Die Kultur lädt ein

Ein Jahr Kulturverbund im Nürnberger Land

Ralf Weiß, Chef des Dehnberger Hof Theaters, und Petra Hofmann vom Amt für Tourismus, laden im Namen des Kulturverbundes Nürnberger Land e.V. zum Sommerfest am 25. August von 11.55 Uhr bis 18 Uhr ins DHT. | Foto: Krieger2018/08/Kulturverbund-Nurnberger-Land.jpg

NÜRNBERGER LAND —Die Kulturlandschaft im Nürnberger Land ist vielschichtig. Sie vereint von der Theaterbühne bis zur freischaffenden Künstlerin viele Dutzend Akteure. Ihnen einen Plattform zu geben und sie zu vernetzen, ist Ziel des Kulturverbundes Nürnberger Land, der sich im Herbst 2017 gegründet hat. Nun sucht der Verein erstmals offiziell den Kontakt zur Öffentlichkeit: Mit einem Kultur-Familien-Sommerfest am heutigen Samstag, 25. August, im Dehnberger Hof Theater.

Die Veranstaltung hat laut Ralf Weiß vom DHT, der zusammen mit fünf weiteren Kulturschaffenden die Vorstandsarbeit des Kulturverbundes macht, zwei Ziele: Sie soll den aktuell 48 Mitgliedern die Gelegenheit zum Austausch bieten und gleichzeitig die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die Kulturarbeit im Landkreis lenken und das nicht nur vor der eigenen Haustür. Mitglieder des Kulturverbundes aus dem Landkreis präsentieren sich bei freiem Eintritt am heutigen Samstag, 25. August, von 11.55 bis 18 Uhr im DHT, es gibt Workshos, Kabarett, Märchen, Musik und vieles mehr.

„Wir wollen zeigen, wie vielfältig die Kultur im Landkreis ist“, sagt der Chef des alteingesessenen Theaters, der mit zu den Gründern des Vereins gehörte. Diese Vielfalt sichtbar zu machen und den Akteuren gleichzeitig eine gemeinsame Vermarktungsplattform zu bieten, war auch die Idee hinter dem Kulturgutschein Nürnberger Land, der seit Beginn des Jahres bei 24 Kulturinstitutionen und Künstlern im Landkreis eingelöst werden kann. Vom Dehnberger Hof Theater über das Hirtenmuseum Hersbruck, die Wallenstein-Festspiele bis hin zu Künstlern wie Märchenerzählerin Andrea Gonze oder den Neunkirchner Theaterverein Die Sandhas´n sind Akteure unterschiedlichster Couleur dabei.

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Genaue Zahlen, wie viele Kulturgutscheine bereits über die Theken der sechs Verkaufsstellen im Landkreis gegangen sind, hat Ralf Weiß nicht. Der Gutschein brauche auf jeden Fall noch mehr Bekanntheit, räumt der Theatermacher ein: „Viele wissen noch gar, dass es den gibt. Daran müssen wir noch arbeiten“.

Bereits für zehn Euro können Kulturliebhaber einen personalisierten Gutschein erwerben, der dann bei einer Veranstaltung eigener Wahl bei den beteiligten Institutionen eingelöst werden kann. Diese spenden dafür 50 Cent in die Arbeit des Kulturverbundes. Eine schöne Sache, wirbt der Theatermacher: „Es gibt im Landkreis in Sachen Kultur wirklich viel zu entdecken.“

Doch nicht nur um die Stärkung der Kulturschaffenden geht es. Der Kulturverbund hat sich auch zum Ziel gesetzt, die Kulturarbeit im Landkreis langfristig unter einem großem Dach zu vereinen, mit einer förderalistischen Struktur, aber auch der Idee einer gemeinsamen Kulturpolitik.

Nicht zuletzt deshalb war und ist auch der Landkreis Nürnberger Land von Anfang an mit im Boot. Eine durchaus nicht übliche Allianz zwischen staatlicher Behörde und Kulturszene, wie auch Petra Hofmann, im Amt für Tourismus für die Kultur zuständig, weiß. Sie hält die Idee des Kulturverbundes für gut und die Zusammenarbeit für wichtig: „Die wenigsten Städte und Gemeinden im Landkreis haben ja ein eigenes Kulturamt. Kaum einer schaut, was die anderen machen. Es gibt wenig Austausch. Wir verstehen uns als Bindeglied und Koordinationsstelle.“

So hält die Kulturfachfrau auch im Hinblick auf die Bewerbung der Stadt Nürnberg als Kulturhauptstadt Europas 2025 die Augen offen, ist regelmäßig bei den Sitzungen des Forums Kulturs dabei, das aktuell die Ideen bündelt, um daraus ein Konzept zu entwickeln. Sobald es erste Ergebnisse gebe, werde sich der Landkreis überlegen, ob und wie er sich beteilige. Aktuell sei da aber noch „sehr viel in der Schwebe“.

Eine Chance, langfristig ein gemeinsames Dach für die Kulturarbeit zu finden, sieht auch Ralf Weiß. Allerdings müssten dafür alle an einem Strang ziehen, „das braucht viel Energie und Kraft, da eine gemeinsame Vorstellung zu entwickeln“. Das erste Jahr hat der Vereinsvorstand, dem neben Petra Hofmann auch die Kabarettistin Andrea Lipka, Märchenerzählerin Andrea Gonze, Ingrid Pflaum sowie Bernd Kriegisch vom Glasstadl in Altdorf angehören, genutzt, um erst einmal die Mitglieder des Verbundes im Landkreis nach und nach kennenzulernen.

Wer einen Kulturgutschein erwerben möchte, kann diesen hier erwerben: im Service-Center der Pegnitz-Zeitung, bei der Hersbrucker Zeitung, beim Boten in Feucht, der Gemeinde Schwaig, im Glas-Stadl Oberrieden und bei den Möbelmachern in Unterkrumbach.

Infos zum Kulturverbund gibt es unter www.kulturverbund-nl.de im Internet.

N-Land Isabel Krieger
Isabel Krieger