Zippel verlässt Altdorf

Engpass bei Gewerbegrund

Die Zippel AG aus dem Mühlweg kehrt Altdorf den Rücken und hat ein über 12 000 Quadratmeter großes Grundstück in Berg gekauft. | Foto: Spandler2017/09/altdorf-zippel.jpg

ALTDORF – Das Traditionsunternehmen Zippel AG wird seinen Stadndort in Altdorf aufgeben – wir berichteten. Die Fachfirma für Registratursysteme wird sich in Meilenhofen, ein Ortsteil der oberpfälzischen Gemeinde Berg, niederlassen, wo sie 12 500 Quadratmeter Gewerbefläche erworben hat. Nächstes Jahr soll Baubeginn sein.

Altdorfs Bürgermeister Erich Odörfer hat vom Kauf des Grundstücks der Firma aus der Zeitung erfahren und war entsprechend überrascht. Zwei Tage zuvor war er von Bergs Bürgermeister Helmut Himmler informiert worden, aber da war der Deal bereits über die Bühne gegangen. Natürlich war ihm bekannt, dass die Firma nach einem größeren Grundstück suchte, 10 000 Quadratmeter waren im Gespräch. Aber leider sind Gewerbegrundstücke auf der grünen Wiese, wie sie Zippel vorschwebte, in Altdorf nicht vorhanden. Ein Eigentümer, der in Frage gekommen wäre, wurde angesprochen, doch der wollte nicht verkaufen, ebenso wie andere Grundstückseigentümer. „Wir haben uns bemüht, aber die Stadt hat eben nichts“, bedauert der Bürgermeister. Offensichtlich wollte Zippel sein Grundstück auch für Wohnbebauung vermarkten, was aber im Gewerbegebiet nicht ohne weiteres möglich ist.

Odörfer: „Nicht in Ordnung“

Nachdem bekannt war, dass die Firma auf der Suche nach mehr Grund ist, hat man der AG vorgeschlagen, eine offiziellen Antrag bei der Stadt zu stellen, damit man gemeinsam im Stadtrat nach Lösungen hätte suchen können. Dies ist allerdings nie geschehen. Lediglich eine kleine Skizze kam bei der Wirtschaftsförderung an, die aber keine ausreichende Grundlage für die Bearbeitung lieferte. „Nicht in Ordnung“, fand daher das Stadtoberhaupt die Vorgehensweise der Firma.

Altdorf fehlt Fläche

Das Problem der fehlenden Flächen sei kennzeichnend für Altdorf, berichtete Odörfer in einem Gespräch mit der Redaktion, in dem er darauf hinwies, dass die Zippel AG nicht das einzige Unternehmen sei, das nach größeren Grundstücken auf Altdorfer Gebiet sucht. Die Alternative, eine Neuausweisung von Baugebieten, koste viel Zeit. Bis das ganze Verfahren, eventuell mit der Ausweisung von Ausgleichsflächen durchlaufen ist, vergehen Jahre. Bei Zippel gibt man sich aktuell zugeknöpft. Was genau der Betrieb in Berg auf den 12 500 erworbenen Quadratmetern plant, war gestern von den Unternehmenssprechern nicht zu erfahren.

Am günstigeren Gewerbesteuerhebesatz kann es nicht liegen, der liegt sowohl in Altdorf als auch Berg bei 330 v.H.. Schriftliche Anfragen des Boten wurden zunächst nicht beantwortet, auf telefonische Nachfrage hieß es, die Geschäftsleitung sei derzeit in Urlaub, Auskünfte auf Presseanfragen gebe es erst nächste Woche wieder.

N-Land Gisa Spandler
Gisa Spandler