Charline Schwarz fährt zur Bogen-WM nach Las Vegas

Auf den letzten Pfeil

Die Feuchter Bogenschützin Charline Schwarz ist weiter auf der Überholspur: Nach ihrem Junioren-WM-Ausflug im letzten Jahr reist sie nun im Februar in die USA, um dort an der Hallen-Weltmeisterschaft und am Weltcupfinale teilzunehmen. | Foto: privat2018/01/IMG_7614.jpg

FEUCHT – Das Jahr ist gerade gestartet und schon geht es heiß her bei den Bogenschützen. Im Bundesleistungszentrum Kienbaum kämpfte die Deutsche Bogenelite um Tickets für das Hallen-Weltcupfinale in Las Vegas (9.-11. Februar) und die Hallenweltmeisterschaft in Yankton/USA (13.-19. Februar). Da erstmals auch Jugendliche bei der WM starten dürfen, hatte der Deutsche Schützenbund auch junge Kadetten zu dem zweitägigen Ausscheidungsschießen eingeladen.

Die Feuchter Bogenschützin des BS-Feucht, Charline Schwarz, ging voller Elan in den Wettkampf. In der ersten Qualifikationsrunde wurde sie mit nur einem Ring hinter ihrer bayerischen Schießkameradin Talida Chrubasik Zweite. Auch in den Finalrunden „Jeder gegen Jeden“ konnte Charlie nur drei Matches für sich verbuchen. Talida gewann vier Matches und lag am ersten Wettkampftag im Ranking drei Punkte vor Charlie. Auch Elisabeth Gaspert (Baden-Württemberg) auf Platz drei hatte noch alle Möglichkeiten, um nach vorn zu kommen.

In der letzten Qualifikationsrunde konnte sich Charlie abermals nur auf Platz zwei kämpfen. Allerdings gewann diesmal Elisabeth und Talida wurde dritte. Damit war klar, dass der Platz für die WM an eines der drei Mädchen vergeben würde. Die spannende Frage lautete: Wer würde das Rennen machen? Vor dem abschließenden Finale, das als KO-Runde geschossen wurde, lag Talida mit zwei Punkten vor Charlie und mit vier Zählern vor Elisabeth.

Stechpfeil musste entscheiden

Durch das Ranking kam es gleich zu einem direkten Aufeinandertreffen von Elisabeth und Charlie. Das Match war an Spannung kaum zu überbieten, nach fünf Runden stand es 5:5 und nur noch ein Stechpfeil konnte über das Weiterkommen entscheiden. Zur Krönung schossen beide Mädchen dann mit der Zehn auch noch die höchste Ringzahl. Jetzt waren die Schiedsrichter gefragt, die mittels Zirkel messen mussten, welche Zehn näher am Zentrum lag. Diesmal war Charlies Pfeil näher dran und damit konnte sie weiter um die Plätze eins bis vier kämpfen. Da auch Talida ihr erstes Match verlor ging es bei ihr, wie bei Elisabeth, nur noch um die Plätze fünf bis acht.

In der zweiten Runde verlor Charlie gegen den männlichen Erstplatzierten, Talida dagegen gewann ihr Duell. Nun kam für die Mädchen das entscheidendste Match überhaupt. Gewinnt Talida und Charlie verliert, ist Talida weiter, gewinnt Charlie und Talida verliert ist Charlie weiter, gewinnen Beide sind sie Punktgleich. Dann würde das Qualifikationsergebnis entscheiden, mit 1101 hatten beide Mädchen hier dasselbe Ergebnis, auch die Anzahl der geschossenen Zehner war gleich. Es wäre für den Bundestrainer keine einfache Entscheidung.

Startplatz für Las Vegas

Vollgepumpt mit Adrenalin kämpfte sich Charlie bis zu einem 4:4 durch. Ihr Gegner legte mit drei Neunern vor, Charlie hatte vor dem letzten Pfeil neun und zehn an der Scheibe stecken.

Sie brauchte also nur noch einen Goldenen schießen, um das Match zu gewinnen. Mit den letzten vier Sekunden schickte sie ihren Pfeil auf die Reise – eine Zehn! Zu diesem Zeitpunkt war Talida bereits mit 2:6 ausgeschieden und erreichte in diesem Finale den 6. Platz. Damit lag Charlie am Ende mit drei Ringen Vorsprung auf Platz eins und wurde mit dem Startplatz auf dem Weltcupfinale in Las Vegas belohnt und darf als einzige deutsche Juniorin bei der Hallenweltmeisterschaft für Deutschland antreten. Zusammen mit Matthias Potrafke haben sie auch die Chance als Mixed-Junior-Team zu starten.

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