Bauarbeiten am Kreuzungsprojekt bei Ottensoos begonnen

Ende 2018 soll Verkehr auf neuer B 14 rollen

Vertreter von Politik und Baubehörden trafen sich zum offiziellen Baubeginn bei an der B14 bei Ottensoos. Genau an dieser Stelle wird die neue Brücke über die Schnaittach (links) entstehen. Im Hintergrund die alte Bundesstraße. | Foto: Fischer2017/08/spatenstich-b-14-bau-ottensoos-ehrengaste.jpg

NEUNKIRCHEN/OTTENSOOS — Jetzt also noch einmal ganz offiziell: Unter den Augen von zahlreichen Ehrengästen vollzog diese Woche ein Bagger sozusagen den ersten Spatenstich für den eigentlichen Straßenbau des neuen Knotenpunktes Ottensoos/Speikern; mit einem Kreisverkehr und einer mächtigen B14-Brücke als zentrale Bauwerke. Die seit eineinhalb Jahren laufenden Arbeiten, wie die Baumfällungen oder die Verlegung der Ranna-Wasserleitung und vieler weiterer Kabel, dienten nur der Vorbereitung des Straßenbaues.

Und selbst dieser Straßenbau beginnt jetzt mit einer Brücke: Etwa 20 Meter südlich der bisherigen Bundesstraße, Richtung Pegnitzwiesen und etwa auf halber Strecke zwischen Faunkreuzung und Ottensoos, entsteht zunächst die neue B14-Brücke über die Schnaittach. Angesichts des kleinen Flusses eine zwar nicht lange, aber relativ breite Brücke. Die neue Bundesstraße erhält in diesem Bereich nämlich drei Spuren. Eine führt später in Richtung Hersbruck, zwei führen in Richtung Autobahn.

Und hier an dieser Brückenbaustelle noch weit vor dem Bräunleinsberg verkündeten am Dienstag Vertreter des Straßenbauamtes Nürnberg mit Bauleuten und Politikern den offiziellen Baubeginn. Handelt es sich bei dem 14-Millionen-Projekt doch um die zweitgrößte aktuelle Baumaßnahme des Straßenbauamtes Nürnberg. Nur die Ortsumgehung der B 2 südlich von Roth ist mit 30 Millionen Euro ein noch größerer Brocken.

Regierungspräsident Thomas Bauer war angesichts der Bedeutung es Projekts bei Ottensoos persönlich gekommen. Auch MdL Norbert Dünkel, Landrat Armin Kroder, Neunkirchens Bürgermeisterin Martina Baumann und die stellvertretende Ottensooser Bürgermeisterin Tanja Riedel wohnten dem ersten Aushub mit der Baggerschaufel bei.

Regierungspräsident Thomas Bauer kam persönlich zum Bauauftakt. | Foto: Fischer2017/08/regierungsprasident-bauer.jpg

„Viele Verbesserungen“

Der Leiter des Straßenbauamtes, Baudirektor Klaus Schwab, hatte kurz noch einmal auf die Notwendigkeit des Projekts hingewiesen. Am Ende bedeute der Umbau eine wesentliche Verbesserung der Sicherheit und der Leistungsfähigkeit von Straße und Kreuzung in diesem Abschnitt. Vor allem die Auffahrt auf die Bundesstraße von Ottensoos oder Speikern aus werde verbessert, aber der Durchgangsverkehr auf der Bundesstraße fließe künftig reibungsloser und auch der zwischenörtliche Verkehr habe es künftig leichter, ist Baudirektor Schwab überzeugt, der sich ein wenig auch darüber beklagte, dass Projekte heute oft zerredet und ausgebremst würden. „Aus Unwissenheit oft“.

Oval und Überführung

Regierungspräsident Bauer erklärte dann den Anwesenden, um was es bei dem Projekt, das er als eine der kreativsten Lösungen in ganz Mittelfranken bezeichnete, geht. Statt einer unfallträchtigen Kreuzung entsteht künftig am Bräunleinsberg bei Ottensoos ein ovaler Kreisverkehr. In diesen münden dann die Straßen aus Ottensoos, aus dem Gewerbegebiet und die Staatsstraße aus Richtung Speikern ein. Die B14 wird mit einer großen Brücke kreuzungsfrei über diesen Kreisverkehr geführt. Rampen, die zum Teil mit mächtigen Mauern abgestützt werden, binden die einmündenden Straßen wiederum an die Bundesstraße an.

Ein eigener Wirtschaftsweg neben der Bundesstraße verhindert, dass langsame landwirtschaftliche Fahrzeuge künftig in diesem Streckenabschnitt unterwegs sind. Erhalten bleibt der Radweg nördlich neben der Straße.

Schon 2004 gab es erste Pläne für das Projekt, 2006 wurden die Ampeln installiert und 2012 wurde der Neubau der „großen und zukunftsträchtigen Lösung genehmigt“, wie Bauer sagte. „Immerhin 19 000 Fahrzeuge sind täglich in diesem Streckenabschnitt unterwegs, fast das Doppelte vergleichbarer Straße in Bayern“, unterstreicht auch der Regierungspräsident die Notwendigkeit der Investition. Letzte Berechnungen gehen jetzt von Kosten für die rund 2,1 Kilometer lange Straße von 14 Millionen Euro aus. Der Freistaat zahlt davon 1,8 Millionen, der Landkreis 1,7 Millionen und rund zehn Millionen übernimmt der Bund.

Der Zeitplan der Maßnahme sieht nun folgendermaßen aus: 2017 wird die Schnaittachbrücke gebaut, es entsteht der Wirtschaftsweg und die Einmündung Speikern wird umgebaut. 2018 werden dann die große B14-Brücke und der restliche Kreisverkehr errichtet. Die Bundesstraße wird dabei etwas nach Süden verschoben werden. Ende 2018 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Eine Vollsperrung auf der B14 ist nicht geplant, für lokale Verkehrsbeziehung gibt es kleinräumige Umleitungen.

Wie geht es weiter?

Landrat Armin Kroder, der auch für Norbert Dünkel das Wort ergriff, ist „sehr froh, dass es endlich los geht“. Weil in diesem Straßenabschnitt ein Leistungsdefizit bestand, der Landkreis aber seine Stärken wie kaum ein zweiter besonders durch hervorragende Verkehrsinfrastruktur ausspielen könne. Deshalb stelle sich nach dem Baubeginn nun die Frage, wie gehe es weiter östlich, in Reichenschwand, weiter. Hier nämlich gebe es dann das letzte Nadelöhr entlang der Bundesstraße im Kreis. Kroder versprach hier, auch in Sachen einer möglichen Tunnel-Lösungen, weiter mit überlegen zu wollen. Vielleicht entstehe durch den Neubau bei Ottensoos nun auch mehr Druck, eine Lösung für Reichenschwand zu suchen und zu finden, so die inoffizielle Hoffnung mehrerer Gäste beim offiziellen Baubeginn.

N-Land Clemens Fischer
Clemens Fischer