schmerzen und Würgemalen am Kehlkopf.

Für den Staatsanwalt war wegen des langen Würgens am Hals der Tatbestand einer gefährlichen Körperverletzung erfüllt. Er plädierte auf eine Freiheitsstrafe von einem Jahr ohne Bewährung. Der Verteidiger stimmte ihm zu, forderte aber Bewährung.

Richter Klaus Schuberth verwies auf die Liste von 19 Vorstrafen für unterschiedlichste Delikte, darunter etliche auf Bewährung. Er folgte der Anklagevertretung.

N-Land Helmut Neitz
Helmut Neitz