2:4-Pleite im letzten Relegationsspiel

Abstieg! Feucht geht gegen Forchheim unter

Frust pur! Der SC Feucht muss nächste Saison in der Landesliga antreten. | Foto: Zink2017/06/20170609_feucht_forchheim_ogo_38.jpg

FEUCHT – Um 20.18 Uhr am Freitagabend war es amtlich: Der SC Feucht ist nach drei Relegationsrunden endgültig abgestiegen. Die SpVgg Jahn Forchheim hatte zuvor die Zeidler mit einem hochverdienten 4:2 (2:1)-Auswärtssieg im Feuchter Waldstadion in die Landesliga geschossen und durfte selbst den Aufstieg in die Bayernliga feiern. Während die Jahn-Kicker ausgelassen über den Platz tanzten, standen die Spieler von SC-Trainer Klaus Mösle teilweise mit Tränen in den Augen daneben und mussten sich fassungslos fragen lassen, wie sie die eigentlich komfortable Ausgangslage aus dem Hinspiel noch aus der Hand geben konnten. 

Die Ausgangslage: Der 2:1-Sieg vom Dienstag sollten den Feuchtern eigentlich in die Karten spielen. Der SC war in Forchheim die bessere, weil abgeklärtere Mannschaft gewesen und und wohl nur die größten Optimisten auf Jahn-Seite hatten tatsächlich noch an den Aufstieg ihrer Mannschaft geglaubt. Allerdings hatte SC-Coach Mösle unter der Woche schon beinahe mantrahaft vor der „brutalen Offensivqualität“ des Gegners gewarnt. 

Die erste Halbzeit: Begann so, dass sich Mösle leider bestätigt fühlen musste. Der Jahn drückte von Anfang an mächtig aufs Gas und hatte bereits nach knapp einer Viertelstunde drei gute Chancen, von denen die beste Forchheims überragender Außenstürmer Adem Selmani an den rechten Pfosten zirkelte (14.). Schon in dieser Szene wurde überdeutlich, was das Hauptmanko der Hausherren an diesem Tag war: Forchheim hatte viel zu viel Platz im Mittelfeld und die Feuchter Abwehr bekam keinen Zugriff. Aus dem Nichts heraus fiel dann aber das 1:0 für die Gastgeber. Nach einem Freistoß von Dominik Ammon aus dem Halbfeld stieg Stephan König am höchsten und köpfte zur Führung ein – auch weil Forchheims Keeper (der ehemalige SC-Torwart Markus Kredel) sich schwer verschätzte (21.). Forchheim ließ sich davon aber nicht beeindrucken und schlug in der 26. Minute zurück. Ein blödes Foul an der Strafraumgrenze, ein Pfiff des Schiedsrichters, den fälligen Elfmeter verwandelte Maximilian Göbhardt sicher gegen Feuchts Ersatztorwart Volker Krutsch – 1:1. Damit aber nicht genug. Sieben Minuten vor der Pause legte Forchheim sogar noch nach. Nach einem Angriff über die rechte Seite stand David Mai in der Mitte goldrichtig und vollendete zur verdienten 2:1-Halbzeitführung für die Gäste.

Wie sich die Bilder gleichen: Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche mussten die SC-Spieler zusehen, wie eine Mannschaft im Waldstadion den Aufstieg feierte. Vor den Forchheimern, hatte der FSV Erlangen-Bruck in Feucht den Aufstieg in die Bayernliga klar gemacht. | Foto: Zink2017/06/20170609_feucht_forchheim_ogo_29.jpg

Die zweite Halbzeit: Begann mit einem unerwarteten Paukenschlag. Felix Spielbühler passte grandios zu Stephan König und der Feuchter Stürmer stellte eiskalt auf 2:2 (46.). Wieder war der Klassenerhalt des SC zum Greifen nah – und wieder folgte die Enttäuschung nur wenige Zeigerumdrehungen später. In der 53. Minute durfte Andi Mönius nach einer Ecke per Kopf das vorentscheidende 2:3 erzielen. Vorentscheidend deshalb, weil jetzt beim SC alle Dämme brachen. Die Zeidler mussten nun komplett aufmachen und fingen sich prompt das 2:4 (59.) durch Senad Bjaric. Das war der endgültige K.o. für die Hausherren. Sie versuchten zwar noch tapfer, das Spiel erneut zu drehen, mussten aber am Ende froh sein, nicht noch ein weiteres Gegentor bekommen zu haben.

Stimmen zum Spiel: „Glückwunsch an Jahn Forchheim, sie waren eindeutig die bessere Mannschaft. Aber wir machen das 1:0, verstehen es jedoch nicht diese Führung über die Zeit zu bringen. Das Problem war: Wir haben einfach zu keinem Zeitpunkt Zugriff im defensiven Mittelfeld bekommen. Und das 2:3 war dann natürlich der Genickschlag. Aber ich sage auch ganz deutlich: Diese Mannschaft kann nichts dafür. Sie hat über die ganze Saison immer wieder Charakter bewiesen. Wir mussten zu Saisonbeginn kurzfristig 22 neue Spieler holen und nach einem Vierteljahr haben die sich dann gerade mal die Vornamen gekannt. Dazu sind uns immer wieder Schlüsselspieler verletzt ausgefallen. Und trotzdem haben wir teilweise richtig gute Spiele abgeliefert. Es ist einfach schade, dass es am Ende für uns nicht gereicht hat. Jetzt müssen wir eben im nächsten Jahr wieder aufsteigen.“ (SC-Trainer Klaus Mösle)

Schiedsrichter: Florian Riepl (Altenerding)
Zuschauer: 576
Tore: 1:0 Stephan König (21.), 1:1 Maximilian Göbhardt (Foulelfmeter, 26.), 1:2 David Mai (38.), 2:2 Stephan König (46.), 2:3 Andi Mönius (53.), 2:4 Senad Bajric (59.)

N-Land Krischan Kaufmann
Krischan Kaufmann