Kapitän der Redaktion geht von Bord

Ära Märtl beim Boten zu Ende

Lorenz Märtl (Mitte), zusammen mit Verleger Ulrich Bollmann (3.v.r.), Druckereileiter Steffen Bollmann (3.v.l.) und seinen Redaktionskollegen Alex Blinten und Gisa Spandler (links) sowie Julia Hornung und Krischan Kaufmann (rechts) | Foto: Rosemeier2017/05/Maertl.jpg

„Die Seriosität der Heimatzeitung Der Bote ist maßgeblich Ihr Verdienst“, lobte Bote-Verleger Ulrich Bollmann den scheidenden Redaktionsleiter Lorenz Märtl, der nach 37-jähriger Tätigkeit in der Lokalredaktion in den Ruhestand verabschiedet wurde.

In einigen Schlaglichtern blickte der Verlagschef auf die „Ära Märtl“ zurück. Dabei betonte er, dass der Neumarkter von Anfang an, also bereits mit 28 Jahren, die Leitung der Redaktion inne hatte. Bollmann stellte die besondere Autorität des Redaktionsleiters in dieser Position heraus, sah aber auch andere Qualitäten bei seinem ehemaligen Redaktionschef, unter dem er 28 Jahre Verleger sein durfte, wie er augenzwinkernd bemerkte.

Märtl sei der „personifizierte Qualitätsjournalismus“ gewesen, formulierte es der Verleger bei seiner kleinen Ansprache im Kreise der Redaktionskollegen, wozu seine sachliche, objektive Art und sein „glasklares Beurteilungsvermögen“ beigetragen hätten. Zwar seien dabei oft auch sehr deutliche Worte gefallen, „aber in der Sache hatte er recht“. Nie hätte er sich zur Sensationsberichterstattung hinreißen lassen, stets alle Seiten angehört, bevor er sich einem Thema widmete. „Sie werden Spuren hinterlassen, die noch lange nachwirken werden“, schloss Verleger Bollmann seine kleine Laudatio.

In seinen Abschiedsworten wies Lorenz Märtl darauf hin, dass er als Steuermann von Bord der Bote-Redaktion gehe und in seiner langen Dienstzeit auch manch raue Zeiten auf See erlebt habe. Er habe sich aber immer bemüht, die Klippen zu umschiffen und den Kahn wieder in ruhigere Gewässer zu lenken. Im Team sei das gelungen. Wie schnell ihm die lange Zeit auf der Kommandobrücke dennoch vergangen ist, drückte er so aus: „Ich habe mit 28 Jahren am 16. August 1980 als Leitender Redakteur in Feucht angeheuert und rund 11.500 verantwortete Bote-Ausgaben später bin ich plötzlich 65 und Rentner.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler