Auszeichnung langjährigen ehrenamtlichen Engagements

Dank für diese beiden Lebenswerke

Gerlinde Kotzur (2.v.l.) und Gerhard Hampl (3.v.r.) bereichern mit viel Engagement das Leben ihrer Mitmenschen. Dafür wurden sie mit einer besonderen Auszeichnung und einer Feierstunde im Rathaus geehrt. | Foto: Hornung2016/09/Feucht-Ehrung-Hampl-Kotzur.jpg

FEUCHT – Mit einer Feierstunde im Rathaus, an der die Feuchter Bürgermeister, Landrat Kroder, Familien-, Verwaltungs- und Marktgemeinderatsmitglieder teilnahmen, wurden Gerlinde Kotzur und Gerhard Hampl für ihre außerordentlichen ehrenamtlichen Verdienste geehrt. Beide erhielten eine Urkunde vom Freistaat und die goldene Ehrenamtskarte des Landkreises. Marktgemeinderätin Gerlinde Kotzur engagiert sich, auch als Vorsitzende, in zahlreichen Vereinen und Gremien, ohne Gerhard Hampl wäre die Nürnberger Land Tafel nicht das, was sie heute ist.

„Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen“, eröffnete Bürgermeister Konrad Rupprecht zu Recht die Feierstunde mit den Worten des römischen Philosophen und Staatsmannes Cicero. Daran habe sich bis heute nichts geändert und das beträfe besonders den heutigen Anlass. Als Bürgermeister erfülle ihn der mit Stolz und Freude. Weil Gerlinde Kotzur und Gerhard Hampl das Leben in Feucht und Moosbach durch ihren unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz für viele Menschen lebenswerter machen, gebühre ihnen eine besondere Auszeichnung.

Die Auszeichnung erhielten sie von Landrat Armin Kroder, der ihnen, stellvertretend für den Freistaat, das „Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern“ verlieh. Neben je einer Urkunde aus München und Lauf und der goldenen Nadel, überreichte Kroder zudem die goldene Ehrenamtskarte. Die Karte ermöglicht Vergünstigungen bei zahlreichen regionalen Partnern in den Bereichen Freizeit, Kultur und Sport.

Die Hintergründe für diese Ehrung, so Kroder, seien Lebenswerke, von denen wir nur ausschnittartig erzählen können.

Seit 20 Jahren aktiv

Gerlinde Kotzur ist seit 1996 Mitglied im Obst- und Gartenbauverein (OGV) Moosbach, in dem sie von 1996 bis 2007 auch das Amt der Schriftführerin bekleidete. Von 2001 bis 2004 war sie zusätzlich 2. Vorsitzende und übernahm ab 2008 den 1. Vorsitz. Durch diesen Schritt rettete sie den Verein vor der Auflösung und führte ihn zu neuer Hochform: 40 neue Mitglieder hat der OGV unter Kotzurs Leitung gewonnen. Durch zahlreiche Aktivitäten und Teilnahme an Ereignissen gestalten und zelebrieren die Mitglieder des OGV das gesellschaftliche Leben der Marktgemeinde.

Aber nicht nur im OGV auch im Sportverein ist Kotzur aktiv. Im Jahr 2000 gründete sie zudem eine Theatergruppe in Moosbach, bei der sie auch Regie führt. Das kulturelle Angebot in der Region prägt sie auch als Programmverantwortliche der Feuchter KulturSPD. Als SPD-Fraktionsmitglied sitzt sie seit 2005 zudem im Marktgemeinderat, wirkt ehrenamtlich im Bau- und Rechnungsprüfungsausschuss mit und ist seit 2014 im Verein „Naherholungsgebiet Nürnberger Land“.

Seit 20 Jahren engagiert sich Kotzur in unterschiedlichsten Bereichen. „Ich würde es immer wieder machen“, versichert sie. „Die Zeit ist gut investiert.“

Nachhaltiges Wirken

Ebenfalls seit vielen Jahren ist Gerhard Hampl in der Tafel-Arbeit im Nürnberger Land aktiv. „Bis heute“, so Kroder, „ist der Name Gerhard Hampl untrennbar mit der Tafel und ihrer Entwicklung zu einer weithin akzeptierten Institution verbunden.“

Vor 15 Jahren war die 1999 gegründete Altdorfer Tafel in einer schwierigen Phase. Hampl, seinerzeit bereits als Fahrer tätig, übernahm 2001 den Vorsitz und rettete die Tafel – inzwischen „Nürnberger Land Tafel“ – durch eine groß angelegte Spendenaktion, durch Aktivierung von Sponsoren und Lebensmittelspender vor dem wirtschaftlichen Aus.

Das Tafel-Team wuchs auf heute 270 ehrenamtliche Helfer und auch die Infrastruktur der Bürgerbewegung gedieh: 2007 gründete Hampl zum einen gemeinsam mit Logistiker Gerd Kirchner den „Nordbayerischen Logistik Verbund“. Überproduzierte Lebensmittel können nun in großen Mengen abgenommen und in ganz Bayern verteilt werden. Allein im Feuchter Lohweg gehen 100 Sattelzüge jährlich ein.

Im selben Jahr erweiterte er zum anderen gemeinsam mit der Georg-Kurlbaum-Stiftung die Nürnberger Land Tafel um die Schülertafel, die unbürokratisch Kosten für Schulkinder übernimmt. 165.000 Euro flossen seitdem an Kinder in vielen Schulen im Nürnberger Land.

N-Land Julia Hornung
Julia Hornung