Hundebesitzer klagen über Giftköder

Für Archon kam jede Hilfe zu spät

Erinnerungsfoto an Andor vom Waldwind, der einem Giftanschlag im Eichenhain erlag. | Foto: privat2018/01/archon-internet.jpg

FEUCHT – Für einen Hundebesitzer ist es der Alptraum schlechthin: Das vierbeinige Familienmitglied verschluckt etwas beim Gassi-Gehen, wird krank, erholt sich nicht und muss eingeschläfert werden. Diagnose der Tierärztin: Vergiftung.

Dieses Erlebnis verarbeitet derzeit der Feuchter Markus Fischer. Sein reinrassiger Dalmatiner Andor vom Waldwind, genannt Archon, wurde wohl gezielt Opfer von Menschen, die im Dezember im Eichenhain Giftköder auslegten.

Nicht nur Archon allein hat es erwischt, weiß der Hundebesitzer, der sich noch nicht mit dem grausamen Tod seines Tieres abgefunden hat. Aus weiteren Gesprächen mit anderen Hundehaltern, die ebenfalls im Park in Bahnhofsnähe mit ihren Tieren Gassi gehen, hat er erfahren, dass im gleichen Zeitraum weitere Hunde vergiftet worden sind, zwei weitere waren ebenfalls nicht mehr zu retten.

Da Archon einen ausgeprägten Bewegungsdrang hatte, ging Fischer mit ihm viel im Wald spazieren. Zuletzt aber führte der Weg der beiden eher in den nahen Eichenhain, denn Archon war kurz zuvor an der Prostata operiert worden und es sollte verhindert werden, dass sich der Wildfang die Operationsnaht aufriss.

Drama nahm seinen Lauf

Der Hund, der aus einer Züchtung bei Münchberg stammt und fast zehn Jahre im Haushalt von Markus Fischer lebte, befand sich nach dem Eingriff bereits auf dem Weg der Besserung, als sich das Drama ereignete, so der 35-Jährige. Am 17. Dezember, ein Sonntag, musste sich der Dalmatiner übergeben. „Ich habe das zunächst nicht so ernst genommen und mit der zurückliegenden OP und der entsprechenden Aufregung in Verbindung gebracht“, erinnert er sich. Doch auch am darauffolgenden Montag ging es Archon nicht bessser, der Bauch war hart, dazu kamen Durchfälle und das Tier wollte sich gar nicht mehr bewegen.

Die Tierärztin in Wendelstein stellte zunächst Magenkrämpfe fest und verabreichte ein Schmerzmittel. „Doch wenn die Wirkung nachließ, war es wieder so schlimm wie zuvor“, so Fischer. In der folgenden Nacht konnte der Vierbeiner kaum noch atmen und erbrach seine zersetzten Innereien, so dass er am Morgen danach eingeschläfert werden musste.

Markus Fischer hat den Tod seines Hundes noch nicht verwunden. Eines Tages wird er sich wieder ein Tier anschaffen, aber im Moment sieht und hört er Archon noch überall. Als seine Oma im November im hohen Alter verstarb, war das für ihn nicht so schlimm, wie sein Haustier qualvoll verenden zu sehen.

Wann und in welcher Form der Rüde das Gift – nach Aussage der Tierärztin kein Rattengift – gefressen hat, kann er leider nicht sagen, er will aber unbedingt andere Hundebesitzer warnen. Bei der Polizei wird er noch Anzeige erstatten, in der Gemeinde hat er den Vorfall bereits gemeldet.

Jens Söckneck, der Leiter des Ordnungsamts, versicherte, dass man den Fall verfolgen und entsprechend reagieren werde, vor allem, wenn sich noch weitere Hundebesitzer mit ähnlichen Erlebnissen beim Markt Feucht melden sollten. In diesem Fall würden Warnschilder mit verständlichen Piktogrammen aufgestellt werden, denn – so gab Söckneck zu bedenken – der Eichenhain wird wegen des Spielplatzes ja auch von kleinen Kindern frequentiert.

Für Archon kämen solche Maßnahmen natürlich zu spät, doch Markus Fischer sind sie dennoch wichtig: „Dann hätte der brutale Tod meines Hundes wenigstens noch einen gewissen Sinn.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler