Quelle-Trainer Gündogan immer noch sauer

„Eine Schande 
für den Fußball“

Lässt kein gutes Haar am Schiedsrichtergespann: Quelle-Coach Serdal Gündogan. | Foto: Zink2018/11/20181006_quelle_buch_wozi_0624-1.jpg

FEUCHT/FÜRTH – Das Skandalspiel vom vergangenen Freitagabend im Feuchter Waldstadion zwischen dem SC und Quelle Fürth (Der Bote berichtete) wird definitiv noch ein Nachspiel haben. Drei Tage später äußerte sich zu den Geschehnissen, die beinahe zum Spielabbruch geführt hätten, nun erstmals auch Quelle-Trainer Serdal Gündogan. Und das mit ziemlich deutlichen Worten!

„Dieses Schiedsrichter-Gespann ist eine Schande für den Fußball“, wettert Gündogan und schiebt hinterher: „Der Verband sollte sich überlegen, ob er diese Schiedsrichter nochmal einsetzt.“ Harte Kritik, die jedoch nicht ganz unberechtigt scheint. Schließlich hatten der Unparteiische Tim Michel und seine beiden Assistenten Patrick Zahner und Maximilian Stöckel tatsächlich nicht ihren besten Tag erwischt. Mit unnötig vielen Unterbrechungen und teils fragwürdigen Entscheidungen schaltete das Trio die Partie nach und nach erst so richtig scharf.

So war es nach dem ersten Platzverweis gegen Fürths Robin Hutter wegen angeblicher Schiedsrichterbeleidigung eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis die nächste Bombe platzen würde.

Ordnerschutz für die Schiris

Geradezu provoziert, so Gündogan, hätten sich er und seine Spieler vom Schiedsrichtergespann gefühlt: „Ihr Umgang mit uns war respektlos. Zum Beispiel sind sie während unserer Halbzeit-Besprechung zweimal zu uns in die Kabine gekommen.“

Auch die Szene, die zu seinem Verweis aus dem Innenraum geführt hatte, bewertet Gündogan völlig anders. „Ich habe niemand beleidigt, ich habe den Schiedsrichter nur gefragt, ob er auch genügend Karten dabei hat.“

Das hatte er offensichtlich. Denn nach Spielende mussten Michel und Co. von Ordnern vor dem aufgebrachten Quelle-Anhang geschützt vom Platz geleitet werden und durften dann im verriegelten Schiri-Zimmer rekordverdächtige 17 Gelbe Karten, zwei Rote und zwei Gelb-Rote Karten in den Spielberichtsbogen eintragen. Insgesamt also 21 persönliche Strafen, die offensichtlich ihren Zweck, das Spiel zu beruhigen, nicht erfüllt hatten, sondern nur dazu führten, dass die Partie bei einem weiteren Platzverweis hätte abgebrochen werden müssen.

Selbst Florian Schlicker, Trainer des SC Feucht, musste sich hinterher extrem zusammenreißen. Angesichts des wichtigen 2:1-Erfolgs seiner Elf sparte er sich eine Bewertung der Schiedsrichterleistung, kommentierte jedoch vielsagend: „Zum Schiedsrichter sage ich heute lieber nichts.“

Partie hat ein Nachspiel

Sein Kumpel Serdal Gündogan will zunächst nun abwarten, was weiter passiert. Ohne Folgen wird diese Partie für ihn und seine Jungs jedoch kaum bleiben. Viel wird davon abhängen, wie Schiedsrichter Michel die Ereignisse in seinem Bericht darstellt. Gündogan jedenfalls ahnt schon, dass ihm und den Quelle-Verantwortlichen diese Stellungnahme nicht gefallen wird und baut deshalb schon mal vor: „Wenn Lügen in diesem Bericht stehen, werden wir uns wehren.“ Fortsetzung folgt…

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann