Relegationswunder knapp verpasst

Feucht schießt sich für Forchheim warm

Der Mann des Spiels auf Feuchter Seite: Mit seinem Kopfballtreffer zum 2:0 hielt Oscar Ortiz gegen den FSV Erlangen-Bruck die Hoffnung auf das Wunder am Leben und hätte mit diesem herrlichen Drehschuss zum Schluss beinahe dafür gesorgt, dass es auch eintritt. | Foto: Zink2017/06/scfeuchtfsverlangenbruck.jpg

FEUCHT – Jubel und Ekstase, Frust und Enttäuschung – zwischen diesen Extremen schwankte am Samstagnachmittag die Stimmung im Feuchter Waldstadion. Während die Spieler des FSV Erlangen-Bruck über den Platz tanzten und mit ihren zahlreich angereisten Fans ausgelassen den Aufstieg in die Bayernliga feierten, blieb den Feuchtern nichts anderes übrig, als den Gegnern zu gratulieren und dann mit hängenden Köpfen den Gang in die Kabine anzutreten. Aber die Enttäuschung beim SC währte nur kurz.

SC-Trainer Klaus Mösle machte seinen Jungs in der Kabinenansprache noch einmal klar, dass sie in diesem Spiel mit dem 2:0 (1:0)-Sieg das Wunder nur haarscharf verpasst hatten: „Kompliment an meine Spieler, wie sie wieder aufgestanden sind und wie sie dann heute Fußball gespielt haben.“

Nur ein bzw. zwei Tore hatten dem SC am Ende gefehlt, um die 0:3-Niederlage aus dem Hinspiel zu egalisieren, respektive wettzumachen. Das ist umso ärgerlicher, da die Möglichkeiten dazu durchaus vorhanden waren. Im Gegensatz zum Hinspiel agierte der SC wie ausgewechselt und ging bereits in der zweiten Minute durch einen Kopfball von Michael Eckert, nach Freistoß von Kapitän Matthias Heckenberger in Führung.

Dieser Treffer war der Startschuss für ein packendes Relegationsderby, denn nun merkte auch der letzte im Stadion, dass diese Mannschaft heute das Unmögliche möglich machen wollte. Der SC zündete ein Feuerwerk und kam in der Folge fast im Minutentakt zu Chancen. Die beste hatte in der 29. Minute erneut Eckert, als er von Heckeberger wunderbar direkt vor dem Tor freigespielt wurde, dann aber leider zu unpräzise abschloss. Die von dem rot-weißen Überfall-Kommando völlig verunsicherten Erlanger fanden derweil keinerlei Mittel, sich gegen diese Übermacht zu wehren.

Pressing pur

Nach Wiederanpfiff begannen die Feuchter so, wie sie in Durchgang eins aufgehört hatten. Pressing pur, das prompt in der 49. Minute beklohnt wurde. Nach einer Heckenberger-Ecke stieg Oscar Ortiz am höchsten und jagte einen Kopfball-Torpedo zum längst überfälligen 2:0 in die Maschen.

Feucht war jetzt dran, zur Verlängerung fehlte nur noch ein Tor. Aber es wollte einfach nicht mehr fallen. Zwar hatten Eckert (70.) und vor allem Ortiz mit einem sehenswerten Volley-Drehschuss noch weitere gute Möglichkeiten. Aber mit fortschreitender Spieldauer wurden die Angriffe der Feuchter zunehmend verzweifelter und dadurch unpräziser. Dazu kam, dass die Partie von beiden Seiten immer hitziger geführt wurde (insgesamt zehn Gelbe Karten) und es nur dem souveränen Schiedsrichter Johannes Hartmeier zu verdanken war, dass beide Teams am Ende noch komplett waren. Selbst nach Schlusspfiff ließen sich Spieler beider Lager – während der Rest entweder feierte oder mit hängenden Köpfen zuschaute – zu der ein oder anderen Rangelei hinreißen. Doch auch hier reagierte der Unparteiische glänzend, indem er sofort einschritt, aber keinen der Beteiligten noch nachträglich verwarnte.

Zwei weitere Spiele gegen Jahn Forchheim

Zum Glück – in erster Linie für den SC Feucht. Denn eine oder mehrere Sperren wären so ziemlich das Letzte, was Mösle und Co. aktuell gebrauchen können. Für die Erlanger ist nun Sommerpause, aber die Feuchter müssen ja nochmal ran. Schließlich steht die letzte entscheidende Runde in der Relegation gegen die SpVgg Jahn Forchheim an. In zwei Endspielen (heute um 18.30 Uhr in Forchheim) und am kommenden Freitag im heimischen Waldstadion (ebenfalls 18.30 Uhr) hat der Sportclub die Chance, diese Saison doch noch zu einem guten Ende, sprich dem Klassenerhalt, zu bringen. Und mit einer Leistung wie sie die Mannschaft am Samstag gezeigt hat, könnte dieses Vorhaben auch durchaus gelingen.

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann