Bienen-AG an der Realschule – Raiba-Förderpeis

Emsiges Treiben

„Honig vom Imker kaufen ist Umweltschutz. Wir brauchen Bienen zur Bestäubung unserer Pflanzen“, sagt Kukula, Lehrer der Umweltklasse. Diese Biene staubt beim Bestäuben ordentlich Pollen ab. | Foto: Herbert Bauer2017/05/Biene-Pollen.jpg

FEUCHT – Dank der umtriebigen Umweltklasse und ihres Lehrers Stefan Kukula summt und brummt es seit Kurzem vor dem Wäldchen hinter dem Schulgebäude der Realschule Feucht. Zwei Bienenvölker siedelten die jungen Imker der Bienen-AG hier an. Im Kreise ihrer Unterstützer weihten sie ihr neues Immendomizil ein. Die Nachbarn freuen sich schon auf den ersten Honig.

Fleißig und umtriebig wie ihre Bienen sind die Schülerinnen und Schüler der Umweltklasse. Anfang des Jahres stellten sie den Rohbau auf. Kurz vor den Osterferien kamen die Bienen. Seitdem trifft sich die AG einmal pro Woche und hat immer etwas zu tun. Etwa 10.000 Tiere zählt ein Volk im Winter. Im Sommer kann es bis auf 80.000 anwachsen. „Das Volk will sich teilen“, erklärt Lehrer Kukula. „Wir müssen regelmäßig kontrollieren, ob es Weiselzellen bildet, in denen eine neue Königin heranwächst und diese Zellen brechen.

Imkerlehrgang in Feucht

Das alles weiß Stefan Kukula, seitdem er im Herbst letzten Jahres einen Lehrgang des Feuchter Imkervereins besuchte. Dort traf er auch Dagmar Raum, die Mutter einer Schülerin seiner Umweltklasse, die ihn in der Bienen-AG unterstützt. Die Bienen-AG ist neben dem Schulgarten das zweite große Projekt der Umweltklasse von Kukula und Kollegin Sarina Heim, die, sehr zur Freude von Schulleiter Christian Schütz, eine „große Eigendynamik“ entwickelte. Das Tolle an der Profilklasse: Freiwillig und über das im Lehrplan geforderte Maß hinaus eignen sich die Kinder Fähigkeiten und Wissen an, mit denen sie ihre Schule gestalten.

Die Bienen-AG mit Lehrer Stefan Kukula, Elternunterstützung Dagmar Raum, Norbert Mailer von der Raiffeisenbank, Rektor Christian Schütz und Silke Wernig mit Elternbeiratskollegen (v.l.) | Foto: Hornung2017/05/Feucht-Realschule-Bienen-AG.jpg

 

Der Hinterhof etwa hat sich seit der Schulsanierung stark gewandelt: Zunächst bekam das graue Hinterhofpflaster mit den Hochbeeten des Schulgartens einen grünen Krauskopf aufgesetzt. Gegenüber der Beete, deren blühender Bewuchs jetzt im Frühjahr einen betörenden Duft verströmt, steht nun auch ein kleiner Schuppen für die Utensilien der Bienen-AG. Ein kleines Stück dahinter warnt ein Schild mit der Aufschrift „Vorsicht Bienen – Stechgefahr“ davor, den beiden Kästen im Schatten der Bäume zu nah zu kommen. In einem großen Schwarm schwirren dort zwei Völker um ihre Behausungen. Die Idee, eine Bienen-AG zu gründen, sei bei den Eltern „grandios eingeschlagen“, berichtet Schütz. Auf Anhieb erhielt die Schule 68 Anmeldungen.

Raiba-Förderpreis gewonnen

Dass es die AG überhaupt gibt und dass ihre Mitglieder sich den Kästen ohne Bedenken nähern können, verdanken sie einem großzügigen Unterstützerkreis. Nachdem Kukula die AG für den Förderpreis der Raiffeisenbank Altdorf-Feucht angemeldet hatte, verhalfen zahlreiche Stimmen dem Projekt zum dritten Platz und damit zu 1000 Euro Preisgeld, von dem für 300 Euro die beiden Völker und für die restlichen 700 Euro die Imker-Grundausstattung gekauft werden konnten. Weitere 300 Euro sponserte der Elternbeirat für Anzüge, Astronautenhelme und Handschuhe – sodass die Schülerinnen und Schüler keine Angst vor Stichen haben müssen.

Mitte Juni wollen sie den ersten Honig ernten und in Gläser füllen. „20 Kilo pro Volk“, schätzt Kukula die Ausbeute, die an Eltern, Sponsoren und Nachbarn verteilt werden soll. Die fragen bereits wöchentlich: „Gibt‘s schon Honig?“ Neben der Honigernte hat die Umweltklasse noch vieles vor: Ein Beet ist abgezäunt, auf dem robuste Ringelblumen gesät sind. Ein Gewächshaus wollen sie bauen. Euro-Paletten warten auf ihren Einsatz in einem Upcycling-Projekt. Und außerdem trainiert die Bienen-AG für die Schulmeisterschaften im Imkereiwesen.

N-Land Julia Hornung
Julia Hornung