Zivilcourage in Bus und Bahn

Echt cool, Rider!

Yeah, Ausbildung geschafft: Zur Bestätigung gab‘s eine Urkunde und ein blaues Coolrider-Armband. | Foto: Hornung2017/03/Feucht-Coolrider.jpg

FEUCHT – Teamfähigkeit, Selbstbewusstsein und Engagement: Drei der Eigenschaften, die ein Coolrider mitbringen muss. Zwölf frisch gebackene Wächter der öffentlichen Sicherheit feierten in der Mittelschule Feucht den Abschluss ihrer Coolrider-Ausbildung.

Sie schreiten ein, wenn jemand randaliert, wirken deeskalierend, wenn Streit droht und verständigen die Polizei, wenn sie selbst nicht mehr einschreiten können: Coolrider. Zwölf Schülerinnen und Schüler von der Mittelschule und der Realschule in Feucht ließen sich dieses Schuljahr zum Coolrider ausbilden.

Das Projekt für mehr Zivilcourage in öffentlichen Verkehrsmitteln wurde 2002 von der Verkehrsaktiengesellschaft Nürnberg (VAG), der Bundespolizei und Nürnberger Schulen ins Leben gerufen. Seitdem ließen sich fast 4700 junge Menschen ausbilden.

Es freut mich, dass ihr mitmacht und dass es jährlich neue Coolrider in Feucht gibt,“ sagte Schulleiterin Barbara Rieß. Stolz zeigte sich auch Feuchts zweite Bürgermeisterin Katharina von Kleinsorgen. Aggressionen entgegenzutreten und dabei selbst ruhig zu bleiben, verlange Mut, Fingerspitzengefühl und Gelassenheit. „Dass ihr das gelernt habt, bringt euch sicher weiter im Leben.

Drei Ratschläge

Drei Ratschläge gab Georg Hofmann, stellvertretender Inspektionsleiter der Bundespolizei in Nürnberg, den Jugendlichen mit. Erstens: In schwierigen Situationen jemanden zur Hilfe holen und gegebenenfalls die Polizei verständigen. Zweitens: Dabei bleiben und beobachten. Alles, was sie wahrnehmen, könne später zur Identifikation der Täter beitragen. Und drittens: Sich niemals selbst in Gefahr bringen. „Seid so behutsam, dass ihr gesund nach Hause kommt!“

Eine „Deluxe“-Ausbildung hätten sie bekommen, sagte Alexandra Hein, vertretende Projektleiterin und Trainerin von der VAG. In 20 Schulstunden hatte Hein – gemeinsam mit Georg Hofmann und dessen Kollegen Maik Kaiser, dem Präventionsbeauftragten der Bundespolizeiinspektion Nürnberg – über Gewaltprävention gesprochen und schwierige Situationen in Rollenspielen trainiert, im Klassenzimmer, aber auch direkt in Bussen und Bahnen. Von der Mittelschule Feucht betreuten die Lehrkräfte Wolfgang Huber und Andrea Neudecker das Projekt, von der Realschule Andrea Fritz und Ina Hammerbacher, die anboten, im kommenden Jahr Räume und Organisation zu stellen.

N-Land Julia Hornung
Julia Hornung