Anwohner der Ortsdurchfahrt klagen über Verkehr

Entlastung für Schönberg

3500 Fahrzeuge rollen jeden Tag durch Schönberg im Bereich des Marktplatzes. Ein Zustand, den Anlieger so nicht mehr hinnehmen wollen. | Foto: Fischer2018/08/ortsdurchfahrt-schonberg-1.jpg

SCHÖNBERG — 3500 Autos und Lkw rollen täglich durch Schönberg. Zu viele finden längst nicht nur die Anlieger der Ortsdurchfahrt und haben eine Unterschriftenaktion gestartet. Mit dem Ziel, die Hauptstraße im Laufer Ortsteil zu entlasten. Vielleicht mit einer direkten Anbindung des verkehrsreichen Lebenshilfe-Areals an die Kreisstraße nach Lauf durch eine neue Spange zwischen Spitalwald und dem nördlichen Ortsrand.

Allein dadurch, so ist Elfriede Loos, eine der Initiatorinnen der Bürgeraktion, überzeugt, würde viel Verkehr aus der überlasteten Ortsdurchfahrt im Bereich des Schönberger Marktplatzes genommen. Schließlich fahren täglich rund 90 Busse von und zu den Lebenshilfeeinrichtungen an der Nessenmühlstraße. Hinzu kämen rund 350 Mitarbeiter der Lebenshilfe, die ja täglich zu ihrer Arbeitsstätte wollen.

Auch die Gewerbebetriebe in diesem Bereich an der Nessenmühlstraße Richtung Sportplatz sowie die Anwohner der Neubausiedlungen könnten die neue Querspange im Norden von Schönberg gut nutzen. Und würden dann schon mal nicht mehr die Ortsdurchfahrt belasten, so die Idee.

350 Unterschriften

Insgesamt 350 Unterschriften hat die Anwohnerin der Pfarrstraße mit Unterstützern in den vergangenen Wochen für ihr Anliegen gesammelt. Diese Liste mit den Unterzeichnern hat sie inzwischen auch Bürgermeister Benedikt Bisping zur Begutachtung übergeben. Im Rathaus hat man schnell gehandelt und schon am 27. September soll sich der Bauausschuss in einer öffentlichen Sitzung mit dem Thema befassen.

Elfriede Loos aus Schönberg (mit ihrem Mann Peter, rechts) überreicht dem Laufer Bürgermeister Benedikt Bisping eine Liste mit 350 Unterschriften von Bürgern, die sich weniger Verkehr in der Ortsdurchfahrt wünschen. | Foto: Fischer2018/08/unterschriften-schonberg-loos-bisping.jpg

Für Elfriede Loos und ihre Mitstreiter geht es bei der Aktion aber um mehr als „nur“ die Verringerung der Verkehrsbelastung in der Ortsmitte. Natürlich wisse sie auch, wie sie sagt, dass es immer einen Verkehr in das Dorf und durch den Ort von Lauf oder Röthenbach Richtung Weigenhofen geben werde. „Aber jedes Auto und jeder Lkw weniger verbessert die Situation, die in den letzten Jahren immer schlimmer geworden ist“, wie sie sagt.

Sie will mit ihrer Aktion die Politik auch an große Sätze und Schlagworte der vergangenen Jahre erinnern. Da sei es doch immer um „die Stärkung des ländlichen Raums“ oder um „das lebenswerte Dorf“ gegangen. Weniger Autos würden die Ortsmitte am Marktplatz definitiv attraktiver machen, glaubt Loos. Profitieren würden die Menschen, die in den Biergärten der beiden Wirtschaften an der Ortsdurchfahrt sitzen ebenso, wie die Gäste des Dorf­ladens.

Gefahr für Kinder

Ganz davon zu schweigen, dass die Gefährdung von Kindern, die beispielsweise zur Schule laufen, durch weniger Straßenverkehr auch geringer würde „und ältere Menschen wieder leichter über die Straße kämen.“

Aber nicht nur die Ortsdurchfahrt selbst würde durch eine neue Zufahrt zur Lebenshilfe entlastet. Auch die schmale Neuhäuser Straße im oberen Bereich sowie die Einbahnstraßen Nessenmühlstraße und Zollernstraße von und zur Lebenshilfe und zum Sportplatz wären dann längst nicht mehr so belastet, ist die Schönbergerin überzeugt.

Die Idee mit der direkten Anbindung der Lebenshilfe an die Laufer Straße sei dabei gar nicht neu, sagt Elfriede Loos. Schon in den 70er Jahren, als die Lebenshilfe gebaut wurde, habe der damalige Bürgermeister Konrad Schmidt diese Straßenverbindung im Tal zwischen der nördlichen Bebauung unterhalb der Schönberger Kirche und dem Waldrand Richtung Lauf geplant, wie sich alte Schönberger erinnerten.

Damals sei der Bau einer Straße vor allem daran gescheitert, dass die Stadt die notwendigen Grundstücke nicht erwerben konnte, weiß Loos. „Vielleicht ist das ja heute einfacher.“ Einen Versuch jedenfalls sollte das doch wert sein, meint Elfriede Loos in Richtung Bauausschuss und Stadtrat.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer