Bodenbelag im Pausenhof des Schulzentrums hebt sich

Feuchter Faltenwurf

Als „sehr, sehr ärgerlich“ bezeichnet Bauamtsleiter Andreas Brandmann die Falten im Belag des Feuchter Pausenhofs. | Foto: Geist2018/01/Feucht-Pausenhof-Bodenbelag-Brandmann-1.jpg

FEUCHT – Was ist grün, wächst im Pausenhof des Schulzentrums und bereitet Schule und Marktgemeinde seit Anfang Dezember Kopfzerbrechen? Der Belag, der sämtliche Spielgeräte umgibt und das Fußballfeld überzieht. Doch das eigentliche Rätsel ist ein anderes: Warum dehnt sich das Material und wirft knöchelhohe Falten? Bauamt, Hersteller und Ingenieurbüro können es nicht erklären.

Bereits kurz vor seiner Fertigstellung im Juli 2017 sorgt der neu gestaltete Pausenhof im Bauausschuss für Unmut. Statt anfangs geplanter Baukosten von 530 000 Euro schluckt die Sanierung am Ende knapp 735 000 Euro. Im Ausschuss ist von „Selbstbedienungsladen“ und „massiver Fehlplanung“ die Rede (wir berichteten). Immerhin hält das Nürnberger Ingenieurbüro Adler und Olesch die zeitliche Vorgabe ein, der Pausenhof wird zu Beginn der Sommerferien fertig und ist ab dem ersten Schultag im September bespielbar.

„Stopp“: Diese Fahne hisst der Hausmeister eigentlich nur bei Glätte. Seit Anfang Dezember flattert sie dauerhaft im Wind.2018/01/Feucht-Pausenhof-Bodenbelag-Brandmann-3.jpg

 

Nur drei Monate später aber muss die Schulleitung das Herzstück des neuen Hofs sperren. Auf dem Fußballfeld und auch im Bereich der Balancierstangen, Hängebrücken und sonstigen Spielgeräte wirft der Bodenbelag erste Falten. Zunächst glauben Bürgermeister Konrad Rupprecht und Bauamtsleiter Andreas Brandmann noch an Blasen, die Feuchtigkeit und Frost geschuldet sein könnten. Im Lauf des Dezembers wachsen diese jedoch immer weiter und verpassen der ebenen, grünen Spielfläche das Profil der schottischen Highlands.

Was Brandmann besonders verwundert: „Am Rand schließt der Belag nach wie vor bündig ab. Er hat sich nicht etwa zusammengezogen, sondern ist mehr geworden.“ Anders als bei typischen Frostschäden hat sich unter den Falten auch kein Wasser gesammelt. Mit dem Fuß lassen sich die hohlen Hügel leicht zu Boden drücken. Gibt man nach, ploppen die Stolperfallen wieder in die Höhe.

Ein Feuchter Phänomen

Nun rätseln Bauamt, Belaghersteller und Ingenieurbüro über die seltsame Vermehrung des Materials. Zur genaueren Untersuchung wurde ein Stück des Bodens herausgeschnitten. Ein Blick ins Innere gibt den Aufbau des Faltengebirges preis. Der Belag besteht aus zwei Schichten, die nacheinander aufgetragen werden. „Das wird verstrichen wie ein Putz an der Hauswand“, erläutert Brandmann. Beim Trocknen vereinen sich Granulat und Harz zu einem homogenen Belag, mit dem auch Basketballfelder angelegt und Leichtathletik-Bahnen gezogen werden. „Es handelt sich hier um kein neues Produkt, um keinen Feldversuch. Das Material wird seit Jahrzehnten eingesetzt“, sagt Brandmann.

Dessen Schichten bestehen aus einem Granulat-Harz-Gemisch.2018/01/Feucht-Pausenhof-Bodenbelag-Brandmann-2.jpg

 

Das Problem der Faltenbildung sei ein Feuchter Phänomen und bislang weder Hersteller noch Baufirma bekannt. Einer von beiden wird aber für den Schaden aufkommen müssen. „Entweder es ist ein Material- oder ein Ausführungsfehler“, meint Brandmann und versichert, dass keine Mehrkosten auf die Gemeinde zukommen werden. Sollten sich Hersteller und Baufirma nicht einigen, schrecke die Verwaltung auch nicht davor zurück, dem Unternehmen zu kündigen und rechtliche Schritte einzuleiten.

Beheben lässt sich der Schaden frühestens im März, es braucht trockenes Wetter und konstant Plusgrade. Den jetzigen Belag haben die Falten nämlich irreparabel geschädigt, er muss herausgerissen und durch neues Granulat-Harz-Gemisch ersetzt werden. Laut Brandmann sind die Arbeiten binnen zwei bis drei Wochen zu schaffen. Und selbst wenn die Gemeinde rechtlich gegen das Bauunternehmen vorgehen müsse, verzögerten sich diese um maximal vier Wochen. Bestenfalls könnte die Gemeinde sogar den Termin der offiziellen Einweihung des Pausenhofs halten. Dieser war und ist für April geplant.

N-Land Christian Geist
Christian Geist