Engelthal verabschiedet Pfarrersehepaar

Pfarrer ziehen nach Süden

Nachdem Dekan Werner Thiessen (Mitte) Matthias und Elke Binder zum Abschied gesegnet hatte, wartete beim anschließenden Umtrunk noch ein Ständchen mit allen. | Foto: R. Wacker2017/04/8063500.jpeg

ENGELTHAL – Nach zehn Jahren Pfarrdienst in Engelthal verlässt das Ehepaar Elke und Matthias Binder die Hammerbachtalgemeinde und stellt sich im oberbayerischen Voralpenland in Kochel am See einer neuen Herausforderung. Die Abschiedsfeier war geprägt von vielen bunten und liebevoll umgesetzten Ideen.

Im Sommer 2006 war das Pfarrehepaar mit ihrer Tochter Marlene nach Engelthal gekommen. Sie bezogen das große Pfarrhaus direkt hinter der Johanneskirche und haben sich von Anfang an sehr willkommen gefühlt. In ihrer neuen Gemeinde wurden sie schnell heimisch, brachten sich mit ein und stellten sich auch den vielfältigen Aufgaben der Gemeinde.

Elke Binder hielt meistens die Gottesdienste und arbeitete engagiert im Dekanatsbezirk mit. Matthias Binder betreute die Frankenalb-Klinik und war auch in der Notfallseelsorge mit vollem Einsatz tätig. Nun zog das Engelthaler Pfarrehepaar Binder letztmalig in ihre Kirche ein, angeführt vom Posaunenchor, Weggefährten und Geistlichen aus dem Dekanat.

Nach einem lieblichen Liedbeitrag durch den Kirchenchor erschien das scheidende Paar das letzte Mal oben in der Kanzel und verabschiedete sich mit warmen Worten von ihrer Engelthaler Kirchengemeinde. Bei ihnen mache sich schon etwas Wehmut breit, hätten sie doch in den vergangenen zehn Dienstjahren viel Herzlichkeit erfahren, sagten sie. Bis zu ihrem Dienstbeginn im Juli befinden sie sich noch in einem gemeinsamen Studienurlaub in Hermannstadt/ Sibiu in Rumänien.

Segen für die „Reisenden“
Dekan Werner Thiessen segnete die „Reisenden“, die leider „in den Süden aufbrechen wollen“, und gab ihnen Erinnerungsgeschenke aus dem Frankenland mit auf den Weg. Damit sie sich persönlich von ihrer Gemeinde verabschieden konnten, gab es im nahe gelegenen Feuerwehrhaus noch einen Umtrunk. Vorm Eintreten wurden bei beiden schon von den vielen Kindergartenkindern mit Ballons empfangen. War ja klar, dass sie ihren „Pfarrers“ Elke und Matthias lustige Abschiedslieder singen mussten.

Dann folgten die besten Wünsche ihrer Wegbegleiter aus Gemeinde und Dekanat. Von der katholischen Gemeinde Leinburg/Engelthal lobte Pfarrer Herrmann Plank das gute Verhältnis zur evangelischen Kirchengemeinde, das frühere „Kirchturmdenken“ sei ja schon lange fehl am Platz, für die Zukunft sei weiterhin eine ökumenische Zusammenarbeit beider Kirchen wichtig.

Der Tisch mit den Abschiedsgeschenken füllte sich, so bekamen sie auch ein Apfelbäumchen mit ins Oberbayerische und von den Engelthaler Kirwaboum einen Erinnerungsbierkrug. Schließlich hatte Matthias Binder doch jedes Jahr beim Kirwabaumaufstellen tatkräftig mitgeholfen. Vor ihrem Abschied aus dem Fränkischen mussten sie sogar noch ein Quiz bestehen, das die Dekanatsjugend ausgearbeitet hatte. Die kniffligen Fragen bestanden aus der Historie Engelthals und bezogen sich zudem auf den neuen Wirkungskreis Kochel am See.

Nachdem auch das gemeistert war, ergriff der Offenhausener Pfarrer Martin Hoepfner das Wort. Hat er doch vor rund dreieinhalb Jahren Engelthal und das Hammerbachtal als Vikar kennengelernt. Er habe es sich damals nicht träumen lassen, jetzt im April 2017 als dienstältester Pfarrer im Hammerbachtal dazustehen.

Chor der Pfarrerinnen
Als besonderes Abschiedspräsent begleitete er am Keyboard seine Pfarrkolleginnen aus Henfenfeld, Kathrin Klinger, aus Reichenschwand, Lisa Weniger, und aus Offenhausen seine Ehefrau Ann-Sophie Hoepfner, die für alle überraschend und wohl erstmalig als Vokal-Sängerinnen auftraten.

Sie texteten kurzerhand und lustig bekannte Gassenhauersongs um: Mit „Skandal im Sperrbezirk“ und „Bruttosozialprodukt“ wollten sie ihre beiden Pfarrkollegen doch noch zum Bleiben bewegen. Müssen Binders doch in Kochel am See wohl auf einige lieb gewordene Leckerbissen, wie zum Beispiel Schäufele, Bratwurst oder Pressack, verzichten.

N-Land Roland Wacker
Roland Wacker